Halmich nimmt es mit Wagner auf

Marktschellenberg: (6. März 2010) - Jetzt ist es amtlich: Franz Halmich tritt für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) und die Ländliche Wählergemeinschaft (LWG) bei den Marktschellenberger Bürgermeis-erwahlen am 25. April an (wir berichteten kurz). In der gemeinsamen Nominierungsveranstaltung der beiden politischen Gruppierungen am Donnerstagnachmittag im Gasthaus »Almbachklamm« wurde der 45-Jährige mit 45 von 46 Stimmen gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

 
  

Volle Unterstützung für den gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Franz Halmich (2.v.l.): FWG-Chef Peter Hüttinger (l.), LWG-Gemeinderat Siegfried Hinterbrandner und sein Kollege Franz Kranawetvogl.

Schnell musste es gehen an diesem Nachmittag. Und das aus zwei Gründen: Zum einen mussten die Wahlunterlagen bereits am Donnerstagabend im Schellenberger Rathaus sein. Zum anderen durfte FWG-Chef Peter Hüttinger, der auch der Vorsitzende des Skiverbandes Chiemgau ist, den Olympia-Empfang im Berchtesgadener Kur- und Kongresshaus nicht verpassen. Doch es ging alles ganz schnell. Die Wahl leitete Josef Sunkler. Als Wahlhelferinnen fungierten Gitti Walch und Carmen Zauner. Mit 45 von 46 Stimmen wurde Franz Halmich schließlich zum Kandidaten ernannt.
»Er ist ein Kandidat, den wir schätzen«, lobte Hüttinger. Zuversichtlich äußerte sich auch der Wahlleiter: »Ich bin sehr zuversichtlich, dass du nicht schlecht abschneiden wirst.« Der Vorsitzende der Landkreis-FWG, Stefan Weber, sagte: »Der Kreisverband steht hinter dir. Die Unleidlichkeiten in Marktschellenberg müssen ein Ende nehmen.« Konkreter wurde es an diesem Nachmittag allerdings nicht. Denn eines war von Anfang an klar: Wahlkampf war in der Nominierungsversammlung tabu. »Wir freuen uns jetzt erst einmal darüber, dass wir einen Kandidaten haben«, betonte Peter Hüttinger.
Und dieser Kandidat stellte sich der Runde erstmal vor. Franz Halmich, ein gebürtiger Schellenberger, arbeitet seit 15 Jahren im Landratsamt Berchtesgadener Land. Der studierte Informatiker leitet dort das Sachgebiet Information- und Kommunikationstechnik. Deshalb wisse er, wie man sich in einem Amt bewegen müsse. Außerdem kenne er die kommunalen Strukturen. Zuvor war Franz Halmich als Unternehmensberater in München, unter anderem bei BMW tätig. »Aber ich bin kein Großstadtmensch, deshalb wollte ich ins schöne Marktschellenberg zurück«, so Halmich.
In seiner Freizeit betreibt der Informatiker viel Sport: Bergwandern, Mountainbiking, Basketball beim TSV. »Außerdem lese ich gerne englische Krimis. In meinem Beruf brauche ich diese Sprache permanent«, sagte er dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Franz Halmich ist verheiratet und hat drei Kinder. Er war noch nie in einer politischen Partei. Allerdings hatte Halmich bei der vergangenen Kommunalwahl auf der CSU-Liste für den Marktschellenberger Gemeinderat kandidiert, den Einzug in das Gremium aber nicht geschafft. Mit dem Wahlkampf möchte der Bürgermeisterkandidat erst Ende März beginnen. Zuvor müsse er erst noch einige berufliche Dinge klären. Denn der Entschluss, für das Amt des Marktschellenberger Bürgermeisters zu kandidieren, sei erst am vergangenen Wochenende gefallen. Die Motivation? »Es ist immer schlecht, wenn es nur einen Kandidaten gibt. Bei einer Wahl muss es eine Wahlmöglichkeit geben. Deshalb braucht man mindestens zwei Kandidaten«, ist sich Franz Halmich sicher. Außerdem sei die »Unruhe in Marktschellenberg nicht das, was ich mir für meine Gemeinde wünsche«. Deshalb lautet Halmichs Leitspruch: »Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.« Christian Fischer