Am Sebastiani-Tag gegründet: Die Weihnachsschützen Obersalzberg

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100 Jahre sind seit der Gründung 1921 vergangen: Die Obersalzberger Weihnachtsschützen freuen sich auf das Fest, das hoffentlich im Herbst stattfinden kann. (Fotos: privat)
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Die Fahne soll an die Vertreibung erinnern.

Berchtesgaden – Für den Weihnachtsschützen-Verein Obersalzberg ist der heutige Sebastiani-Tag ein besonderer Tag: Der Gründungstag jährt sich zum 100. Mal. Mit einem großen Fest und Veranstaltungen will man dieses Jubiläum feiern, Pandemie-bedingt soll das Fest dann – falls möglich – Anfang September stattfinden. Geplant ist auch eine Ausstellung im AlpenCongress zum Thema »Der Alte Obersalzberg bis 1937«.


Der Verein ist durch den Ersten Weltkrieg vollständig zerrüttet worden, doch durch das kameradschaftliches Zusammenhalten der alten Weihnachtsschützen konnte der Verein 1921 wieder neu gegründet werden. Der Chronist hielt im Protokollbuch fest: »Dem Verein traten sofort 69 Mitglieder bei.«

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Voller Stolz und Freude blickt der Weihnachtsschützenverein Obersalzberg heute auf die 100 Jahre zurück. Mit Freude, da sich die Idee der Gründungsmitglieder bis in die heutige Zeit im Vereinsleben widerspiegelt. Mit Stolz, weil der Verein in der vergangenen Zeit alle Höhen und Tiefen überstanden hat und heute in voller Blüte steht. Aber auch mit Wehmut, da kurz nach der Vereinsgründung das angestammte Dorf Obersalzberg den damaligen Machthabern weichen musste.

Die Obersalzberger Weihnachtsschützen hatten innerhalb der Vereinigung der Berchtesgadener Weihnachtsschützen wohl ein einzigartiges Schicksal zu ertragen, das den Verein bis heute prägt. Schon 1934 wurde mit der Vertreibung alteingesessener Familien durch das NS-Regime begonnen. Bis 1937 war der ursprüngliche Obersalzberg komplett entsiedelt, die Kapelle »Maria Hilf« abgerissen und der Verein auch seiner geistlichen Heimat beraubt. Nur der Tatkraft entschlossener Männer ist es zu verdanken, dass nach dem Zweiten Weltkrieg das Vereinsgeschehen weitergeführt und zu neuer Blüte gebracht wurde.

Höhepunkt der Vereinsgeschichte war wohl die Anschaffung einer Vereinsfahne, die im Rahmen des Schützen- und Trachten-Jahrtags am 22. Juli 1962 geweiht wurde. Zur Erinnerung an die Vertreibung der alten Obersalzberger wurde auf einer Seite der Fahne die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten dargestellt.

Bis heute ist der Verein nicht nur bei den kirchlichen und weltlichen Festen vertreten, sondern sorgt sich auch um die Bewahrung der christlichen Grundhaltung und der Berchtesgadener Lebensart.

Das Weihnachtsschießen ist in seinen Ursprüngen ein uralter Brauch, der sich im Laufe der Zeit nur unwesentlich hat anpassen müssen. Die Mitglieder stellen sich der Aufgabe, das althergebrachte Brauchtum zu leben und weiter zu überliefern. fb

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