Wir sind durch unser Können

Berchtesgadener Land: (15. Februar 2010) - »Sie sind jetzt der Spezialist mit der entsprechenden Qualifikation. Eben jemand, der es gelernt hat und zu dem man Vertrauen haben muss«, sprach Schulleiterin Rosa Mayer bei der Abschlussfeier am Freitagvormittag den 138 Entlassschülern und -schülerinnen zu. Darunter waren als stärkste Berufsgruppe heuer die Kfz-Mechatroniker mit 67 Absolventen. Mit Musik, besinnlichen Gedanken und Berichten von neuen Projekten verliehen die Schüler dem Anlass selbst eine feierliche Note. Zahlreiche Bürgermeister oder deren Stellvertreter, Vertreter der Kirchen, des Handwerks, der Kreditinstitute, der Ausbildungsbetriebe, benachbarter Schulen, der Ämter und weiterer Institutionen sowie Eltern füllten zusammen mit den jungen Leuten die Schulaula.

 
  

Die fünf Staatspreisträgerinnen.

Fleißig lockerte den Festakt ein von sechs Schreinern und Zimmerern selbst initiiertes »Berufsschulorchester« mit Ziach, Basstuba, Flügelhorn und Klarinette auf. Sie üben schon für ihren Auftritt in Dänemark im April im Rahmen des EU-Projekts der Berufsschule. Einleitend dankte Studiendirektor Hermann Kunkel dem Landkreis als Sachaufwandsträger für die energetische Sanierung. »Im letzten Sommer glich der ganze Ostflügel einem Rohbau. Jetzt haben wir neue Fenster mit automatischem Sonnenschutz, neue Türen, neue Gänze, die unsere Maler-Schüler toll gestaltet haben. Es ist warm und zieht nicht mehr«, berichtete er.
Rudolf Schaupp, der den zur Olympiade nach Vancouver verreisten Landrat Georg Grabner vertrat, zeigte sich erfreut, dass die Tourismusberufe sehr stark vertreten sind. »Sie alle sind dann ein Botschafter für diesen Landkreis, der ja vom Tourismus geprägt ist«, betonte er.
Eine Andacht gestaltete Studiendirektor Karl Ott mit seinen Kindern Christina am Klavier und Michael am Saxophon sowie Andrea Kroiß und Cornelia Malik aus der WBÜ13. Diese regte anhand von Ereignissen des vergangenen Jahres, vom S-Bahn-Helden Dominik Brunner bis zum 20. Mauerfall-Jubiläum, zum Nachdenken an, was neben Wettbewerb im Leben zählt: Zivilcourage, Verantwortungsbewusstsein und Fantasie.
Viel Fantasie bewiesen auch als »Gastkünstler« Seppi Wenzl und Manuel Aicher von der Hauptschule Bad Reichenhall. Sie kommen nächstes Jahr an die Berufsschule und haben mit ihrer Klassenlehrerin Madgalena Perez-Moreno im Rahmen des oberbayernweiten Schulprojektes »Wir sind Tourismus« einen originellen Film über den Besuch des Kochteams im Reichenhaller Hotel Neu-Meran gedreht. Nach dessen Vorführung zeigten sie noch mit den Musikanten einen Plattler. Die Berufsschüler Estella Pötzl, Lena Seibold, Svenja Hansen und Georg Hochrainer präsentierten Ausschnitte aus ihrer im Rahmen desselben Projektes erstellten Mappe zur Vorstellung der Tourismus-Berufe. Als Beispiele, wie man in diesen Karriere machen kann, präsentierten sie vier ehemalige Schüler: »live« Florian Ofner, mit 20 bereits Vize-Restaurantleiter und Ausbilder im Radisson Blu Axelmannstein in Bad Reichenhall, und Martin Rudholzer, Chefkoch im Neu-Meran, sowie in Form einer Projektion Stefan Zapletal, der mit seiner Frau Gabi das Vier-Sterne-Plus-Hotel Alpenhof in Schönau leitet, und Bernhard Kern aus Saaldorf-Surheim: Er kochte im Kempinski bei Schuhbeck, in renommierten Hotels in China und tritt derzeit seine neue Stelle in Dubai an. »Wir sind durch unser Können auf der ganzen Welt gefragt«, so das Resümee der Projektgruppe.
Das neue Angebot »Berufsschule plus«, bei dem Schüler parallel zur Ausbildung die Hochschulreife erwerben können, die schneller das Fachabitur erwerben, fundierte Kenntnisse in Mathe, Englisch und Physik erwerben sowie verantwortungsvollere Aufgaben im Betrieb übernehmen wollen, legte Tamara Niederstrasser allen ans Herz. Gute Wünsche der SMW sprachen Lisa Reinsberger und Robert Gnadl aus, der symbolisch auch die 1 120 Euro vom Weihnachtsbazar zugunsten bedürftiger Familien und Einzelpersonen an die Caritas übergab.
»Macht es nicht eine Freude zu sehen, wie offen, fröhlich und zugleich innovativ, traditionell und verantwortungsbewusst unsere junge Generation sein kann?«, zeigte sich Mayer in ihrer Rede beeindruckt. Sie hob den Stellenwert qualitativ hochwertiger Facharbeit hervor, mit der die Absolventen »das Aushängeschild ihres Betriebes beim Kunden« seien, und ermutigte die Eltern, ihren Kindern etwas zuzutrauen und die Jugend zu fördern.
Abschließend ehrte die Oberstudiendirektorin zusammen mit Studiendirektor Arnold Eder und Rudolf Schaupp die 19 Preisträger. vm