Vergebliches Warten auf Katy

Bischofswiesen: (26. Februar 2010) - Warten, warten, warten. Wer Katy Hölzl und den anderen deutschen Damen am Mittwochabend beim olympischen Riesenslalom die Daumen drücken wollte, der brauchte viel Geduld. Auch die rund 100 Freunde und Angehörigen, die sich zum »Public Viewing« im »Aschauer Wirt« eingefunden hatten, fieberten zu später Stunde dem zweiten Durchgang entgegen. Doch Katy & Co. fuhren nicht mehr, der zweite Durchgang wurde auf gestern Donnerstag verschoben (Ergebnis stand bis Redaktionsschluss nicht fest).

 
  

Auch der Bayerische Rundfunk mit Redakteurin Julia Lösch wurde von Bürgermeister Toni Altkofer unverrichteter Dinge verabschiedet, nachdem der olympische Riesenslalom abgebrochen worden war.

Zunächst ging es am Mittwoch recht schnell, denn Katy Hölzl ging mit der Startnummer eins ins olympische Rennen. Schnell wurde es laut im »Aschauer Wirt«, denn Katy fuhr gut. Allerdings war den Fans auch klar, dass die im ersten Lauf auf Rang 10 gelegene Bischofswieserin im zweiten Durchgang eine Traumfahrt benötigen würde, um noch aufs Stockerl zu fahren. Größere Chancen hatten da schon Viktoria Rebensburg auf Rang 6 und Maria Riesch auf dem 7. Platz. Um so größer war die Spannung im Saal vor dem zweiten Durchgang.
Doch die Nacht solllte noch lang werden im »Aschauer Wirt«. Immer wieder hieß es »verschoben«. Nebel im Streckenbereich verhinderte den Start des zweiten Durchgangs. Als die Zeit immer weiter fortschritt und sich allgemeine Müdigkeit breit machte, lichteten sich in der Bischofswieser Gaststätte allmählich die Reihen. Viele, die am nächsten Tag arbeiten mussten, verabschiedeten sich vorzeitig. Und sie haben nichts versäumt, denn zu später Stunde war klar, dass in dieser Nacht keine Riesenslalom-Olympia-Siegerin mehr gekürt werden sollte. Der zweite Lauf wurde um einen Tag verschoben. Zeit für Katy Hölzl, sich neu zu ordnen, um den Generalangriff von Platz zehn Richtung Spitze zu starten.
»Schade, jetzt ist der ganze Rahmen zerrissen, um gemeinsam zu feiern. Aber es gibt eine neue Chance«, sagte Bernhard Heitauer, Vorstand des WSV Bischofswiesen. Von einer neuen Chance für alle sprach auch Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer, der in jungen Jahren selbst einmal im Weltcup gestartet ist. Auch Katys Mama Gitti Hölzl war froh, dass das Rennen abgebrochen wurde und ihre Tochter so vielleicht unter günstigeren Umständen ihre neue Chance suchen könne. So gab es auch für die in Bischofswiesen angereisten Journalisten am Mittwoch keine große Story. Wie viele andere musste auch der Bayerische Rundfunk ohne die großen Jubelszenen im Kasten wieder abziehen. Gestern Donnerstag wollten alle vor dem Fernseher erneut die Daumen drücken. Diesmal allerdings in entspannterer Atmosphäre zu Hause. Zwei so nervenaufreibende Nächte hintereinander sind auch kaum zu verkraften. cw/Ulli Kastner