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Das Museum der Moderne Salzburg zeigt Kinetik in der Kunst

Bewegung, Körper und Licht

Was Kinetik in der Kunst bedeutet, davon können sich Besucher in der Ausstellung im Museum der Moderne auf dem Salzburger Mönchsberg ein umfassendes Bild machen. Die Begriffe »Foto« und »Kinetik« stammen aus dem Griechischen und bedeuten Licht und Bewegung. Auf Ebene 2 werden die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen in der Verbindung von Bewegung, Körper und Licht vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart in einer umfassenden Werkschau vorgestellt.

Helene von Taussig stellt mit ihren Zeichnungen den deutschen Tänzer Harald Kreutzberg dar. (Foto: Museum der Moderne)

Besucher sollten genügend Zeit mitbringen, um sich von den unterschiedlichen Medien überraschen zu lassen, die dieses interessante Zusammenspiel in so verschiedener Weise darstellen: Kinetische Objekte, Performances und Filmarbeiten, Fotogramme und Fotografien, Lithografien und Zeichnungen. Aus den vielen Namen, die hier präsent sind, fallen bei den Zeichnungen besonders die eindrucksvollen Bewegungsstudien von Helene von Taussig ins Auge, die den deutschen Tänzer Harald Kreutzberg darstellen.

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In seiner Farblithografie »Rhythmen« vereint der Surrealist Max Ernst in Farbe und Linien prägnant die Variationen und Stimmigkeit rhythmischer Bewegungen des menschlichen Körpers. Viele Fotografien halten Menschen, Tiere oder Objekte in der Bewegung fest, entweder in einer treffenden Momentaufnahme oder in Bewegungsabläufen, die aneinandergereiht werden, so von Eadweard Muybridge in »Bockspringender Mann«.

An einer eigens für Fotografien und Fotogramme eingerichteten Wand kann der Betrachter nachvollziehen, wie ein Fotogramm entsteht, beispielsweise an Christian Schads Bild »Negapos«. In einer eigenen Technik werden mehr oder weniger transparente Objekte zwischen einen lichtempfindlichen Film oder – wie hier – auf ein PE-Fotopapier und eine Lichtquelle gebracht und belichtet, wobei keine Kamera verwendet wird und so spezielle Effekte erzielt werden. Neben weiteren kameralosen Fotografien findet besonders der fotografisch interessierte Besucher Beispiele fotografischer Stillleben mit Licht und Schatten, verschiedene Licht- und Bewegungsstudien sowie Experimente mit Doppel- und Langzeitbelichtungen.

Als kinetisches Objekt fällt nicht allein durch seine Größe das Mobile von Dorit Margreiter ins Auge, ein sich ständig bewegendes und sich veränderndes Kunstobjekt, das aus unterschiedlichen geometrischen Teilen in verschiedenen Materialien und Formen bestehend im Raum schwebt. Je nach Luftbewegung und Lichteinfall stellt es sich immer neu dar.

Die transparenten Lichtobjekte von Brigitte Kowanz übersetzen die Beziehung von Licht und Schatten in den dreidimensionalen Raum. Diese Künstlerin vertritt Österreich auf der Biennale von Venedig.

Eine Vielfalt künstlerischer Experimentierfreude zeigen auch die Werke, die eine Art »Bewegungsumkehr« fordern, indem sich nicht das Objekt selbst bewegt oder Bewegung darstellt, sondern der Betrachter animiert wird, sich selbst vor dem Objekt zu bewegen, um dadurch dessen Veränderung wahrzunehmen, sei es in der Form, in seiner Farbe oder dessen Licht – eindrucksvoll zu erleben bei Simone Fortis, »Huddle« (Zusammendrängen) oder den Hinterglasmontagen von Marc Adrian.

Termine für kostenlose Führungen gibt es im Internet unter www.museumdermoderne.at. Helga Mikosch