Sportler Hautnah

Tommy Fischer - „So möchte ich nicht abtreten, ich habe noch eine Mission.“

Sein Vater ist die Biathlonlegende Fritz Fischer. Aufgewachsen ist Tommy Fischer mit seinen zwei Brüdern. Keiner der drei Fischers hat den Weg zum Biathlon gefunden. Tommy rast lieber mit den Alpinskie steile Abhänge hinunter.


Tommy hat sich schon früh für eine Karriere im alpinen Skisport entschieden. Biathlon ist für den heute 30-jährigen kein Thema gewesen. 2009 ist der Ruhpoldinger vom Ski Alpin zum Skicross gewechselt. Damals ist Skicross gerade als neue Trendsportart durchgestartet. „Skicross hat mich sofort fasziniert“, erzählt er. Es ist der Kampf Mann gegen Mann, der den Reiz ausmacht. 1.200 Meter ist die Piste lang, in einer Minute ist alles vorbei. Bei einem Höhenunterschied von bis zu 250 Meter sind künstliche Hindernisse zu überwinden. Bis zu vier Meter sind die Crosser in der Luft. „Da wird einem alles abverlangt, viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht“, erklärt Fischer.

Tommy Fischer - Bild: Siegi Huber

 Zeit zum Nachdenken hat der 30-jährige allerdings viel gehabt. „Zu viel“, wie er sagt. Immer wieder haben ihn Verletzungen aus der Bahn geworfen. Meistens hat es das Knie erwischt. Vor einem Jahr hat es ihn bei einem Sturz wieder richtig „zerlegt“. Zunächst haben die Ärzte nichts gefunden. „Da ist nichts, das ist eine Kopfsache“, haben ihm die Mediziner einreden wollen. Erst Dr. Martin G. Mack aus München mit Praxis am Gelände des FC Bayern hat Tommy  helfen können. Er hat festgestellt, dass im Knie der Knorpel fehlt. Zwei Optionen hat der Sportler nun gehabt. Den Knochen anbohren und somit die Karriere beenden oder den Restknorpel entfernen. Fischer entschied sich für die zweite Variante. „Dein rechtes Knie ist wie ein Auto, das nur auf Felgen unterwegs ist“, so die niederschmetternde Diagnose. Doch der Ruhpoldinger ist ein Kämpfer. „So möchte ich nicht abtreten, ich habe noch eine Mission.“ Die heißt Olympische Spiele 2018. Deswegen quälte er sich im Sommer durch die Reha im Medical Park in Bernau. Nach drei Kreuzbandrissen, Meniskus- und Innenbandverletzungen hat er gewusst, auf was er sich einlässt. Es scheint aber bei den Fischers in den Genen zu sein, dass sie „Stehauf-Männchen“ sind.

Tommy Fischer

Bild: Tim Hronek

Jetzt im Januar will er wieder im Weltcup starten. Ab sofort heißt es Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sammeln. Außerdem gefällt es Fischer, mit den jungen Sportlern im Team zusammenzuarbeiten. „Die Jungen orientieren sich gerne daran, was meine Erfahrung betrifft. Das gebe ich gerne weiter.“ Für sein Comeback tut er wirklich alles. Im Herbst hat ihn sogar der Papa Fritz als Trainingspartner unterstützt. „Der ist fit wie ein Turnschuh und hat mich richtig gefordert“, erzählt er schmunzelnd. Bei so viel familiärer Fürsorge wird es mit dem Comeback von Tommy Fischer auf alle Fälle klappen. Wir drücken dafür ganz fest die Daumen. Siegi Huber

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