Bahnumbau auch im Hinblick auf Olympia 2018

Schönau a. Königssee: (15. März 2010) - Die Abrissarbeiten an der Kunsteisbahn am Königssee haben begonnen. In diesen Tagen werden der alte Auslauf und die Echowandkurve (K16) des Eiskanals abgebrochen. Ein langfristiges Umbau- und Sanierungskonzept für den Zeitraum bis 2016 soll den Königsseer Eiskanal auch olympiatauglich machen.

 
  

Eine entscheidende Neuerung der Kunsteisbahn am Königssee wird die Kurve 16 (alte Zielkurve) sein. Gerade greift der Bagger an, um die Stahlbeton abzutragen.

Nachdem das Kühlmittel aus den Bahnrohren abgesaugt und unter dicken Metallplatten sicher vertäut wurde, ging es am Königssee in der letzten Woche mit dem Abriss der unteren Bahnteile los. Viel Baustahl und Beton muss entsorgt werden, ehe es an den Neubau der verschiedenen Etappen geht.
Am 13. Dezember soll die erste Probefahrt stattfinden, schließlich finden im Januar Bob-Weltmeisterschaften im neuen Eiskanal statt. Um die Öffentlichkeit über die Maßnahmen am Königssee zu informieren, lud Landrat Grabner zu einer Informationsveranstaltung an die Bahn ein.
 »Wir beginnen mit dem Rückbau des Bahnkörpers ab der Kurve 15 und weiter nach oben in den alten Auslaufbereich. Ferner wird die Ammoniakfernleitung rückgebaut und aus Sicherheitsgründen erneuert. Entlang der Bahn bekommen wir auch eine neue Energieversorgung, weil die Kabel alt und von der Dimension her zu schwach sind. Hinzu kommt eine neue Trafostation im Bereich Jodlerweg. Ferner wird eine neue Beschallung und Beleuchtung gebaut. Neu werden auch die Straßen entlang der Bahn und teilweise der Parkplatzbereich sowie die Bahnwasserversorgung und Trinkwasser für das Startgebäude. Auch ein Kanal kommt hinzu, so dass wir mit den breiteren Straßen auf das Wiesenniveau neben der Bahn kommen«, erklärte Bahnchef Markus Aschauer.
Landrat Grabner bezeichnete das Zeitfenster für den Bahnumbau als begrenzt, zeigt sich jedoch überzeugt, dass pünktlich zum 13. Dezember wieder gefahren werden kann. Eine mögliche Vergabe der Winterspiele 2018 an München (die Entscheidung wird im Juli 2011 im südafrikanischen Durban getroffen) spielt bei den Um- und Neubauten auch eine große Rolle. »Natürlich planen und bauen wir so, als ob wir Olympische Spiele bekommen. Wir müssen nämlich jederzeit in der Lage sein, das olympische Modul nahtlos draufzusetzen. Bei Olympia ist alles etwas größer, da müssen wir die Voraussetzungen für das Internationale Olympische Komitee schon jetzt mit in unsere Überlegungen einbeziehen«, erläuterte Bahnchef Aschauer. Die Bob- und Rennrodelbahn am Königssee war im Jahr 1969
die erste Kunsteisbahn der Welt. Für 21,7 Millionen Euro wird die Bahn in den nächsten Monaten modernisiert und  für die Münchner Kandidatur um die Olympischen Winterspiele 2018 fit gemacht. Neben dem Landkreis
Berchtesgadener Land beteiligen sich Bund und Freistaat Bayern an der Finanzierung der Sanierung. Der erste Projektzeitraum läuft bis ins Jahr 2012. Bis dahin sind neben der Sanierung der Anlage eine Verlängerung des Zielauslaufes und der Neubau der Kurve 16 geplant. Bis zum Jahr 2014 ist der Neubau der Startbahn vorgesehen, die mit Fertigstellung bis zum Jahr 2016 in einer Halle geplant ist.
Die Königsseer Bahn war Austragungsort von vielen großen internationalen Meisterschaften in Rodel, Bob und Skeleton. Die Krönung könnten knapp 70 Jahre nach der ersten Fahrt die Olympischen Winterspiele 2018 München mit den Wettbewerben in Rodel, Bob und Skeleton sein.  cw