weather-image
28°

Kaum Standorte für Freiflächen-Photovoltaikanlagen

0.0
0.0

Grabenstätt. Vor einiger Zeit hat Marco Schwögler aus Kraimoos angemeldet, eine Photovoltaik-Freiflächenanlage, einen Solarpark, im Bereich der ehemaligen Kiesgrube südlich von Kraimoos errichten zu wollen. Sein Anliegen stieß bereits in einer der vorhergehenden Gemeinderatssitzungen auf breite Zustimmung. Es werde aber vorausgesetzt, möglicherweise geeignete Standorte im ganzen Gemeindegebiet zu ermitteln.


Der Auftrag dazu war an das Ingenieurbüro Markert in Nürnberg gegangen, dessen Schwerpunkte in der Stadtplanung und im Solar- und Windenergiebereich liegen. Peter Markert stellte das Ergebnis des Solargutachtens nun in der jüngsten Gemeinderatsitzung vor. Bei der Frage, welche Bereiche überhaupt für solche Freiflächenanlagen infrage kommen, seien »klare Vorgaben« aus dem bayerischen Landesentwicklungsprogramm einzuhalten gewesen. Das »Anbindungsgebot bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen« lasse es nämlich nur in Ausnahmefällen zu, dass diese im Außenbereich gebaut werden können, um eine Zerschneidung von weitgehend ungestörter Landschaft zu vermeiden. Außenbereiche kämen nur dann infrage, wenn es bei den entsprechenden Flächen eine »gewisse Vorbelastung« gebe, so Markert. In solchen vorbelasteten Zonen seien PV-Anlagen eher mit den Zielen der Raumordnung (Landes- und Regionalplanung) vereinbar als in landschaftlich hochwertigen Räumen.

Anzeige

Nach Abwägung aller Kriterien sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass für Freiflächen-Photovoltaik in Grabenstätt »nicht mehr viele Bereiche übrig bleiben«. So komme beispielsweise das komplette westliche Gemeindegebiet als bedeutsame Kulturlandschaft nicht infrage. Auch die südlich von Grabenstätt gelegenen Gebiete seien nicht geeignet. Die acht verbleibenden Eignungsflächen seien bei Kraimoos, Schmidham, Erlstätt, Innerlohen, Marwang, Obereggerhausen und Grabenstätt.

»Da ist schon der ein oder andere Bereich dabei, der äußerst problematisch ist«, kommentierte Bürgermeister Georg Schützinger das »heute nur zur Kenntnisnahme« vorgestellte Gutachten. Im Mühlbachtal sei das aus seiner Sicht »unvorstellbar« und auch auf dem Höhenrücken bei Langenspach »wird sicher nichts gehen«, so der Rathauschef.

Die gesetzliche Regelung, dass Freiflächen-Photovoltaikanlagen in einem eng begrenzten Korridor von 110 Metern beidseits der Autobahn- oder Eisenbahntrasse angesichts vorbelasteter Flächen möglich sind, greife im Falle Grabenstätts nicht, da es sich dort an der A 8 um ein »schönes und wertvolles Kulturlandschaftsgebiet« handle, beantworte Markert eine Frage von Anton Mayrhofer (Freie Wähler Grabenstätt/FWG). Dessen Kollege Joseph Pfeilstetter (UWU) sprach von einem »überragenden Argument, denn wir leben auch vom Tourismus und unserer schönen Landschaft«. Einige der vorgestellten Eignungsflächen »schließen sich meiner Meinung nach von selbst aus«, weil es sich um landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen bester Art handle, betonte Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe Erlstätt).

»Bewerten sie die Ergebnisse und Vorschläge einfach aus ihrer Sicht und treffen sie dann in der nächsten Sitzung für sich eine Entscheidung«, wandte sich der Referent abschließend an die Gemeinderäte. Es wäre schön, wenn man dann ohne weitere Sitzung in das Verfahren einsteigen könne, um das Ganze »stringent durchzuziehen«, so Markert. mmü