Bildtext einblenden
Reinhard Marx segnet die Skulptur des »Barmherzigen Vaters«.

900. Jubiläum der Stiftskirche Berchtesgaden

Berchtesgaden – Den Festgottesdienst zum 900. Jubiläum der Stiftskirche Berchtesgaden am Sonntagabend zelebrierte hauptsächlich Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising. Die Stiftskirche hat als Patronen die Apostel Petrus und Paulus und Johannes den Täufer. Das Fest feiert die katholische Kirche am 29. Juni. 


Fahnenabordnungen der Vereinigten Weihnachtsschützen- und Trachtenvereine des Berchtesgadener Landes, der Berchtesgadener Zünfte, der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden, die Fahnenabordnung des Salzbergwerkes Berchtesgaden und die Fahnenabordnung der Kolpingsfamilie stellten sich am Sonntag am Rathausplatz auf.

Die Geistlichen aus dem Stiftsland, der frühere Pfarrer Peter Demmelmair, der Stadtpfarrer von Bad Reichenhall Markus Moderegger, Erzabt Korbinian Birnbacher und Reinhard Marx und mit ihm der frühere Kaplan von Berchtesgaden Josef Rauffer zogen im Pfarrheim ihre Messgewänder an, ehe sie sich hinter den Ministranten in den Kirchenzug einreihten. Der Kirchenzug zog in die Stiftskirche ein, die Fahnenabordnungen in den Altarraum, die Geistlichen bis zum Portal.

Bildtext einblenden
Kardinal Reinhard Marx beim Festgottesdienst.

Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob sprach Grußworte. Er freute sich, dass Reinhard Marx, Korbinian Birnbacher, Ludwig Heinrich Prinz von Bayern, Landrat Bernhard Kern und Bürgermeister aus dem Berchtesgadener Land gekommen waren.

Dr. Thomas Frauenlob ging auf die Bedeutung und Geschichte der Skulptur des »Barmherzigen Vaters« ein und bat den Erzbischof um die Liturgische Eröffnung. Reinhard Marx sprach Grußworte und Diakon Bernhard Hennecke enthüllte die von der Steinmetzwerkstatt Matthäus Rutkowski aus Trostberg restaurierte Skulptur des »Barmherzigen Vaters«. Bildhauer Friedrich Koller aus Laufen half, einen geeigneten Standort in der Stiftskirche zu finden: zum Schluss in der Achse der rechten Säule im hinteren Kirchenschiff.

Reinhard Marx segnete die Skulptur mit dem sonntäglichen Taufgedächtnis und Asperges.

Es folgte der »Hymnus St. Peter und Pauls«-Ruf von Max Eham vom Kirchenchor unter der Leitung von Adrian Suciu. Die Geistlichen zogen in den Altarraum ein.

Reinhard Marx verkündete das heilige Evangelium und predigte. Der Kardinal sagte, er sei begeistert gewesen, bei der Anreise von München die Landschaft Berchtesgadens erleben zu dürfen. Er fragte: »Seid ihr auch mal dankbar, dass ihr hier leben dürft?«

Er erinnerte an die großartige Geschichte des Landes, des Stiftslandes. »Da kommen Gefühle des Stolzes, der Identität, der Tradition, wir sind froh, dass wir hier leben dürfen und miteinander unterwegs sind, als Gesellschaft, als Kirche.« 900 Jahre Stiftskirche sei auch ein Zeichen dafür, dass das Bekenntnis zum christlichen Glauben zu diesem Land gehöre.

Bildtext einblenden
Die Geistlichen ziehen in die Kirche ein. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Es gebe nicht mehr die Möglichkeit, sich in die Situation von vor 900 Jahren hineinzuversetzen, sich hineinzufühlen, sich hineinzudenken und überhaupt eine Ahnung zu haben, welche Gefühle die Menschen gehabt hätten. »Wir tun es als Auftrag an uns jetzt. Wir wissen jede Zeitstunde hat eine Herausforderung, unser menschliches Leben ist einmalig, unwiederholbar. Dieses einmalige Leben auf dieser Erde wird uns geschenkt. Deshalb ist es wichtig, diese Zeitspanne als eine kostbare Gabe und Aufgabe zu sehen und immer wieder dankbar dafür zu sein. Wir können nur annäherungsweise erahnen, wie die Leute vor 900 Jahre gelebt haben. Aber sie haben das Evangelium gekannt, sie haben das Vater Unser gebetet, sie haben an den Gott und Vater Jesu Christi geglaubt.« Das ungeheuer große Ereignis des Evangeliums müsse immer neu entdeckt werden. Der Kardinal wünschte den Anwesenden, dass von diesem Jubiläum wieder ein Auftrag ausgeht, den Weg des Glaubens zu gehen.

Die Fürbitten trugen Diakon Michael König und Einheimische vor. Dann wurde Eucharistie gefeiert und es gab ein Friedensgebet für die Menschen in der Ukraine.

Zum Schluss sprach noch Verwaltungsleiter Michael Koller und der Kardinal bekam eine Berchtesgadener Spanschachtel überreicht.

Die Markterer Weihnachtsschützen schossen während der Feierlichkeit.

Reinhard Marx spendete schließlich den Bischöflichen Segen und es wurde das Lied »Großer Gott wir loben dich« gesungen.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Kreuzgang ein Empfang statt, zu dem alle Gottesdienstteilnehmer eingeladen waren.

Bernhard Stanggassinger

Mehr aus Berchtesgaden