Eine Million für eine moderne Oberschicht

Berchtesgaden: (6. Februar 2010) - Eine Frage beschäftigte Einheimische und Urlauber dieser Tage ganz besonders? Was ist in der weißen Halle auf dem Parkplatz vor dem Kurhaus? Zutritt hatten nämlich nur Teilnehmer der Deutschen Asphalttage, die von Mittwoch bis gestern Freitag in Berchtesgaden stattgefunden haben. Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat sich hinein gewagt und das Geheimnis gelüftet. In der Halle stand der eine Million teure Prototyp einer Asphaltmaschine der Firma Dynapac. Und Espresso gab's auch.

 
  

Da steht er, der Prototyp der Dynapac DF 145 CS mit TP-2500-Aufbau. Wert: etwa eine Million Euro.

Bei der monströsen Asphaltiermaschine handelt es sich um eine DF 145 CS mit verstärktem Fahrwerk und einem CM-2500-Aufbau. Sie ist quasi die kleine Schwester des großen Geräts, ideal für Landstraßen. Der Prototypen der Firma Dynapac wird einem breitem Publikum erst im April auf der Messe »Bauma« in München vorgestellt. Berchtesgaden war somit die Weltpremiere. Aber was macht diese Maschine so besonders? Was kann sie eigentlich? Der »Anzeiger« will es wissen und fragt den technischen Berater Frank Junold. Der freundliche Mittvierziger legt sofort mit seinen Ausführungen los. Man fühlt sich ein bisschen wie beim Neuwagenkauf. Mit dem Unterschied, das man kein Wort von dem versteht, was der gute Mann sagt.
Also erklärt Frank Junold die Vorzüge der Maschine so, dass man sie auch als Nicht-Bauingenieur kapiert. »Mit der Hälfte an Material, Personal und Zeit schafft diese Maschine eine Straßendecke von extrem hoher Qualität.« Und wie geht das? »Die Maschine verbindet die beiden oberen Schichten des Belags, die so genannte Binder- mit der Deckschicht«, erklärt Junold mit glänzenden Augen. Aber nicht nur das. Das Gerät verzahnt die beiden Schichten miteinander, was die Haltbarkeit verdoppelt. »Spurrinnen? Keine Chance. Da verschiebt sich nichts mehr«, ereifert sich der Techniker.
Und dann gerät Frank Junold richtig ins Schwärmen. Er kommt auf den offenporigen Asphalt zu sprechen. »Da ist die Gischt weg. Gigantisch.« Ach so. Und warum? »Weil das Regenwasser sofort in den Asphalt eindringt und dann seitlich abläuft.« Außerdem sei der offenporige Asphalt viel leiser, wenn Autos darauf fahren. Apropos fahren. Kann Frank Junold das Gerät steuern? »Ja, natürlich«, sagt er nur und lehnt sich lässig an die DF 145 CS.
cfs