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Vierköpfige Familie über die Grenze "geschmuggelt"

Ungewöhnliche Schleusung endet mit U-Haft

In Untersuchungshaft befindet sich seit wenigen Tagen ein 37 Jahre alter Mann, der mit seinem Pkw eine vierköpfige Familie illegal über die Grenze nach Deutschland brachte.

Foto: Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein deckten am Mittwochabend eine Schleusung der „besonderen Art“ auf. Sie kontrollierten auf der Autobahn 8 bei Neukirchen einen Pkw mit albanischer Zulassung, der in Richtung München unterwegs war. Nicht nur der angebrachte Fahrradständer an der Heckklappe, sondern auch die Insassen machten die Fahnder neugierig: Außer dem Fahrer befand sich noch ein albanisches Ehepaar mit zwei Kleinkindern, beide ordentlich in Kindersitzen gesichert, in dem Minivan. Der 37-jährige Fahrer, ebenfalls ein albanischer Staatsangehöriger, gab zu verstehen, er würde seine Bekannten zu einem zweitägigen Besuchsaufenthalt nach Belgien fahren. Die Familie war mit ihren E-Pässen zur visumsfreien Einreise berechtigt und konnte auch Bargeld in Höhe von rund 1000 Euro vorzeigen.

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Nicht sein erstes Mal

Doch es ergaben sich schnell Zweifel am angegebenen Reisezweck, denn der 37-Jährige hatte im Dezember 2016 schon einmal vermeintliche Touristen in Richtung Belgien befördert, die dann das sogennannte „Touristenprivileg“ für Asylanträge missbraucht hatten. Bei einer genaueren Befragung der Mitreisenden gaben diese schließlich an, dass sie nach Frankreich wollten, um dort Asyl zu beantragen. Der Grund dafür sei die länger anhaltende Arbeitslosigkeit des Ehemannes in Albanien. Deshalb wurden sie an den 37-Jährigen vermittelt, dieser würde solche Fahrten durchführen.

Die weitere Sachbearbeitung wurde durch das Fachkommissariat K10-Grenze der Kripo Traunstein übernommen. Der 37-Jährige, der selbst schon einmal als Asylbewerber in Deutschland wohnhaft war, wurde wegen Einschleusens von Ausländern zur Anzeige gebracht. Sein Bargeld in Höhe von knapp 600 Euro – vermutlich der Schleuserlohn – wurde sichergestellt. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf U-Haft wurde stattgegeben. Er kam in eine Justizvollzugsanstalt.