»Ein Meilenstein in der Hightech-Geschichte«

Berchtesgaden: (9. Dezember 2006) Am Donnerstagnachmittag hielten Journalisten und Technikexperten aus aller Welt den Atem an. Im Nationalpark-Haus in Berchtesgaden sollte der weltweit erste Positionierungsversuch mit Galileo-Signalen über die Bühne gehen. Und tatsächlich, der blinkende Punkt auf dem Bildschirm zeigte den Standort zentimetergenau an. »Das ist ein unglaublich wichtiges Technologieprojekt. Mit GATE haben wir die besten Voraussetzungen, das Berchtesgadener Land zu einer Hightech-Region zu machen«, freute sich Landrat Georg Grabner. Auch Dr. Günter Heinrichs von der ifEN GmbH verbarg seinen Enthusiasmus nicht: »Das ist ein Meilenstein. So etwas hat es auf der ganzen Welt noch nie gegeben«. Landrat Grabner sprach von einem »Thema, das uns alle im Landkreis bewegt, von Süden bis Norden«.

 
  

Stolz präsentierte Erwin Löhnert, der Entwicklungsleiter der ifEN GmbH, Landrat Georg Grabner den Prototypen eines mobilen Empfangsgerätes.

Schon vor Beginn der Präsentation huschte Hausherr Dr. Michael Vogel aufgeregt durchs Nationalpark-Haus. Nach dem geglückten Versuch war der Leiter des Nationalparks Berchtesgaden sichtlich glücklich. »Ich kann gar niemanden sagen, wie froh ich bin, dass alles reibungslos klappt«, meinte er. Die Möglichkeiten einer dreidimensionalen Navigation in der Bergrettung und Tierbeobachtung könne man gar nicht hoch genug schätzen.
Landrat Georg Grabner und die Bürgermeister der Testregion zeigten sich übereinstimmend sehr zufrieden über den derzeitigen Stand der Arbeiten und äußerten sich hoffnungsvoll über die zu erwartenden positiven Effekte, die das Projekt für den Wirtschaftsstandort Berchtesgadener Land bringen wird. Dr. Heinrichs skizzierte bei der Pressekonferenz kurz den aktuellen Stand der Installationsarbeiten und gab zugleich einen Ausblick auf die noch ausstehenden Schritte.
Demnach sei der Test der Seriengeräte Mitte September abgeschlossen worden. Seit Anfang Oktober finde der Aufbau der sechs Sendestationen im Raum Berchtesgaden statt. Bisher seien vier Sendestationen und ein Monitorempfänger völlig betriebsbereit. Für eine dreidimensionale Navigation würde diese Minimalkonfiguration bereits ausreichen. Die verbleibenden zwei Sendestationen auf dem Jenner und beim Stöhrhaus auf dem Untersberg würden noch vor Weihnachten startklar sein. Der Abschluss der GATE-Systemtests sei für Ende Januar 2007 vorgesehen. Anfang Mai soll das System dem späteren Betreiber, dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum übergeben werden.
»GATE ist keine Eintagsfliege. Es hat sich etabliert. Ein weiterer Betrieb ist für die kommenden 20 Jahre gesichert«, versprach Dr. Heinrichs. Denn man dürfe nicht vergessen, dass Berchtesgaden der weltweit einzige Standort für Galileo-Tests sei. »GATE hat eine internationale Bedeutung, die immer mehr zunehmen wird.« cfs