Endlich haben wir unseren Hero

Vancouver/Schönau am Königssee: (16. Februar 2010) - Für Bürgermeister Stefan Kurz ist er ein Held. Schließlich holte Rennrodler Felix Loch in der Nacht von Sonntag auf Montag (Sonntag, 17.30 Uhr, Ortszeit) die erste Olympia-Goldmedaille nach Schönau am Königssee. Stefan Kurz war bei der Entscheidung in Whistler live dabei und feierte anschließend ausgiebig im »Kufenstüberl«. Dem »Berchtesgadener Anzeiger« schilderte der Rathauschef am Telefon die Stimmung auf der Gold-Party.

 
  

Der jüngste Rodel-Olympiasieger »aller Zeiten« kommt aus Berchtesgaden: Felix Loch jubelt über seine Goldmedaille.

»Bei uns ist es jetzt 23.20 Uhr und hier ist die Hölle los«, so ein begeisterter Stefan Kurz. Sechs Stunden zuvor war er mit seiner Frau Evi, Landrat Georg Grabner, BGLT-Chef Stephan Köhl und anderen Fans aus der Heimat am Eiskanal von Whistler gestanden und hatte dort die souveräne Leistung seines Gemeindebürgers Felix Loch und die Silberfahrt von David Möller live miterlebt. »Das ist schon eine gewaltige Sache, wenn man als Bürgermeis-
ter der Gemeinde hier dabei sein kann, deren Name nun in die Welt hinausgetragen wird.« Für Stefan Kurz sind diese Tage in Vancouver eine besondere Erfahrung, schließlich gab es dort die erste Olympia-Goldmedaille für die Gemeinde Schönau am Königssee überhaupt. Hilde Gerg war bei ihrem Olympiasieg 1998 in Nagano nämlich noch Gemeindebürgerin von Lenggries gewesen.
»Auf diesen Tag haben wir lange gewartet. Endlich haben wir unseren Hero«, jubelte Stefan Kurz im »Kufenstüberl«. Natürlich erhofft sich der Bürgermeister durch den Olympiasieg von Felix Loch nun auch Rückenwind für die Olympiabewerbung. »Das stärkt auch den Bahnstandort«, bekräftigte Stefan Kurz am Telefon, während neben ihm die Feierlichkeiten in vollem Umfang weitergingen. Auch der bayerische Sportminister Siegfried Schneider war zum Gratulieren gekommen. Eine wichtige Person fehlte allerdings bei der feucht-fröhlichen Party: Georg Hackl, einer der engsten »Verbündeten« von Felix Loch, stand bereits wieder an der Bahn und beobachtete die Trainingsfahrten der deutschen Doppelsitzer. Der Bischofswieser: »Feiern kann ich auch noch, wenn die Rodel-Wettbewerbe zu Ende sind.«
Eine Idee, wie die Gemeinde den Olympiasieg Lochs honorieren könnte, hat Bürgermeister Stefan Kurz bereits. Auf die entsprechende Frage eines Journalisten soll der Bürgermeister geantwortet haben: »Wir hätten da noch ein Grundstück, aber das kann ich nicht alleine entscheiden. Da muss der Gemeinderat zustimmen.« Sicher weiß der Rathauschef, dass er Olympia jetzt entspannt und in vollen Zügen genießen kann. Heute geht's erstmal zum Abfahrtslauf der Herren und dann steht in Whistler noch die große Siegerehrung an, bei der Felix Loch seine Goldmedaille erhält. »Natürlich werden wir dabei sein und ein großes Transparent aufrollen mit dem Schriftzug: ›Das Berchtesgadener Land grüßt Felix Loch‹«.
Dabei hatte für den Rathauschef der Kurzurlaub, der am Donnerstag schon wieder zu Ende geht, gar nicht so erfreulich begonnen. Der Tod des Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili aus Georgien hatte auch die Berchtesgadener Delegation erschüttert. Kurz: »Das war schon ein Schock für uns. Aber so traurig das alles ist: Es muss halt weitergehen.« Erleichtert waren schließlich alle darüber, dass es aufgrund der Streckenverkürzung keine weiteren Unfälle mehr gab. Und mit seinem grandiosen Sieg hat Felix Loch seinem Gemeindeoberhaupt das schönste Geschenk gemacht. Kurz: »Die Reise hat sich jedenfalls gelohnt.« Jetzt freut sich der Bürgermeister schon auf den 4. März: Dann will das Berchtesgadener Land seine erfolgreichen Olympioniken auf einem gemeinsamen Empfang in Berchtesgaden ehren.

Ulli Kastner