Wachbleiben für Anja in der Gänsgrube

Schönau a. Königssee: (22. Februar 2010) - Trotz langer Nacht dürfte im Hause Klausner von Freitag auf Samstag keiner müde geworden sein. Schließlich hatten die in der Gänsgrube versammelten Verwandten und Freunde von Anja Huber allen Grund zum Feiern. Als die Schönauer Skeletonpilotin nach bangen Minuten die Bronzemedaille in der Tasche hatte, ließen sogar Oma und Opa die Korken knallen. Nur Anja Hubers Eltern Gabi (geborene Klausner) und Hans Huber fehlten in der geselligen Runde. Doch die hatten in Vancouver im Umfeld ihrer Tochter sicher ausreichend Gelegenheit zum Feiern.

 
  

Familie und Freunde von Anja Huber waren bestens auf eine lange Nacht vorbereitet. Und das Warten hat sich gelohnt.

»Es hat schon sehr lange gedauert, bis Skeleton endlich dran war. Aber das Warten hat sich gelohnt«, bekannte Georg Klausner, der Bruder von Anja Hubers Mama Gabi. Im Hause Klausner wurden in der Nacht zum Samstag wahre Freudentänze aufgeführt. Und Oma Klausner freute sich riesig für ihre Enkelin: »So richtig hatten wir ja nach dem verpatzten dritten Lauf nicht mehr mit einer Medaille gerechnet. Umso größer war dann die Freude über die Medaille, die sich die Anja ja immer so sehr gewünscht hat.«
Katja Klausner hat alle wichtigen Wettkämpfe ihrer Cousine in den letzten Jahren aufgenommen. Dazu kommen jetzt die Läufe in Vancouver, die schließlich zur Bronzemedaille führten. Katja wird alles auf CD brennen und diese Anja Huber bei ihrer Ankunft in der Heimat überreichen. Schließlich genießt Anja bei ihrer Cousine größten Respekt: »Wir haben doch mitbekommen, wie gezielt sich die Anja auf die Spiele vorbereitet hat. Die Medaille hat sie sich redlich verdient. Wir haben den Abend sehr genossen und sind gerne für unsere Anja wach geblieben. Dass es am Ende sogar doch noch für eine Medaille gereicht hat, hat uns alle sehr gefreut und auch sehr stolz gemacht«, erklärte die Cousine später.
Sogar Onkel Rudi Klausner, der seit dem letzten Jahr in der Einsamkeit von Nordschweden eine neue Heimat abseits von allem Rummel gefunden hat, wurde gut 2 000 Kilometer entfernt in die Familienfeier eingeschlossen. Als man ihn telefonisch erreichte, war Rudi gerade dabei, bei 30 Grad minus Holz zu machen, denn im Sommer wird er wieder zwei, drei Monate in Berchtesgaden verbringen. So muss er halt jetzt schon das Holz für den nächsten skandinavischen Winter machen. Trotz nordschwedischer Einsamkeit war Rudi Klausner jedoch bereits über den Erfolg seiner Nichte informiert worden. Schließlich kann ein Nachbar im Achtseelendorf den Sender »Eurosport« empfangen.
Die Klausners, von denen Anja Huber mütterlicherseits abstammt, sind insgesamt eine sehr sportliche Familie. Oma Gabi war in ihrer Jugend eine exzellente Skiläuferin. Seit vielen Jahren schießt sie beim BEC Berchtesgaden erfolgreich mit dem Eisstock. »Irgendwo müssen die Gene ja herkommen«, meinte die Oma lächelnd, die auf die weitere Enkelin Carina verweist, die eine sehr gute Kletterin sei. Alle Klausners freuen sich schon riesig auf die Rückkehr der erfolgreichen Familienangehörigen und wollen Anja einen gebührenden Empfang bereiten. Und beim großen Empfang in Berchtesgaden wird auch die Bevölkerung Gelegenheit haben, Anja zu beglückwünschen.  cw