St. Moritz: (21. Januar 2010) - An der Geburtsstätte des Bobsports, in St. Moritz, haben die deutschen Bobs dominiert. Der Marktschellenberger Karl Angerer hat mit seinen Anschiebern Alexander Mann(München), Andreas Bredau(Halle) und Gregor Bermbach (Bad Reichenhall) beim 7. Lauf des Weltcups Platz zwei erzielt. Für den 30-Jährigen war es das beste Saisonergebnis mit dem Playboy-EMC-Buchbinder-Viererbob. »Jetzt kommen wir für Olympia richtig in Schwung. Wir sind wirklich glücklich, dass wir ausgerechnet im Mekka des Bobsports vorne sind. Das zählt doppelt«, strahlte Angerer mit der Sonne um die Wette. |
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Starker Auftritt von Karl Angerer. Der Ettenberger musste sich in St. Moritz nur Olympiasieger André Lange geschlagen geben. | |
Im Ziel auf der einzigen Natureisbahn der Welt mussten sie sich nur ihren Teamkollegen um Andre Lange (Suhl) mit 0,25 Sekunden nach zwei Läufen beugen. »Die deutschen Bobs sind auf der ältesten Bobbahn heute geflogen«, stellte der amerikanische Bobexperte John Morgan fest. Tief enttäuscht war dagegen die Mannschaft um Thomas Florschütz (Riesa) und die neue deutsche Hoffnung Richard Adjei (Ramsau). Nach der Startbestzeit von 5,12 Sekunden, ex aequo mit dem Team von Lange, blieb der Bob im frühen Eis von St. Moritz förmlich stecken. »Das ist ein spezifisches Problem der Bahn. Über Nacht bildet sich durch den Frost eine rauhe Oberfläche.
Erst nach etwa fünf Bobs und mit Hilfe der Sonne kommt eine glatte und schnelle Bahn zustande«, erklärt der zweimalige Olympiasieger Christoph Langen, der mit einem ausgekugelten linken Schultergelenk nach St. Moritz kam, die Tücken der Bahn. »Wir hatten die Startnummer 1. Da hast du keine Chance. Draculas Rache«, sagte Adjei in Anspielung auf den Dracula Club von Gunther Sachs, der sich am Start der Bobbahn befindet.
Am Ende reichte es für Deutschland 2 nicht einmal für den zweiten Lauf der schnellsten 20 Bobs. Beim Weltverband lag ein Antrag auf eine Startgruppenverschiebung aufgrund der bekannten Witterungseinflüsse vor, der auch vom Deutschen Verband unterstützt wurde. Die FIBT, der Weltverband, reagierte erneut nicht einmal darauf.
Am Samstag verpassten Karl Angerer/Alexander Mann nur um 6/100 Sekunden Rang drei in der Zweierbobentscheidung. Thomas Florschütz/Richard Adjei belegten Rang sechs hinter Lange und Rush auf der mit 150 Stundenkilometern schnellsten Bahn des Weltcups.
Manuel Machata (Ramsau) kam beim Europacup in Cesana am Samstag im EMC-Buchbinder-Playboy-Vierer auf Platz drei, nachdem er am Mittwoch mit dem siebten Platz sein schlechtestes Saisonergebnis hinnehmen musste. »Im Zweier habe ich total verwachst, das ging voll in die Hose«, sagt Machata, der seine Führung in der Gesamtwertung allerdings verteidigen konnte.
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