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Was passiert nun mit den Urnen aus Traunstein?

Zwei aus Traunstein stammende Urnen ließen unbekannte Gäste am 12. April in einem Wormser Hotelzimmer zurück. Was geschieht nun mit den Urnen?

Update, 21. April:

Nach dem Fund zweier Urnen in einem Hotel in Worms gibt es neue Angaben zur Herkunft der Behältnisse. Die Feuerbestattung Südostbayern GmbH in Traunstein bestätigte bereits, dass die Toten, deren Asche sich in den Urnen befindet, in den Jahren 2002 und 2007 in Traunstein eingeäschert wurden. Auf Anforderung eines Friedhofs im ungarischen Budapest seien die Urnen einem Bestattungsunternehmen übergeben worden, um in Budapest beigesetzt zu werden. Das passierte aber offenbar nicht.

Beisetzung wohl in Budapest

Die Urnen waren laut einem Sprecher des Wormser Hotels von einer Frau und deren Sohn zurückgelassen worden, die in ihre Heimat Österreich abgereist waren und einen Teil der Rechnung nicht bezahlt hatten. Bei den Toten könnte es sich demnach um die Eltern der Frau handeln. Auf den Behältern hatten Namen und der Ort der Einäscherung gestanden. Falls sich die Hinterbliebenen nicht noch meldeten, würden die Urnen in Worms beigesetzt, sagte ein Stadtsprecher. dpa

Update, 12. April:

Wie es am Mittwoch in einer Pressemitteilung von der Feuerbestattung Südostbayern hieß, waren die Verstorbenen 2002 beziehungsweise 2007 im Auftrag des selben Bestattungsunternehmens in Traunstein eingeäschert worden. Beide Urnen wurden dem Bestattungsunternehmen anschließend zur Beisetzung auf einem Friedhof in Budapest ausgehändigt. Das ergaben Recherchen im Einäscherungsbuch. ka

Erstmeldung, 11. April:

Dass Hotelgäste etwas zurücklassen, kommt schon mal vor. Zwei Urnen sind den Inhabern eines Hotels in Worms aber noch nie geblieben: Sie gehören einer Mutter und ihrem Sohn aus Österreich, die laut Wormser Zeitung im November 2016 im Ort gestrandet waren, Auto kaputt und kaum Geld in den Taschen. In einer Nacht- und Nebel-Aktion wollten sie nach ein paar Wochen ganz plötzlich mit dem Nachtzug nach Wien abreisen und baten darum, einen Teil ihres Gepäcks dalassen zu dürfen. Den Hoteliers kam das komisch vor, sie waren aber froh, die dubiosen Gäste loszuwerden.

Als Mutter und Sohn auch nach etlichen Wochen das Gepäck noch nicht abgeholt hatten, schauten die Hotelbesitzer nach und entdeckten die zwei Urnen, ordentlich versehen mit den Namen der Verstorbenen, den Geburtsdaten sowie den Einäscherungsdaten in Traunstein. Offenbar handelt es sich um die Eltern der Frau.

In Deutschland besteht eine Bestattungspflicht. Es ist illegal, Urnen zu Hause aufzubewahren. Auch in Österreich gilt grundsätzlich eine Bestattungspflicht. In manchen Bundesländern können Urnen mit Genehmigung aber auch zu Hause oder in der Natur bestattet werden. Auf diesem Weg könnten Mutter und Sohn in den Besitz der Urnen gelangt sein. Wie die Feuerbestattung Südostbayern GmbH in Traunstein betont, bekämen bei ihnen nie Privatpersonen Urnen ausgehändigt. Sie hätten nur mit Bestattern zu tun.

Die Mitarbeiter des Wormser Friedhofamtes versuchen nun herauszufinden, wo die Verstorbenen eigentlich hätten bestattet werden sollen. Laut Aufschrift auf den Urnen sind die Personen bereits 2002 und 2007 gestorben. Und nicht genug: in den Kartons fand sich noch eine dritte Einäscherungsbescheinigung von einem Münchner Krematorium, dazu aber keine passende Urne. Wenn sich nicht herausfinden lässt, wo sie bestattet werden sollten, werden sie auf dem Hauptfriedhof in Worms zu Grabe getragen. ka

Quelle: Traunsteiner Tagblatt

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