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»Ich kämpfe seit zehn Jahren für mehr Personal«

Berchtesgaden – Ein dritter Nationalpark in Bayern? Scheint möglich. Bevor dieser verwirklicht wird, fordert Landrat Georg Grabner lautstark, dass der bestehende Nationalpark in Berchtesgaden mit ausreichend Stellen versorgt wird.

  • Im »Haus der Berge« fehlen zwei Saisonstellen, um die große Nachfrage nach Führungen stillen zu können. (Foto: Pfeiffer)

»Ich habe nichts dagegen, wenn irgendwo in Bayern ein dritter Nationalpark geplant wird«, sagt Landrat Georg Grabner im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Der Plan eines solchen hat Grabner nach eigener Aussage zwar zunächst »auf die Palme gebracht«. Aber nur, weil ein anderes Problem noch nicht abschließend geklärt werden konnte. Grabner mahnt an, dass zunächst der bereits bestehende Nationalpark in Berchtesgaden »vernünftig mit Personal ausgestattet werden soll«.

Im Vergleich mit dem Bayerischen Wald sei der hiesige Nationalpark »deutlich schlechter aufgestellt«. Hier arbeiten in etwa 100 Mitarbeiter, im Nationalpark Bayerischer Wald sind es doppelt so viele. Darüber hinaus gibt es in Berchtesgaden nur ein Besucherzentrum, im Bayerischen Wald gibt es zwei. Und auch in Sachen »Jahresetat« scheint der Nationalpark in Niederbayern deutlich besser ausgestattet zu sein. Über 15  Millionen Euro stehen dort zur Verfügung, in Berchtesgaden sind es weniger als die Hälfte.

Für Landrat Grabner Anlass dazu, etwas deutlicher zu werden: »Ich kämpfe seit mehr als zehn Jahren dafür, dass Berchtesgaden endlich mehr Personal bekommt«, sagt dieser. Bislang erfolglos. »Die Nachfrage nach Nationalpark-Führungen ist gewaltig, aber das Personal fehlt.« Nur mithilfe von studentischen Hilfskräften könne die Nachfrage einigermaßen gestillt werden. Mit Nachdruck fordert er nun, dass etwas geschieht und Dr. Michael Vogel, der Chef des Nationalparks Berchtesgaden, mehr Personal zugeteilt bekommt. Das zuständige Ministerium habe bereits Kontakt aufgenommen und sich erkundigt, wie groß der Stellenmangel sei. »Vielleicht hat man es ja jetzt verstanden«, so Grabner.

Das bestätigt auch Dr. Michael Vogel im Gespräch mit dieser Zeitung. »Wir wurden aufgefordert, im Nachtragshaushalt den konkreten Stellenbedarf zu äußern«, sagt er. Viereinhalb Stellen hat Vogel nachgefordert, darunter zwei Saisonstellen, die wiederum für die Führungen im Nationalpark und im Haus der Berge verwendet werden, sowie eine weiterführende Projektstelle. Ergänzt wird die Aufschlüsselung noch durch eine Stelle innerhalb des Datenmanagements – »und zusätzliche Geldmittel für die Weiterführung von Projekten« wollte Vogel auch.

Die Antwort, was er von einem dritten Nationalpark überhaupt hält, fällt ähnlich aus wie die des Landrats: »Grundsätzlich finde ich es gut, dass über einen dritten Nationalpark nachgedacht wird.« Dieser soll womöglich im Spessart in Unterfranken verwirklicht werden. Kilian Pfeiffer

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

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