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Ausgangsbeschränkungen: »Wir hatten kaum etwas zu beanstanden« – nur eine Anzeige

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Berchtesgaden: Ausgangssperre wegen Coronavirus – nur ein Verstoß bei Kontrollen
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Berchtesgadens Polizeichef Willi Handke (2.v.r.) und seine Beamten freuen sich über das disziplinierte Verhalten der Einheimischen in puncto Ausgangsbeschränkung. (Fotos: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – »Die Leute sind fast durchwegs vernünftig«, sagt Willi Handke, Chef der Polizeiinspektion Berchtesgaden. Seine Beamten müssen seit mehreren Tagen die Verhaltensregeln, die am Samstag in Ausgangsbeschränkungen und Restaurantschließungen mündeten, überwachen. Nur eine einzige Anzeige hat es gegeben – und die bereits am Freitag.


Bis einschließlich Freitag galten für Restaurants noch eingeschränkte Öffnungszeiten, seit Samstag mussten sie in Bayern komplett schließen. Auch der Einzelhandel ist von den neuen Regelungen stark betroffen. Seit Samstag dürfen nur noch Geschäfte öffnen, die die Grundversorgung garantieren. Hierzu zählen beispielsweise: Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Banken, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Filialen der Deutschen Post, Tankstellen, Kfz-Werkstätten und der Online-Handel.

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Betroffen ist aber auch der Bürger im ganz normalen Alltag. Gemeinsam an die frische Luft darf nur noch, wer zu einem Hausstand gehört. Ausgenommen sind Fahrten und Gänge zur Arbeit, zur Notbetreuung, für Einkäufe oder Arztbesuche. Auch Hilfen für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiterhin möglich. Bei einem Verstoß droht ein Bußgeld – nach dem Infektionsschutzgesetz sind Strafen von bis zu 25.000 Euro möglich.

»Wir hatten kaum etwas zu beanstanden, die Leute haben sich insgesamt an die Vorschriften gehalten«, so Willi Handke im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Seine Beamten führen die Kontrollen in der Regel im Rahmen der normalen Streifentätigkeit durch.

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Diese Nachricht in unmittelbarer Nähe der Polizeiinspektion Berchtesgaden freut sicherlich auch die Beamten.

»Natürlich haben wir viele Gespräche geführt«, erzählt Handke. Denn besonders auf den Ausflugsparkplätzen gab es trotz Ausgangsbeschränkung einigen Ausflugsverkehr. Weil gemeinsame Ausflüge innerhalb der Familie aber weiterhin möglich sind, mussten die Beamten in Gesprächen abklären, wer miteinander unterwegs war. »Wir haben aber Anweisung, hier mit viel Fingerspitzengefühl vorzugehen – und das haben wir auch gemacht«, betont Handke.

Und doch gab es bereits am Freitag, als die verschärften Regeln noch gar nicht galten, ein negatives Ereignis. In Schönau am Königssee stellte die Polizei einen kleinen Betrieb fest, der unerlaubt nach 15 Uhr noch Gäste bewirtete. Weil Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz als Straftat bewertet werden können, erfolgte Anzeige. Nun ist die Staatsanwaltschaft mit dem Fall befasst.

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Hinweisschild an der Eingangstür der Polizeiinspektion mit Verhaltensregeln vor dem Betreten der Dienststelle.

Für die Beamten der Polizeiinspektion Berchtesgaden hat sich der Arbeitsalltag seit Beginn der Corona-Krise auch anderweitig verändert. »Wir schauen natürlich auch, dass wir die persönlichen Kontakte minimieren«, sagt Willi Handke.

Der Polizeichef weist darauf hin, dass beispielsweise Anzeigeerstattungen auch online möglich seien. In der Inspektion selbst sind die Beamten durch die Sicherheitsschleuse mit Glasscheibe zu den Büroräumen ohnehin gut geschützt. »Das normale Einsatzgeschehen wie Verkehrsunfälle ging natürlich stark zurück«, so Willi Handke. Dennoch hat man es weiterhin mit vereinzelten Wildunfällen zu tun. Und auch Fälle von häuslicher Gewalt kommen immer wieder mal vor. Ob die auch mit den aktuellen Ausgangsbeschränkungen zusammenhängen, kann der Polizeichef aktuell noch nicht sagen. »Da müssen wir die weitere Entwicklung abwarten.«

Gähnende Leere wegen Ausgangsbeschränkung – Das Wochenende in Bildern:

Ulli Kastner

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