Lokalnachrichten BGL

Ein dreiviertel Meter Schnee auf den Bergen

Berchtesgaden – Mit aller Wucht kehrte in den letzten Tagen der Winter zurück.

  • »Eis-Café« mitten im Markt.
  • 28 Zentimeter Schnee auf einem Faselsberger Terrassentisch.
  • Apfelbaum, vor dem Frost geschützt.
  • Alle Plätze besetzt vor der Grünsteinhütte.
  • Eis kratzen Mitte April.
  • Tulpenpracht mit weißen Hüten.

Alle, die sich bereits auf den Frühling eingestellt hatten, mussten noch einmal umdenken. Viele schützten ihre Obstbäume und andere Pflanzen vor Frost, am Jenner mussten die Arbeiten an der Erstellung der Baustraße vorübergehend eingestellt werden und die für 1. Mai geplante Kehlsteineröffnung wird erst einmal verschoben. Dafür könnte sich die Skitourensaison vielleicht noch etwas verlängern.

Lawinenwarnstufe 3, also erhebliche Lawinengefahr, herrschte gestern in den Berchtesgadener Alpen. An Skitouren wird da kaum einer gedacht haben, aber so manch einer kalkuliert für die nächsten Tage vielleicht doch noch mit einer Skibesteigung des Watzmann-Hochecks, die in der aktuellen Saison noch kaum möglich war. Immerhin sind in den letzten Tagen in Hochlagen bis zu einem dreiviertel Meter Schnee gefallen.

So hoch lag die weiße Pracht bei minus zwölf Grad gestern auch im Bereich der Jennerbahn-Bergstation, wie Betriebsleiter Wilfried Däuber zu berichten weiß. Im Bereich der Mittelstation, die im Zuge des Jennerbahn-Neubaues aktuell bereits abgerissen wird, lag immerhin auch ein halber Meter. Die Abrissarbeiten gingen hier bei minus acht Grad dennoch weiter. »Die Baggerkabinen sind beheizt, da ist das kein Problem«, erklärt Däuber. Und doch werden die Bahnbauarbeiten am Jenner von den heftigen Schneefällen etwas eingebremst. »Erdbewegungen sind momentan nicht möglich«, erklärt Betriebsleiter Däuber. Deshalb mussten die Bauarbeiten zur Erstellung der Baustraße erst einmal bis Montag eingestellt werden. Aktuell ist man damit bis in den Bereich zwischen Wasserfallalm und Spinnerkaser vorgedrungen.

Mit den Schneemassen kämpfte man in den letzten Tagen auch am Kehlstein. Noch am Mittwoch hatte man die Straße bis zum Parkplatz ausgefräst, weil noch viele Vorbereitungsarbeiten für die anstehende Saison zu erledigen sind. Als dann am Donnerstagmorgen ein dreiviertel Meter Schnee lag, hat man alle Arbeiten sofort eingestellt. »Die Lawinengefahr ist aktuell zu groß«, so Betriebsleiter Hans Kogler. Eigentlich hätte die Saisoneröffnungsfahrt für geladene Gäste am nächsten Freitag stattfinden sollen, die Eröffnung Deutschlands höchster Buslinie war für den 1. Mai geplant – so früh wie noch nie. Daraus wird nun nichts. »Wir werden um eine Verschiebung nicht herum kommen. Am Montag wollen wir entscheiden, wann wir aufmachen«, sagt Geschäftsführer Michael Wendl von der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK).

Schließlich sind die Felsputzer immer noch nicht ganz fertig, die hölzernen Leitplanken hat man aus Sicherheitsgründen teilweise durch Metallplanken ersetzt, die Betonsockel verstärkt. »Hier ist noch einiges zu tun«, erklärt Betriebsleiter Kogler. Und auch Kehlsteinhaus-Wirt Norbert Eder hat noch viel Arbeit vor sich, bis die Gäste aus aller Welt wieder bei ihm einkehren können.

Entspannter war die Verkehrslage trotz ebenfalls winterlicher Verhältnisse im Tal. Obwohl viele Autofahrer bereits mit Sommerreifen unterwegs waren, verzeichnete die Polizeiinspektion Berchtesgaden keine Unfälle, die auf falsche Bereifung zurückzuführen waren. »Es war trotz winterlicher Verhältnisse sehr ruhig«, sagt Inspektionsleiter Wilhelm Handke. Der Schönauer hat festgestellt, dass sich die Einheimischen zumeist sehr gut auf die Verhältnisse einstellen können. Vielleicht machte es der eine oder andere auch wie Handke selbst: Der ging am Mittwoch zu Fuß zur Arbeit, weil er auf seinem Auto ebenfalls schon Sommerreifen aufgezogen hat.

Vermehrt sah man in den letzten Tagen Plastikfolien über Sträuchern und Obstbäumen, mit denen die Eigentümer ihre Pflanzen gegen den Frost schützen wollten. Auch Schneeschaufeln und Eiskratzen an den Autofensterscheiben waren zuletzt wieder angesagt. Und in den höheren Lagen wie am Roßfeld und am Faselsberg fuhren wieder die Schneepflüge. Ulli Kastner

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

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