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Zum Abschluss des Frühschoppens gab es aus der Hand von Seniorenunion-Kreisvorsitzendem Heinz Dippel (r.) Präsente für Peter Ramsauer und seine Wahlkreisreferentin Marlene Weber. (Foto: privat)

»Gradraus« beim Frühschoppen – Peter Ramsauer Gastredner bei der Seniorenunion Berchtesgadener Land

Bad Reichenhall – Der Dialog mit den Menschen im Wahlkreis ist dem heimischen Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer seit jeher sehr wichtig, wie er beim Frühschoppen in Bad Reichenhall betonte. Entsprechend gut angenommen werden seine Veranstaltungen, wobei die Senioren-Union-Veranstaltungen im Berchtesgadener Land für ihn immer etwas Besonderes seien, erklärte er, werde dort doch regelmäßig »gradraus« über die brennenden Themen gesprochen und diskutiert.


Der Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Heinz Dippel, ging zu Beginn der Vormittagsveranstaltung auf drängende Fragen ein, die nicht nur Senioren beschäftigten. »Ein allgemeines Umdenken ist dringend erforderlich«, sagte er mit Blick auf Umweltkatastrophen, Klimaveränderungen, den Krieg in der Ukraine und die daraus folgenden drohenden Nahrungsmittel-Engpässe. Die anwesende Generation wisse, was es heiße, mit Geld sparsam umzugehen, sagte er mit Blick auf den steigenden Schuldenstand des Landes.

Regional ging er auf Fragen der Gesundheitsversorgung und der Infrastruktur ein; dort gebe es viele kritikwürdige Themen, wie er mit Blick auf den Bahnhof Freilassing sagte. Mögliche Schließungen der Poststellen in Freilassing und Mitterfelden führten dazu, dass ihm »der Glaube an die Zukunft fehle«. Peter Ramsauer sprach über die Oppositionsarbeit der Union und ließ wenig Gutes an der Politik der Ampel-Regierung. Exemplarisch: »Wir haben drei der modernsten Atomkraftwerke weltweit und lassen uns aus alten Sowjet-Kraftwerken in der Ukraine Strom liefern.«

»Der innere Kitt der Regierungskoalition ist der Machterhalt«, so der mit Wolfgang Schäuble dienstälteste Abgeordnete des Deutschen Bundestages, der davon ausgeht, dass dieser Kitt letztlich aber stark genug sei, damit die Ampel bis zur nächsten Wahl trotz vieler Differenzen durchhält.

Ramsauer bezog zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine Stellung und berichtete aus einer Reihe von früheren persönlichen Begegnungen mit dem russischen Präsidenten Putin. Heute sei er »zutiefst enttäuscht und getäuscht« von dem russischen Präsidenten, sagte er mit Blick auf dessen Rede im Deutschen Bundestag im Jahr 2001.

Die grüne Politik »à la Hofreiter und anderen« überbiete sich gerade in Sachen der Forderung nach Lieferung schwerer Waffen. »Mir ist die besonnene Haltung des deutschen Bundeskanzlers lieber als die Draufgänger-Haltung  und - Politik der Grünen. Es braucht Besonnenheit und vernünftige Lösungen und nicht ein Spiel mit einer möglichen weiteren Eskalation.« Regional gab es ein großes Potpourri an Themen und Fragen, wie beispielsweise die Dienstreisen der Bürgermeister aus Bad Reichenhall, Dr. Christoph Lung, und Thomas Weber aus Bischofswiesen nach Berlin, wo die beiden in ihrem Werben für die heimischen Gebirgsjäger-Standorte unter anderem auch die Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), trafen. Er verteidigte die Reise mit klaren Worten und hatte für die darüber geäußerte Kritik in Teilen der Regionalpresse nur Kopfschütteln übrig.

Einen kräftigen Rüffel gab es von seiner Seite auch für den Bund Naturschutz und dessen »fortwährende Torpedierung faktisch jeder wichtigen und nötigen neuen Baumaßnahme«. Er sei dort nach dem Motto »genug ist genug« als Mitglied ausgetreten. Und um seine 100 Mitgliedschaften in den diversen Vereinen wieder komplett zu machen, sei er beim VDK eingetreten und unterstütze diesen nach besten Kräften.

Weitere Themen seiner fast kämpferischen Rede waren das Lkw-Nachtfahrverbot, der Ausbau der Bahnstrecke ABS des Abschnitts Mühldorf-Freilassing sowie die Bobbahn in Schönau am Königssee und das politische Tauziehen um deren Wiederinstandsetzung. »Wir brauchen diese Bahn dringend – wirtschaftlich, sportlich wie auch touristisch!« Die Bundesmittel (rund 53 Millionen Euro) stünden dafür bereit.

Durchaus lebhaft entwickelte sich die anschließende Diskussion. Themen waren unter anderem der aufwendige Formalismus beim Austausch alter Heizungen, die zu erwartende Energiekrise, der geplante Krankenhausneubau und die Düngeverordnungen.

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