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Nächtlicher Dauereinsatz für die Feuerwehren – Abgerissene Strom- und Telefonleitungen

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Traunstein: Sturmtief "Sabine" sorgt für Dauereinsatz der Feuerwehren – Abgerissene Strom- und Telefonleitungen
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Foto: FDL/Lamminger
Traunstein: Sturmtief »Sabine« sorgt seit dem Morgen wieder für Einsätze in der Region
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Ein Baum stürzte am Morgen auf die Kreisstraße TS 26 bei Tettenhausen. (Foto: FDL/Lamminger)

Landkreis Traunstein – Besonders viel Arbeit erwartete die Feuerwehren des Landkreises Traunstein am Dienstag – den europäischen »Tag des Notrufes« – wegen des Sturmtiefs »Sabine«. Am Montag wurden die Feuerwehren im Landkreis rund 50 mal alarmiert. Am Dienstag sind mit fast 90 Einsätzen beinahe doppelt so viele angefallen. Der Großteil entfiel dabei auf die Nacht- und Morgenstunden. Knapp die Hälfte der 80 Feuerwehren im Landkreis war im Einsatz, um Sturmschäden zu beseitigen.


2009 wurde der Notruf-Tag eingeführt, um den Bekanntheitsgrad der der Notrufnummer »112« auszubauen. Wegen des Sturms wurde die Nummer in den letzten Tagen sehr häufig gebraucht.

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Update, 17 Uhr: Tageszusammenfassung

Mit dem erneuten Einsetzen des Sturmes in den frühen Morgenstunden zogen zeitgleich die »112-Alarmierungen« an. Zwischen 2 Uhr und 8 Uhr forderte die Integrierte Leitstelle in Traunstein eine Feuerwehr nach der anderen an. Aufgrund der Vielzahl an Einsätzen wurde das sogenannte »Flächenlagenkonzept« des Landkreises erneut aktiviert, was eine vereinfachte Einsatzabwicklung sowie die Nacherfassung von »nicht alarmierten« Einsätzen ermöglicht.

Als erste Feuerwehr rückte um 2.03 Uhr die Feuerwehr Petting mit neun Einsatzkräften zu ihrem ersten Einsatz an diesem Tag aus. Ein umgestürzter Baum behinderte auf der Kreisstraße TS 32 die Durchfahrt. Eine zusätzliche Bereitschaft ist am Feuerwehrhaus verblieben.
Anschließend wurde die Feuerwehr Hart alarmiert. Zwei mächtige Fichten blockierten die Strecke zwischen Tabing und Knesing.
In Kirchanschöring war die Feuerwehr mit 25 Mann im Einsatz. Die Einsatzkräfte waren insgesamt an fünf Einsatzstellen gefordert, umgefallene Bäume von den Gemeinde- und Kreisstraßen im Ortsgebiet zu entfernen.

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Foto: FDL/Lamminger

Um 3.16 Uhr wurde die Feuerwehr Traunstein alarmiert. Im Stadtgebiet sind in der Nacht insgesamt 16 Einsätze angefallen. 15 Feuerwehrkräfte beseitigten mehrere umgestürzte Bäume sowie Verkehrshindernisse wie Mülltonnen, umgefallene Bauzäune, Fahnenmasten und Verkehrsschilder. In dieser Zeit erfolgten die Alarmierungen im Minutentakt. Daneben wurden auch die Feuerwehren Seeon, Wonneberg, Heiligkreuz, Pittenhart, Freutsmoos, Seebruck, Törring, Asten, Truchtlaching, Tittmoning, Peterskirchen, Kay, Surberg und Siegsdorf alarmiert, um Unwetterschäden zu beseitigen.

Die Feuerwehr Lampoding rückte mit 14 Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen aus, als ein Baum »Am Rehwinkel« auf die Fahrbahn zu stürzen drohte. Die Gefahr wurde von den Einsatzkräften beseitigt.
Mit 18 Kräften war später die Feuerwehr Waging im Einsatz, um drei mächtige Bäume im Bereich Haslach zu entfernen. Sie wurden dabei vom Bauhof der Marktgemeinde unterstützt. In Trostberg rückten die Ehrenamtlichen ebenfalls zu einem Einsatz aus. Zwölf Einsatzkräfte wurden nach Hochwies nahe dem Krankenhaus Trostberg zu einem umgestürzten Baum alarmiert.

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Foto: FDL/Lamminger

Die Bahnstrecke Traunstein–Garching war wegen eines umgefallenen Baumes auf Höhe Aichmühle blockiert. Ein Güterzug kam rechtzeitig zum Stehen und konnte seine Fahrt nach der Entfernung des Baumes durch die Feuerwehr Tacherting fortsetzen. Nur wenig später hieß es erneut »Einsatz für Florian Tacherting«: An einem Wohnhaus hat sich die Verkleidung eines Kamines gelöst und drohte herunterzufallen.

In Fridolfing riss ein umstürzender Baum eine Telefonleitung herunter. Die Feuerwehr beseitigte den Baum und übergab die Einsatzstelle dem Telekommunikationsunternehmen.

Die Feuerwehr Pierling hatte zwei Einsätze. Zwischen Kirchstätt und Hurtöst ist lag ein Baum auf der Kreisstraße TS 1. Zudem ist in der Nähe eines Reiterhofes ein Baum auf eine Stromleitung gefallen. Hier hatte die Feuerwehr Sicherungsmaßnahmen ergriffen und auf den Netzbetreiber gewartet. Dieser hat dann den Schaden in Eigenregie behoben. Die Feuerwehr Grassau wurde am Vormittag zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage gerufen. Die Feuerwehr Schnaitsee meldet insgesamt sieben Einsätze von umgestürzten Bäumen. Diese wurden zusammen mit den Mitarbeitern des örtlichen Bauhofs und einem Traktor behoben. Zudem war zusätzlich eine Löschgruppe als Bereitschaft am Feuerwehrhaus.

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Foto: FDL/Lamminger

In Obing ragten mehrere Bäume gefährlich über die Fahrbahn. Die alarmierten Einsatzkräfte beseitigten die Gefahr. In der Gemeinde Engelsberg waren die Feuerwehren Engelsberg und Maisenberg bei insgesamt acht Einsätzen gefordert. Sie waren mit 20 Einsatzkräften fast drei Stunden beschäftigt, alle Alarmierungen abzuarbeiten. Unterstützt wurden sie von mehreren Landwirten mit ihren Traktoren und Ladern.

Die Feuerwehr Taching wurde dreimal zu umgestürzten Bäumen alarmiert. Der erste Einsatz war im Bereich Hirschpoint, gut eine Stunde später waren die Einsatzkräfte auf der Strecke nach Holzhausen gefordert. Nahe der Ortschaft Planthal lagen mehrere Bäume quer über die Straße und wurden beseitigt.

Gegen 11 Uhr mittags wurden fast zeitgleich die Feuerwehren Lindach und Schnaitsee alarmiert. In Willertsham bei Trostberg drohte ein entwurzelter Baum auf die Fahrbahn zu fallen und auf der Staatsstraße 2357 blockierte auf Höhe Rinkertsham ein mächtiger Baum die Straße.

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Foto: Feuerwehr Traunstein

Kurz nach Mittag wurde die Feuerwehr Palling alarmiert. Ein Baum hing in der Steiner Straße gefährlich über die Fahrbahn und musste entfernt werden. Zeitgleich rückte die Feuerwehr Tettenhausen zu ihrem zweiten Einsatz an diesem Tag aus. Nahe der Ortschaft Hahnbaum blockierte ein Baum die Fahrbahn.

In Traunreut wurden zur gleichen Zeit die Ehrenamtlichen zur Unterstützung des Rettungsdienstes gerufen. Die Feuerwehr Traunreut wurde kurze Zeit später noch einmal zu einem Einsatz gerufen. Die Blechverkleidung eines Kamines hatte sich gelöst und drohte herunter zu fallen. Gegen 15.30 Uhr wurden die Feuerwehren Chieming und Ising zu einem Verkehrsunfall mit vier beteiligten Autos alarmiert.

Auch am zweiten Tag des Sturmes »Sabine« kam es zum Glück zu keinerlei Personenschäden. Größere Sachschäden wurden bis jetzt ebenfalls nicht gemeldet. Darüber hinaus waren auch am zweiten Tag die Feuerwehren im nördlichen Bereich deutlich häufiger gefordert, als die im Süden.

Kreisbrandrat Christof Grundner zieht auch über den zweiten Tag bislang eine insgesamt positive Bilanz. »Die Feuerwehren sind sehr professionell mit diesem Großeinsatz umgegangen und haben ihre Einsätze sicher abgearbeitet«, so der oberste Brandschützer im Landkreis. Darüber hinaus zeigt er sich hoch erfreut, dass es trotz der gefährlichen Arbeit zu keinerlei Unfällen im Einsatz gekommen ist. »Dies zeige einmal aufs Neue, dass unsere Ehrenamtlichen eine solide Ausbildung besitzen um alle Einsatzherausforderungen gut zu meistern.«

Bereits am Montagabend waren die Feuerwehren Inzell und Lampoding alarmiert worden. Beide Feuerwehren mussten Bäume von der Fahrbahn entfernen. Die Feuerwehr Chieming wurde indes zu einer eiligen Wohnungsöffnung im Ortsteil Egerer gerufen. Hob

Alle Fotos vom Dienstag:

Update, 13 Uhr:

Nach den starken Sturmböen am Morgen in der Region normalisiert sich die Lage zunehmend wieder. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd registrierte nach eigenen Angaben in der Einsatzzentrale insgesamt 367 Einsätze in den letzten 24 Stunden. Bei keinem wurde bislang jemand verletzt.

Update, Dienstagmorgen:

Seit der Nacht hat der Sturm wieder Fahrt aufgenommen. Seit einigen Stunden werden ständig Feuerwehren im Landkreis Traunstein alarmiert, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen.

Es wird immer noch geraten, achtsam durch Waldgebiete zu fahren und unnötige Fahrten zu vermeiden. Spaziergänger und Fahrradfahrer sollten Wälder grundsätzlich meiden.

Am Morgen stürzte auch ein Baum auf die Kreisstraße TS 26 bei Tettenhausen. Die Feuerwehr und ein Landwirt beseitigten den Baum. Die Feuerwehr Taching am See wurde einmal um kurz nach 5 Uhr nach Hirschpoint und gegen 6.30 Uhr nach Planthal alarmiert, um ebenfalls umgestürzte Bäume zu beseitigen. Auch angebrochene Bäume wurden vorsorglich gefällt, damit niemand zu Schaden kommt. Mit vollem Körpereinsatz wurden die Teile der Bäume von der Straße geschafft.

Auch die Feuerwehr Traunstein musste heute Nacht wegen des Unwetters zwischen 3 und 5 Uhr zu insgesamt 16 Einsätzen ausrücken. Die Ehrenamtlichen mussten mehrere Mülltonnen entfernen, die durch den Wind auf die Straße geschleudert wurden, Bauzäune die umgestürzt waren, wieder aufrichten und Bäume, die auf Straßen gestürzt waren, beseitigen.

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Foto: Feuerwehr Traunstein

Meldungen vom Montag:

Bäume fallen auf Garagen – rund 50 Einsätze

Update, 17 Uhr: Tageszusammenfassung

Das Sturmtief »Sabine« hat Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Lastwagen zum Umstürzen gebracht. Diese Meldungen über eine Spur der Verwüstung erreichen uns aus Deutschland und dem Norden Oberbayerns. Am heutigen Dienstag erreichten auch stärkere Böen den Landkreis Traunstein – und sorgten für einige Feuerwehreinsätze.

Bereits seit Tagen machten die Meteorologen auf das Orkantief »Sabine« aufmerksam. Am Montagvormittag hat der angekündigte Sturm den Landkreis Traunstein erreicht und in erster Linie Norden für zahlreiche Einsätze gesorgt. Kurzzeitig alarmierte die Leitstelle in Traunstein im Minutentakt die Einsatzkräfte.

Zahlreiche umgestürzte Bäume blockierten die Straßen. Vielerorts mussten Waldstücke kurzeitig gesperrt werden, da ein Betreten selbst für die Feuerwehren viel zu gefährlich gewesen wäre.

In Wolkersdorf bei Traunstein und Traunreut sind Bäume auf Gebäude gefallen. In Obing kam es am frühen Nachmittag zu einem Kaminbrand in einem Wohnhaus. Bei Emertsham rutschte ein Fahrzeug in den Straßengraben und in Altenmarkt war die Bahnstrecke kurzzeitig durch einen umgestürzten Baum blockiert. In den letzten zehn Tagen kam es für die Wehren im Landkreis mit den heutigen Alarmierungen zu rund 150 witterungsbedingten Einsätzen.

Kreisbrandrat Christof Grundner zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung in erster Linie erleichtert, dass die vorhergesagte Prognose bei weitem nicht eingetreten ist. »Unsere Feuerwehren waren bestens vorbereitet und haben die angefallenen Aufträge gut gemeistert«, so Grundner.

Bereits am Vortag hatte das Landratsamt unter der Leitung von Landrat Siegfried Walch mit den Vorbereitungen für ein mögliches größeres Schadensereignis begonnen. Darüber hinaus ist die Führungsgruppe Katastrophenschutz ist in Bereitschaft versetzt worden. Seitens der Feuerwehr wurde die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung vorinformiert sowie eine Führungsstelle eingerichtet.

Bis etwa 13.30 Uhr waren die meisten der witterungsbedingten Einsätze abgearbeitet. Der erste Alarm des Tages erreichte die Feuerwehr Seebruck bereits um kurz vor 4 Uhr am Morgen. Ein umgestürzter Baum behinderte den Verkehr auf der Staatsstraße 2095. Gegen 9 Uhr wurde die Feuerwehr Engelsberg ebenfalls zu einem Baum über die Fahrbahn alarmiert. Die Werksfeuerwehr des Chemieparks in Trostberg rückte indes zu einem Brandmeldealarm aus. Hier konnten die Retter rasch Entwarnung geben.

Ab etwa 10.30 Uhr hat der Wind deutlich zugenommen und wurde von schauerartigen Niederschlägen begleitet. Darauf hin folgten insbesondere im nördlichen Landkreis zahlreiche Unwetter-Alarmierungen wegen umgestürzter Bäume.

In der Gemeinde Engelsberg sind insgesamt sechs witterungsbedingte Einsätze für die Feuerwehr angefallen. Die Feuerwehr Tacherting war fünfmal im Einsatz, viermal rückten die Einsatzkräfte in Truchtlaching und Trostberg aus. Jeweils drei Einsätze hatten die Feuerwehren Altenmarkt und Kienberg zu verzeichnen, zwei Alarmierungen erfolgten jeweils für die Feuerwehren Albertaich und Pittenhart. Darüber hinaus wurden die Feuerwehren Peterskirchen, Schnaitsee, Obing, Heiligkreuz, Lindach und Emertsham zu Einsätzen alarmiert. Die Hauptaufgabe lag darin, die Verkehrswege von umgestürzten Bäumen zu befreien. In Trostberg ist ein Baum auf parkende Autos gestürzt.

Im östlichen Landkreis Traunstein wurde um kurz nach 11 Uhr die Feuerwehr Tettenhausen zu einem »Baum über die Fahrbahn« alarmiert. Hier waren im Bereich Hermannsschlag zwei Fichten über die Fahrbahn gefallen. Kurze Zeit später rückte die Feuerwehr Taching ebenfalls zu ihrem ersten von zwei Einsätzen aus. Ein umgestürzter Baum lag quer über die TS 26. Die Feuerwehr Emertsham wurde in ein Waldstück alarmiert. Nahe Zaglreit war die Fahrbahn durch einen umgestürzten Baum blockiert. Ein Auto rutsche bei einem Wendemanöver in den Straßengraben. Die Feuerwehr leistete vor Ort Technische Hilfe und beseitigte den Baum.

In Traunstein wurde die Feuerwehr Wolkersdorf wurde zu einer Gebäudesicherung gerufen. Ein entwurzelter Baum hatte sich gefährlich an eine Garage gelehnt und musste beseitigt werden.

Traunstein: Sturmtief »Sabine« fordert Feuerwehren im nördlichen Landkreis – Stromausfälle bei BMW und in Bayern
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Auf die Kreisstraße TS 1, kurz nach dem Kreisverkehr bei Pierling, ist am Vormittag ein Baum gestürzt. (Foto: FDL/Lamminger)

Einsatzkräfte aus Pierling und Palling wurden zu einem umgestürzten Baum auf die Kreisstraße TS 1 nahe dem Kreisverkehr Hurtöst alarmiert. Für die Feuerwehr Palling gab es gegen 15 Uhr einen weiteren Alarm. Auf der Kreisstraße TS 42 ist eine große Tanne über die Fahrbahn gestürzt In Traunreut ist ebenfalls ein Baum auf Garagen gestürzt. Bei Altenmarkt war die Bahnlinie Traunstein–Garching kurzzeitig gesperrt – auch hier war der Grund ein umgestürzter Baum.

Die Feuerwehren aus Obing und Albertaich wurden gegen 13.30 Uhr zu einem Kaminbrand in die Wasserburger Straße bei Obing gerufen. Das Gebäude war bei Eintreffen der Feuerwehren stellenweise verraucht sowie der Schornstein stark überhitzt. Insgesamt haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr sieben Personen in Sicherheit gebracht. Ein Atemschutztrupp ist in den Kellerraum vorgedrungen, ein weiterer sicherte von der Drehleiter aus die Reinigungsarbeiten des hinzu gerufenen Kaminkehrers von oben. Nach rund einer dreiviertel Stunde konnten die rund 30 Feuerwehrkräfte den Einsatz erfolgreich beenden und die Bewohner durften zurück in ihre Wohnungen.

Gegen Mittag nahm die Alarmierungshäufigkeit deutlich ab. Es erfolgten nur noch vereinzelte Feuerwehralarmierungen. Im Süden des Landkreises blieb die Lage den ganzen Tag ruhig. Bis in den Nachmittag hinein erfolgte lediglich eine Alarmierung aufgrund eines umgestürzten Baumes in Marquartstein. Während des gesamten Tages kam es zu keinerlei Personenschäden und auch die Sachschäden dürften sich auf einem niedrigen Niveau bewegen. Hob/Kreisfeuerwehrverband Traunstein e.V.

Alle Fotos vom Montag:

Update, 15.14 Uhr:

Am Morgen fegten auch die ersten Böen über die Region hinweg. Gegen 9 Uhr erreichte die Unwetter-Kaltfront den nördlichen Landkreis und brachte einige Bäume zum Umknicken.

Nach und nach wurden einige Feuerwehren alarmiert, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu beseitigen. Darunter die Feuerwehren Schnaitsee, Engelsberg, Emertsham, Kienberg, Trostberg, Altenmarkt, Truchtlaching, Obing, Tacherting, Albertaich, Peterskirchen, Tettenhausen, Taching, Pittenhart, Wolkersdorf, Palling, Pierling sowie Traunreut.

In Traunreut ist in der Mittagszeit ein Baum auf eine Garage gestürzt. Auch hier sind zum Glück keine Verletzten zu beklagen. Die Floriansjünger aus Traunreut wurden alarmiert, um den Baum in der Paul-Keller-Straße vom Garagendach zu entfernen und in kleine Stücke zu sägen. Größerer Schaden ist nicht entstanden.

Gemeinsam mit der Feuerwehr Truchtlaching haben die Ehrenamtlichen aus Altenmarkt die Staatsstraße 2093 zwischen Altenmarkt und Truchtlaching gesperrt, nachdem es dort durch Bäume und Äste zu größeren Gefahrensituationen kam.

Weitere umgestürzte Bäume lagen auf der Kreisstraße TS 1 bei Hurtöst. Hier waren die Feuerwehren Pierling und Palling zur Beseitigung im Einsatz.

Mehr als 50.000 bayerische Haushalte waren am Vormittag von Stromausfällen betroffen. Auch das Dingolfinger BMW-Werk soll nach Medienberichten zeitweise ohne Strom gewesen sein. Während in großen Teilen Bayerns die Züge wieder anrollen, kommt es insbesondere im Raum Passau zu vielen Ausfällen im Busverkehr.

Auf seinem Weg über Deutschland traf der Orkan seit Sonntagabend den Verkehr schwer, richtete aber nur vergleichsweise leichte Schäden an. Vor allem in Nordrhein-Westfalen wurden Menschen von umstürzenden Bäumen oder herumfliegenden Gegenständen verletzt. In Frankfurt am Main knickte ein Baukran ab, sein Ausleger krachte in das Dach des Doms.

Bei Fürstenzell im niederbayerischen Landkreis Passau wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 154 Stundenkilometer gemessen. »Das ist in solchen Tieflagen eine absolute Spitze«, sagte der Meteorologe vom Dienst, Martin Schwienbacher, am Montag. Über den Großen Arber, mit 1455 Metern höchster Berg des Bayerischen Waldes, fegte der Orkan mit bis zu 161 Stundenkilometern – bisher die stärkste Böe in Bayern.

Update, Montagvormittag:

In ganz Bayern fährt seit dem Morgen kaum ein Zug; auch in der Stadt München wurde der komplette S-Bahn-Verkehr eingestellt. In der Landeshauptstadt kommt es bereits zu unzähligen Feuerwehreinsätzen. Gute Nachrichten für Pendler: Spätestens bis zum frühen Nachmittag soll der Fernverkehr wieder aufgenommen werden.

Auch im nördlichen Landkreis Traunstein kommt es bereits zu ersten Feuerwehreinsätzen. Die Staatsstraße 2093 zwischen Altenmarkt und Truchtlaching ist derzeit gesperrt. Nach ersten Informationen hat der Sturm dort Bäume umgeweht. Die Einsatzkräfte haben mit den Aufräumarbeiten begonnen.

 

Viele Verletzte und schwere Schäden sind die Folgen des Sturmtiefs im nördlichen Bayern und Deutschland.

 

Schulunterricht in Bayern entfällt

Zahlreiche Schulen in ganz Bayern bleiben am Montag (10. Februar) wegen des nahenden Orkantiefs »Sabine« geschlossen – darunter auch sämtliche Schulen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land.

Die Schulausfälle betreffen alle Schularten. In Oberbayern entfällt der Unterricht flächendeckend an sämtlichen Schulen. In Zweifelsfällen sollten Eltern Rücksprache mit der Schule halten. Außerdem werden die Schulausfälle am Montagmorgen wiederholt im Radio bekanntgegeben.

Ob der Unterricht in bestimmten Landkreisen ausfällt oder nicht, entscheiden entsprechende Koordinierungsgruppen. Diese informieren die Schulen, Medien und letztlich auch die Busunternehmen.

Grundsätzlich gilt, dass Eltern in Einzelfällen – zum Beispiel wenn ein Baum umgestürzt und die Straße blockiert ist – ihre Kinder entschuldigen können; auch dann, wenn die Schulen nicht geschlossen sind.

Gerade bei extremen Witterungsverhältnissen – starker Schneefall oder Sturmböen – ist die Schülerbeförderung häufig nicht gewährleistet. In diesen Fällen kommt es meist zu Ausfällen bzw. wird in den betroffenen Schulen eine Grundbetreuung für die Schüler, die es trotz der Ausnahmesituation in die Schule geschafft haben, gewährleistet. Dies ist jedoch am Montag nicht grundsätzlich der Fall und muss je nach Einzelfall zuvor erfragt werden.

Alle betroffene Landkreise:

  • Berchtesgadener Land (Lkr.)
  • Traunstein (Lkr.)
  • Rosenheim (Lkr.)
  • Rosenheim (Stadt)
  • Altötting (Lkr.)
  • Mühldorf am Inn (Lkr.)
  • Miesbach (Lkr.)
  • Bad Tölz-Wolfratshausen (Lkr.)
  • Dachau (Lkr.)
  • Ebersberg (Lkr.)
  • Eichstätt (Lkr.)
  • Erding (Lkr.)
  • Freising (Lkr.)
  • Fürstenfeldbruck (Lkr.)
  • Garmisch-Partenkirchen (Lkr.)
  • Ingolstadt (Stadt)
  • Landsberg a. Lech (Lkr.)
  • München (Lkr.)
  • München (Stadt)
  • Neuburg-Schrobenhausen (Lkr.)
  • Pfaffenhofen a.d. Ilm (Lkr.)
  • Starnberg (Lkr.)
  • Weilheim-Schongau (Lkr.)

Vorbericht vom Sonntag:

Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von deutlich über 100 km/h erwarten Meteorologen ab dem heutigen Sonntag über Südostbayern. Vereinzelt soll die Kaltfront mit örtlichen Stürmen bis zu 140 Stundenkilometern über die Region hinwegfegen.

 

Diese Werte sind vergleichbar mit dem Orkan »Kyrill« im Jahr 2007 – ganz so schlimm wie damals soll es aber laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes nicht werden. Dennoch: »Das wird gefährlich«, warnte Meteorologe und Wetter-Experte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst bereits am Freitag.

Besonders schlimm wird es in den Bergen, gerade auch in der Alpenregion und im Harz: Hier werden Böen mit 120 bis 150 Stundenkilometern in der Nacht zum Montag über die Gipfel toben. Am höchsten Gipfel im Harz, den Brocken, errechnen die Computersimulationen bis zu 175 km/h.

Das Orkantief wird am Sonntag im Norden erwartet und soll dann über ganz Deutschland hinwegfegen. Erste Ausläufer werden die Menschen an der Nordsee nach Angaben des DWD voraussichtlich am Vormittag zu spüren bekommen. Die Bahn bereitet sich auf größere Schäden vor – auch am Frankfurter Airport hofft man auf gutes Timing.

Empfehlungen der Wetterexperten:

  • Fahrten und Spaziergänge in Wäldern und Parks unterlassen
  • Lose Gegenstände am Haus und im Garten sichern
  • Am Montagmorgen Verzögerungen im Bus-, Bahn- und Straßenverkehr einplanen
  • Lkw-Fahrer sollten Rastplätze anfahren. Der Seitenwind wird sehr gefährlich.
  • Fenster und Türen geschlossen halten und nur unter Aufsicht öffnen
  • Rollläden schließen
  • Auto in die Garage stellen

Im Laufe des Tages breitet sich »Sabine« dann wohl mit schwerem Sturm und einzelnen Orkanböen auf den gesamten Norden und die Mitte Deutschlands aus, wie der DWD am Samstag mitteilte.

In der Mitte Deutschlands werde der Höhepunkt des Sturms in der Nacht zum Montag erreicht, im Süden am Montag in den frühen Morgenstunden, sagte Sebastian Altnau von der DWD-Vorhersagezentrale. »Dort trifft es den Berufsverkehr.« Begleitet wird der Orkan vielerorts von heftigen Schauern und Gewitter.

Ab welcher Windstärke werden Menschen und Autos weggeweht?

 

Die Deutsche Bahn bereitet sich derweil auf mögliche Probleme am Sonntag vor. »Reisende, die ihre Fahrt wegen des zu erwartenden Sturms auf einen anderen Tag verschieben möchten, können dies unkompliziert tun«, sagte ein Bahnsprecher. Wer nicht reisen möchte, kann die Fahrkarte kostenfrei stornieren. Außerdem würden Tickets an den kritischen Tagen vom 9. bis einschließlich 11. Februar ihr Gültigkeit behalten.

»Wir haben alle Bereitschaften mobilisiert und in jeder Region doppelt verstärkt«, sagte ein Bahn-Sprecher am Samstag. Das Bahnpersonal sei auf Schadensfälle wie zerstörte Oberleitungen oder umgekippte Bäume vorbereitet. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen sollten eingesetzt werden, um versperrte Gleise frei zu bekommen. Auch das Personal auf den Bahnhöfen und in den Lagezentren werde verstärkt.

»Wir empfehlen vor Fahrtantritt, auch noch mal in den Auskunftmedien der Bahn nachzuschauen, zum Beispiel im Internet oder der DB-App«, sagte ein Konzernsprecher am Samstag bei einer Pressekonferenz am Berliner Hauptbahnhof.

Der Frankfurter Flughafen hofft auf möglichst wenig Probleme im Flugverkehr, da »Sabine« mit voller Wucht erst in der Nacht zum Montag die Mitte Deutschlands treffen soll. In dieser Zeit herrscht an dem Luftverkehrsdrehkreuz Nachflugverbot. »Wir beobachten die Lage jedoch ganz genau«, sagte eine Sprecherin der Flughafenbetreibers Fraport. Container auf dem Flughafengelände seien bereits gesichert worden.

Der Sturm könnte auch den Flugbetrieb an den Hauptstadt-Flughäfen Tegel und Schönefeld einschränken. Eine Flughafensprecherin sagte, dass die Abfertigung ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 70 Kilometern pro Stunde nicht mehr möglich sei.

Erst Orkan-Serie und dann wird es im Frühjahr heiß?

 

In Nordrhein-Westfalen lassen viele große Städte den Unterricht an städtischen Schulen am Montag ausfallen, wie sie am Freitag und Samstag mitteilten. In Baden-Württemberg können Eltern am Montag ihre Kinder vom Unterricht befreien lassen.

Auch andere europäische Länder rüsteten sich für das Orkantief. Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren. Der niederländiche Fußballverband KNVB sagte für Sonntag alle Spiele der Profiligen ab. Die Fluggesellschaft KLM annulierte vorsorglich Dutzende innereuropäische Flüge ab und zum Amsterdamer Flughafen Schiphol.

Besonders heftig wird sich »Sabine« in Deutschland an der Nordsee, im Bergland sowie in besonders exponierten Lagen austoben. Dort sind laut DWD generell Orkanböen zu erwarten. Ab einer Windstärke von 118 Stundenkilometern handelt es sich um einen Orkan. »Auf dem Brocken im Harz, dem Feldberg im Schwarzwald und auf den Alpengipfeln kann der Wind Geschwindigkeiten von mehr als 140 Stundenkilometern erreichen«, sagte Altnau.

Am Montag wird das Orkantief vor allem durch den Süden Deutschlands fegen, ansonsten lassen die Böen etwas nach. Allerdings bleibe es mit viel Regen, im Bergland auch Schnee, recht ungemütlich. Auch für Dienstag sind die Aussichten nicht viel besser: Es bleibe nasskalt und stürmisch.

red/dpa