155.000 Kilometer in fünf Jahren: Biker-Paar erzählt von seiner Reise um die Welt

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Voll mit Dreck, müde und um viele Erfahrungen reicher kamen die Motorradfahrer Bettina Höbenreich und Helmut Koch in Wladiwostok an. (Fotos: Bettina Höbenreich & Helmut Koch/timetoride)
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Am größten Salzsee der Welt, dem Salar de Uyuni, verbrachten die beiden eine Nacht unter dem Sternenhimmel.

Berchtesgaden – »Als Kinder konnten wir zu den Sternen fliegen, doch im Laufe der Zeit haben wir vergessen, an unsere Träume zu glauben. Nun ist es an der Zeit, sich wieder daran zu erinnern.« Mit diesen eindringlichen Worten begann der zweistündige Multimedia-Vortrag im Kleinen Saal im AlpenCongress. Bettina Höbenreich und Helmut Koch, kurz Bea und Helmut, sind begeistert vom Reisen auf zwei Rädern. Mit ihren über 20 Jahre alten Honda Transalps machten sie sich 2011 auf den Weg nach Australien. Aus einer Reise, die nur zwei Jahre dauern sollte, wurden fünf Jahre.


»Schön, dass ihr da seid und mit uns auf eine Reise um die Welt kommt«, bedankt sich Bea beim Publikum. Im Saal ist es noch still, das Einführungsvideo mit dem Zitat am Anfang wirkt nach und die kleine Gruppe aus etwa 40 Zuhörerinnen und Zuhörern lauscht gespannt den Worten der Vortragenden.

Unbekanntes Territorium

Es ist eine multimediale Reise mit Videosequenzen und Fotos. Dazwischen erzählen die beiden immer wieder Anekdoten und von Lektionen, die sie auf der Straße gelernt haben. Schon am Anfang merkt man, wieso die beiden unbedingt losziehen wollten, weg aus ihrer Heimat um Altötting, weg von den Normen und Erwartungen des Alltags – hinaus in die Welt. Mit dem Wunsch, die besondere Geschichte ihres Lebens selbst zu schreiben.

Die Idee, mit den Motorrädern loszuziehen, entstand Ende 2008. Beas größter Traum war es, einmal nach Australien zu reisen. Helmut wollte mit, aber nur mit dem Motorrad. Einen Führerschein dafür hatte Bea bereits seit gut zehn Jahren, gefahren war sie seitdem aber nie wirklich. Es dauerte rund zwei Jahre, ehe die beiden dann losfuhren. Davor kündigten sie ihre Jobs als Umweltingenieurin und Maschinenbautechniker, lösten die Mietwohnung auf und verkauften alles, was sie hatten. »In Deutschland kennen wir die Sprache, es gibt Ortsschilder, man kann sich immer gut orientieren. In den ersten Monaten klappte das auch in den anderen Ländern, in der Mongolei hörte das aber auf«, erzählt Bea.

Das Paar zeigt Bilder von unglaublichen Weiten, von Straßen, die keine sind. »In der Mongolei, da fahren alle, wie sie wollen. Die Straßen sind eher Trampelpfade, so etwas gibt es in Deutschland nicht«, erzählt Helmut und grinst. »Wir haben uns so oft verfahren. Hinzu kam, dass Bea eigentlich gar keine Erfahrung mit dem Motorrad hatte. Bei einem Gewicht von rund 100 Kilogramm, das jeder von uns mitschleppte, kam es oft vor, das sie einfach wegrutschte und umfiel.« Je weiter das Paar gen Osten fuhr, desto mehr fuhr es in die Vergangenheit. Mit jedem Kilometer schien es, als würden die beiden die Zeit mehr und mehr zurückdrehen. 

Wenn sie Internet hatten, luden sie sich GPS-Wegpunkte auf ihre Onlinekarten, nur so konnten sie halbwegs einer Route folgen. In der Mongolei gibt es keine Karten, kein Google Maps und gefühlt fast keine Menschen. Auf einer Fläche, viermal so groß wie Deutschland, leben nur drei Millionen Menschen. Es gibt keinen Verkehr, keine Lichter, nur unendliche Freiheit.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (Dienstag, 2. November) des Berchtesgadener Anzeigers.

Eva Goldschald

 

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