Lokalnachrichten BGL

»Explorer«-Hotel nimmt weitere Hürde

Schönau am Königssee – Das Projekt »Explorer«-Hotel auf dem Wölflerfeld nahm am Dienstag im Gemeinderat Schönau am Königssee eine weitere Hürde. Das Gremium behandelte die im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Nachbarn. Vor allem die Anlieger hatten deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie mit dem Hotelbau direkt vor ihren Grundstücken nicht glücklich sind. Dennoch leitete der Gemeinderat mit 13:7 Stimmen die nächste Runde im Bebauungsplanverfahren ein.

  • 66 Meter lang, 17 Meter breit und zwölf Meter hoch – diese Dimensionen wird das »Explorer«-Hotel haben, das nun wohl auf dem Wölflerfeld realisiert werden wird. Diese Fotomontage hatte Nachbar Karl-Heinz Schaumann in Auftrag gegeben. Sie entspricht den Darstellungen, wie sie auch die Gemeinderäte am Dienstag präsentiert bekamen. Auch Landratsamt und Städteplaner hatten sich für diesen Standort ausgesprochen. Simulation: privat

Die Meinungen über den besseren Standort für das Hotelprojekt gehen weiterhin ausein-ander. Bereits im März dieses Jahres hatte man im Gremium heftig darüber diskutiert, ob das Design-Hotel auf der landwirtschaftlichen Fläche westlich der Hofreitstraße oder auf dem Wölflerfeld im Anschluss an die bestehende Bebauung realisiert werden sollte. Gegen die Stimmen der Freien Wähler und eines CSU-Gemeinderats hatte sich das Gremium schließlich für das Wölflerfeld entschieden. Dass er diesen Standort nach wie vor für falsch hält, bekräftigte Richard Lenz (Freie Wähler) am Dienstag: »Wenn ich mir das so anschaue, dann muss ich sagen, dass unsere Entscheidung gegen das Wölflerfeld und für die westlich gelegene Fläche damals richtig war«.

Mittlerweile hat das Gremium auch dem Kaufvertrag mit der Explorer-Hotels Entwicklungs GmbH für die 7 000 Quadratmeter Grund zugestimmt, wobei hier auch einige Mandatsträger der Freien Wähler grünes Licht gegeben hatten. Eine Tatsache, die Franz Graßl (CSU) für einen Angriff gegen die Freien Wähler nutzte: »Ich frage mich, warum einige Freie Wähler dem Kaufvertrag zugestimmt haben, obwohl sie eigentlich gegen diesen Standort sind«. Die Antwort von Richard Lenz: »Wir wurden damals überstimmt und haben uns schließlich dieser demokratischen Entscheidung gebeugt.«

Ansonsten verlief die Diskussion sachlich. Einwände waren von den Trägern öffentlicher Belange ohnehin nicht gekommen. Deutlich wurde beispielsweise, dass die gesetzlichen Schallschutzwerte deutlich eingehalten werden. Vonseiten des »Explorer«-Hotels wird man – auch als Pufferzone zur bestehenden Bebauung – eine Obstwiese als Ausgleichsfläche unterhalten. Der Abstand zwischen dem neuen Hotel und den bestehenden Gebäuden wird somit zwischen 23 und 28 Metern betragen.

Verständnis signalisierte Bürgermeister Stefan Kurz für die Sorgen der Nachbarn, die sich mit einem umfangreichen Fragenkatalog an die Gemeinde gewandt hatten. Sie äußerten Skepsis an der Wirtschaftlichkeit des Hotels und warnten, dass Bausünden dieser Art nicht wiedergutzumachen seien. Bürgermeister Kurz verwies jedoch auf die Erfahrungen mit dem »Explorer«-Hotel in Nesselwang, wo die Belegung sehr gut sei und große Zufriedenheit herrsche. Letztendlich kam Bürgermeister Stefan Kurz aufgrund der frühzeitigen Beteiligung im Bebauungsplanverfahren zu der Auffassung, dass der Hotelstandort auf dem Wölflerfeld von den Experten nicht infrage gestellt werde.

Das sah Beppo Maltan (Freie Wähler) anders. Der forderte die Verwaltung dazu auf, den Bürgern das 66 Meter lange, 17 Meter breite und zwölf Meter hohe Bauwerk vor Augen zu führen. »Sonst heißt es, was habt Ihr denn da wieder gebaut?« Und Maltan fügte an: »Mit dem anderen Standort hätten wir das Problem mit den Nachbareinwendungen nicht gehabt.«

Seine Meinung geändert hat – in Anbetracht der Computersimulation – auch August Stengle (CSU), der dem Projekt bislang noch zugestimmt hatte. »Wenn ich das so sehe, dann kann ich dem Hotel nicht mehr zustimmen«, sagte Stengle. Die weiteren Gegenstimmen kamen von Josef Springl (CSU) sowie Beppo Maltan, Richard Lenz, Johann Schwaiger, Johann Hölzl und Markus Koll (alle Freie Wähler). Ulli Kastner

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

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