Sparsamer Streusalzeinsatz

Berchtesgadener Land: (13./14.Februar 2010) - Von der deutschlandweiten Streusalzknappheit sind auch die fünf Gemeinden des Talkessels betroffen (wir berichteten). Die einen mehr, die anderen weniger. Berchtesgaden hat diese Woche noch eine Lieferung des begehrten Guts ergattert. Worüber sich Marktschellenberg freute. Denn die Marktgemeinde bekam einen Teil des Salzes ab. Schönau am Königssee wartet seit zwei Wochen auf eine Lieferung. In der Ramsau kauft der Bauhof Sackware. Am besten steht Bischofswiesen da. Eine Firma aus Österreich liefert prompt und reichhaltig.

 

Die Streusalzknappheit führe noch nicht zu Sicherheitsproblemen auf den Straßen, betont Klaus Rosenberger vom Berchtesgadener Bauhof. Wichtige Stellen wie Kreuzungen, Steilstrecken und Fußgängerüberwege würden kräftig gesalzen. »Wir dürfen halt nicht prassen.« Nächste Woche soll wieder eine Fuhre kommen.
Ziemlich gut schaut die Versorgungslage in Bischofswiesen aus. Alleine am Mittwoch und Donnerstag seien drei Lieferungen angekommen. Allerdings nicht vom ürsprünglichen Lieferanten Südwestsalz in Heilbronn, sondern aus Österreich. »Wir haben da einen zuverlässigen Lieferanten gefunden«, freut sich Geschäftsleiter Rupert Walch. 250 Tonnen gehen in die Streusalzhalle beim Bauhof. An die 100 Tonnen sind derzeit drin. Rupert Walch schätzt, dass diese Menge bei extremem Winterwetter sieben bis zehn Tage ausreicht. Einen kleinen Nachteil bringt der österreichische Versorger mit sich: Er verlangt mehr.
Nicht ganz so gut, aber auch nicht verzweifelt, ist die Lage in der Ramsau. »Wir fretten uns jetzt schon seit vier Wochen«, erzählt Kämmerer Alois Resch. Ende vergangener Woche sei wieder eine Lieferung gekommen. Exakt eine Lkw-Ladung passt in das 25-Tonnen-Silo. Nicht viel. »Wir sind auf kurzfristige Lieferungen angewiesen«, so Resch. Was derzeit schwierig ist. Deshalb greift der Ramsauer Bauhof immer wieder auf Sackware zurück. »Das ist teuer und aufwendig«, erklärt der Kämmerer, »läuft aber soweit ganz gut.« Den Jahresverbrauch an Streusalz beziffert Resch mit 80 bis 120 Tonnen. Michael Hofreiter vom Schönauer Bauhof klingt resigniert. »Wir haben nicht mehr allzu viel«, verrät er. Seit zwei Wochen wartet er schon auf eine Lieferung. Der Splitt steht schon bereit. »Keine Sorge, noch haben wir die Lage im Griff.« Christian Fischer