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Trafen sich zur Bandschneide-Zeremonie (v.l.): Landrat Bernhard Kern, Peter Fösel, Vorstand der Stadtwerke Bad Reichenhall, sowie Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung. (Foto: Stadtwerke Bad Reichenhall)

Startschuss für klimaneutrale Wärmeversorgung

Bad Reichenhall – Die Stadtwerke Bad Reichenhall haben den Start ihrer neuen Wärmesparte gefeiert. Herzstück ist eine der ersten innovativen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (iKWK) in Deutschland. Mit einer Investition von 21 Millionen Euro für ein hocheffizientes iKWK-System sowie dem Aufbau eines fünf Kilometer langen Wärmenetzes setzte das Kommunalunternehmen auf Erneuerbare Energieträger.


Das Besondere daran: Neben zwei hocheffizienten Blockheizkraftwerken sorgen zwei große Wärmepumpen mit einer thermischen Gesamtleistung von 3,2 Megawatt für die notwendige Wärmeerzeugung. Diese mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpen entziehen dem Grundwasser Umweltwärme und erzeugen daraus hochtemperierte Wärme, die in das Fernwärmenetz eingespeist wird.

Ein weiteres Element des Systems sind zwei Elektrodenkessel – im Prinzip elektrische Tauchsieder im XXL-Format. Sie sind dann im Einsatz, wenn im Stromnetz zu viel Strom vorhanden ist. So kann beispielsweise in lastschwachen Zeiten überschüssiger Wind- oder Solarstrom zur Wärmeerzeugung genutzt werden, anstatt die Leistung von Windparks abzuregeln.

Um die Anlage optimal betreiben zu können, wurden außerdem drei Großwärmespeicher mit einem Wasserinhalt von insgesamt 750 Kubikmetern installiert. Für extreme Kälteperioden wird zusätzlich ein gasbetriebener Spitzenlastkessel vorgehalten. Parallel wurde in Bad Reichenhall auch ein rund fünf Kilometer langes Wärmenetz aufgebaut, das in den kommenden Jahren schrittweise erweitert werden soll. Über dieses Netz werden die Kunden unter dem Namen »Saalachwärme« mit der umweltfreundlichen Wärme versorgt.

Stadtwerke-Vorstand Peter Fösel betont: »Das iKWK-System ermöglicht durch die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen eine sehr ressourcenschonende und klimafreundliche Wärmeversorgung. Das ist uns aber nicht genug. Daher kompensieren wir die durch den Erdgaseinsatz entstehenden CO2-Emissionen mit TÜV-zertifizierten Klimaschutzprojekten. Im Ergebnis ist unsere Wärmeversorgung damit klimaneutral.«

Die Anlage wird so die CO2-Emissionen für die Wärmeversorgung der Stadt Bad Reichenhall um bis zu 8 Millionen Kilogramm pro Jahr reduzieren – das entspricht dem CO2-Ausstoß von rund 6 700 Autos der Kompaktklasse mit Verbrennermotor.

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