Steuersenkung für mehr Qualität nutzen

Bad Reichenhall/Berchtesgadener Land: (26. Februar 2010) - Als »wichtigen Impuls« deutete Johannes Hofmann, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (BHG), in der Jahreshauptversammlung die Senkung der Mehrwertsteuer für die Hotellerie auf 7 Prozent. Damit diese nachhaltig bestehen bleibe, sei die Branche freilich in einer Bringschuld: »Es muss uns der Nachweis gelingen, dass die Entlastung sinnvoll und zum Vorteil aller Beteiligten, auch anderer Branchen, als branchenübergreifendes Konjunkturprogramm genutzt wird.« In den gut besuchten Räumen des historischen Landgasthofs »Hotel Hofwirt« wurde die Kreis-Vorstandschaft des BHG für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. 1. Vorsitzender bleibt Johannes Hofmann, 2. Vorsitzende Dagmar Haider aus Piding und 3. Vorsitzender Wolfgang Bartels aus Ramsau. Aus Berchtesgaden kommen der alte und neue Schriftführer Wolfgang Spiesberger sowie Kassier Franz Brams.

 

Um tatkräftige Unterstützung der Olympia-Bewerbung bat Dr. Thomas Birner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft
und überbrachte die Grüße des nach Vancouver mit Jetlag geplagten Landrats Georg Grabner. Eine gute gastronomische Infrastruktur sei hier ein wichtiges Standbein. Zudem warb Birner dafür, die Senkung der Mehrwertsteuer für Investitionen, Qualitätssteigerung und gute Ausbildung der Mitarbeiter zu nutzen.
Massiv kritisierte Johannes Hofmann die »populistische Stimmungsmache« gegen die Hotellerie, die nur gegen Wettbewerbsnachteile gekämpft habe. Es gebe bereits 420 Betriebe deutschlandweit und 20 in der Region 18, die Investitionen angekündigt haben und auch zum Teil schon umsetzen. Aufträge ans heimische Handwerk seien sehr wichtig im Sinne des Regionalprinzips. Sinn der Senkung seien nicht Preisreduzierungen, sondern eine Stärkung der Eigenkapitaldecke und somit Verbesserung des Banken-Ratings, was mehr Qualität, Renovierungen, Modernisierungen, Produktverbesserungen, mehr Weiter- und Ausbildung sowie bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter ermögliche. So werde die Abwanderung von Fachkräften ins Ausland gestoppt. Eie Ansiedlung neuer Vier- bis Fünf-Sterne-Betriebe werde attraktiver. Der Kreisvorsitzende appellierte an seine Kollegen, auch auf mehr Imagewerbung, bessere Online-Buchbarkeit und Sterne-Klassifizierung zu setzen.
Diese Maßnahmen sind für Hofmann angesichts der Übernachtungszahlen umso wichtiger. Zwar seien 2009 die Gästeankünfte gestiegen - im Kurbezirk Bad Reichenhall-Bayerisch Gmain von 130 714 auf 132 481 und in der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee von 379 041 auf 387 058. Doch die Übernachtungen seien wegen rückläufiger Aufenthaltsdauer gesunken - im Kurbezirk von 915 303 auf 904 628 und in Berchtesgaden-Königssee von 2 145 491 auf 2 110 630. Um die Bettenauslastung zu halten, brauche der Landkreis daher jährlich zwei bis vier Prozent mehr Gäste.

Hofmann dankte allen Gastwirten für die Unterstützung der Sieben-Prozent-Kampagne. Der BHG werde intensiv für Gleichbehandlung kämpften, auch bei anderen Wettbewerbsverzerrungen wie Gema- und GEZ-Gebühren, letzteres ein Thema, das auch ein Berchtesgadener Ferienwohnungsvermieter ansprach. Jeder Urlauber zahle doch daheim sowieso schon seine Rundfunkgebühren, argumentierte dieser.

Zu Gast waren auch Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, der der Branche Rückenwind durch den Erfolg der Steuersenkungskampagne wünschte, Kurdirektorin Gabriella Squarra, stellvertretende BHG-Bezirksgeschäftsführerin Alexandra Huber und Karin Eiden, in der Hauptgeschäftsstelle für Grundsatzfragen zuständig. Eiden warb angesichts des am 4. Juli geplanten Volksentscheids zum Rauchverbot um Unterstützung der Initiative des BHG-Bezirksvorsitzenden Franz Bergmüller zur Erhaltung der bayerischen Wirtshauskultur. Geehrt wurden für 20 Jahre Treue zum Verband Rudolf Stanger vom Dürrlehen in Maria Gern und für 40 Jahre Elly Landvogt vom Hotel Alpina in Bad Reichenhall. vm