Wirtschaft

Dax auch ohne Wall Street über 11.800 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag wieder etwas Mut gefasst. Nach der mauen Vorwoche ging es für den Dax letztlich um 0,60 Prozent auf 11.827,62 Punkte bergauf, obwohl die zuletzt tonangebende Wall Street feiertagsbedingt geschlossen blieb und somit keine Impulse lieferte.

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Positive Wortmeldungen aus der Politik gab es zur schwelenden griechischen Schuldenkrise.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes erreichten am Montag sogar weitere Höchststände: Der MDax nahm seine jüngst unterbrochene Klettertour wieder auf und erzielte mit 23.469,98 Punkten eine Rekordmarke. Zum Schluss lag der Index der mittelgroßen Unternehmen 0,66 Prozent im Plus bei 23.453,99 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDax verabschiedete sich 0,59 Prozent höher bei 1899,27 Punkten - davor hatte er mit 1900,47 Punkten den höchsten Stand seit fast 16 Jahren erreicht.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es zum Wochenauftakt lediglich um 0,11 Prozent auf 3312,39 Punkte hoch. In Paris und London schlossen die nationalen Indizes wenig verändert.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem mahnte bei der laufenden Überprüfung des griechischen Spar- und Reformprogramms zur Besonnenheit. «Es gibt bis zum Sommer keinen akuten Finanzierungsbedarf», sagte er kurz vor einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz warnte, dass Europa sich in der Griechenland-Krise keine erneute Eskalation erlauben könne, während Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble laut eigener Aussage mit einer Einigung der bislang zerstrittenen internationalen Geldgeber über weitere Hilfen rechnet.

Wieder aufflammende Übernahmespekulationen um die Mobilfunktochter T-Mobile US beflügelten die Aktien der Deutschen Telekom: Mit plus 2,46 Prozent eroberten sie die Dax-Spitze. Schon am Freitag waren die Papiere der Tochter im US-Handel auf ein Rekordhoch gestiegen. Medienberichten zufolge wäre der japanische Technologiekonzern Softbank bereit, die Mehrheitsbeteiligung an seiner US-Mobilfunktochter Sprint aufzugeben, um diese mit der Telekom-Tochter zu fusionieren.

Derweil belastete die geplatzte Mega-Übernahme von Unilever durch den US-Lebensmittelriesen Kraft Heinz die Konsumgütertitel: Beiersdorf und Henkel lagen mit Kursverlusten von 1,66 beziehungsweise 0,79 Prozent am Dax-Ende. Vor dem Wochenende hatte die gesamte Branche deutlich von Übernahme- und Fusionsfantasien profitiert.

Schlusslicht im MDax waren die Aktien von Covestro, die 4,30 Prozent einbüßten. Nachdem die Bayer-Kunststofftochter im Schlussquartal 2016 positiv überrascht und über einen starken Jahresstart 2017 berichtet hatte, nutzten Anleger offenbar das jüngste Rekordhoch der Aktie, um Kasse zu machen. Neben Befürchtungen über eine Geschäftsverschlechterung im späteren Jahresverlauf sorgten neue Spekulationen über einen Ausstieg des Mutterkonzerns für Verkaufsdruck.

Dagegen bescherten abgesagte Fusionsplänen in Afrika Steinhoff ein Kursplus von 5,29 Prozent und den ersten Platz im MDax. Der Möbel- und Handelskonzern will sein Afrika-Geschäft nun doch nicht mit der afrikanischen Supermarktkette Shoprite zusammenlegen. Die beteiligten Parteien hätten sich nicht auf einen Preis einigen können, hieß es. Mit dem geplanten Zusammenschluss hätte der 75 Jahre alte südafrikanische Milliardär Christoffel Wiese seine Beteiligungen neu geordnet. Er ist bei beiden Unternehmen Großaktionär.

Die Aktien von Bertrandt gehörten mit plus 2,70 Prozent zu den Favoriten der Anleger im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen. Trotz verfehlter Gewinnerwartungen im ersten Geschäftsquartal 2016/17 habe der Ingenieurdienstleister für die Autobranche den Ausblick bestätigt, schrieb Analyst Michael Punzet von der DZ Bank. Spitzenreiter war aber der Indexneuling Bet-at-home: Die Aktien des Online-Sportwettenanbieters erreichten bei 107,80 Euro ein Rekordhoch und schlossen 3,20 Prozent fester bei 106,50 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 142,60 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,10 Prozent auf 164,60 Zähler. Der Euro notierte bei 1,0622 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0616 (Freitag: 1,0650) Dollar festgesetzt.

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