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Kritik von jungen Sportlern

Inzell. Kurz ging Bürgermeister Martin Hobmaier in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf den Bürgerentscheid im Landkreis zum Thema Olympiabewerbung ein. Er deutete das mehrheitliche Nein als Ablehnung gegen das IOC und die Vertragssituation. Schlagworte wie »Knebelverträge« seien nicht mehr aus den Köpfen gegangen.

Die deutliche Ablehnung gegen das Konzept für 2022 in Inzell in allen vier Stimmbezirken mit 68,68 Prozent Nein-Stimmen im Inzeller Gesamtergebnis führte er auch auf den Ärger vieler Gemeindebürger über die Nichtberücksichtigung der Eishalle zurück. Er habe zwar immer betont, dass die Nutzung der Halle als Pressezentrum eine wesentlich stärkere Außen- und Medienwirkung habe, führte Hobmaier aus. In Gesprächen mit vielen jungen Eisläufern und Sportlern habe er freilich herausgehört, dass diese die Bewerbung sehr kritisch sahen. Einzelne Bürger hätten sicher auch Vorbehalte gegen das Olympische Dorf in Inzell gehabt. Bei einem Olympia-Konzept mit der Max-Aicher-Arena als Sportstätte wären die Menschen in Inzell sicher mehrheitlich dafür gewesen, zeigte sich der Rathauschef überzeugt. Er äußerte die Hoffnung, dass bei künftigen Projekten eher die Chancen als die Risiken gesehen werden.

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Peter Fegg (CSU) kritisierte in diesem Zusammenhang heftig eine Aussage von Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gesellschaft, in seinem Fazit nach dem Bürgerentscheid: Heinze hatte gegenüber der Presseagentur dpa gesagt: »Die Bayern haben keinen Arsch in der Lederhose.« Sie seien nicht bereit, das geringste Risiko einzugehen, um Dinge nach vorn zu bringen, die für ganz Deutschland so wichtig wären. Die Ratskollegen pflichteten Fegg bei, dass diese Äußerung unter der Gürtellinie sei.

Dritter Bürgermeister Sigi Walch (CSU) zeigte sich trotz allem erleichtert, dass im Vorfeld die Bürger befragt wurden. Es sei »undenkbar«, so etwas gegen den Willen der Bevölkerung durchzuziehen. vm