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Bau der Rollsportanlage beginnt frühestens im Juli

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Berchtesgaden: Bau der Rollsportanlage beginnt frühestens im Juli
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Der Salinenplatz ist momentan eine leer gefegte Gegend. Maxi Maier und Wasti Gschaider hoffen, dass der Bau der Rollsportanlage so früh wie möglich erfolgt. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Sportler Maxi Maier und Wasti Gschaider bringen sich seit drei Jahren für den Bau einer Rollsportanlage auf dem Salinenplatz ein. In diesem Zeitraum haben sie viel bewirkt. Doch sie müssen sich weiterhin gedulden. Frühestens im Juli kann der Bau erfolgen, wie Marktbaumeister Peter Hasenknopf mitteilte. Es kam zu unerwarteten Verzögerungen.


Maxi Maier und Wasti Gschaider brachten das Projekt ins Rollen. Nachdem die Skateanlage am Triftplatz wegen des Kreisverkehr-Baus abgerissen worden war, hat Maier etwas gefehlt. »Jeden Tag war dort immer etwas los. Auf einen Dusch war die Anlage weg«, beklagt Maier. Seitdem herrschte Stille. 2017 war es aber soweit: Gschaider, Maier und ein paar Snowboardtrainer forderten bei der damaligen Bürgerversammlung den Bau einer Rollsportanlage. Daraufhin wollte sich Marktbürgermeister Franz Rasp mit der Idee befassen.

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Maier und Gschaider setzten sich seitdem regelmäßig mit der Marktgemeinde in Verbindung. Die Skater entwickelten ein schriftliches Konzept für die Anlage. Darin sind ein Pump Track, ein Skatepark sowie eine Grünfläche mit Sitzbänken enthalten.

»Es soll ein Sportzentrum für Anfänger, Fortgeschrittene und jeden Rollsportbegeisterten sein. Vor allem will ich betonen, dass es sich um eine Rollsportanlage handelt«, so Gschaider. Das heißt, nicht nur Skater, sondern auch Rad- und Rollschuhfahrer können sie benutzen. Man wolle einen Ort schaffen, an dem jeder willkommen ist – ein besonders wichtiger Aspekt für beide.

»Im Skatepark in Salzburg sehe ich Samstagvormittags überwiegend Familien und junge Menschen. Und so kann es auch in Berchtesgaden aussehen. Jeder soll die Anlage benutzen können«, betont Maier.

Aus diesem Grund regten Gschaider und Maier eine Grünfläche neben dem Skatepark an. Dort können sich Eltern entspannen, während sich die Kinder auf der Anlage austoben.

Auch den Standort hinter dem Berchtesgadener Bahnhof haben die beiden im schriftlichen Konzept vorgeschlagen. »Die Anlage auf dem Salinenplatz ist eine Schlüsselstelle«, so Gschaider. Jeder Talkesselbewohner, jeder Schüler könne mit dem Bus zum Bahnhof anreisen, ohne zwischenzeitlich umsteigen zu müssen. Bisher sind Maier und Gschaider nach Salzburg in den Cage-Skatepark gefahren. »Auf Dauer klappt es aber nicht. Die Anfahrt ist einfach zu lange, obwohl die Anlage super ist«, bedauert Maier. Der Skatepark dort ist komplett betoniert, was sie auch für das Sport- und Freizeitzentrum in Berchtesgaden anregten. Diesen Vorschlag segnete die Gemeinde ab. Die Pump Tracks dagegen werden asphaltiert.

Maier und Gschaider wollen sich in dieses Bauprojekt möglichst viel einbringen, damit Gemeinde und Rollsportler einen Nutzen haben. »Die Anlage ist ein Gewinn für uns und für die Gemeinde«, so Maier. Das Angebot werde größer und das Sportzentrum auch überregional genutzt.

Früher oder später wollen laut Gschaider auch Skater aus dem ganzen Talkessel den Park ausprobieren, denn »jede Anlage ist anders«. Ob Pools, Miniramps, Half- oder Quarterpipes: Die Gegebenheiten seien immer unterschiedlich, die Herausforderung für den Fahrer jeweils eine andere. Zumal sich der Schwierigkeitsgrad von Anlage zu Anlage unterscheidet.

Etwas gedulden müssen sich die beiden aber. In der Berchtesgadener Gemeinderatssitzung im November vergangenen Jahres fragte Dr. Bartl Wimmer nach, wann das Projekt endlich umgesetzt wird. Zuerst hieß es, wenn alles nach Plan verläuft, könne bereits im Herbst 2019 mit dem Bau begonnen werden. Bürgermeister Franz Rasp erwiderte, es würde noch mindestens bis März 2020 dauern. Es gebe Probleme beim Genehmigungsverfahren.

Marktbaumeister Peter Hasenknopf informierte auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«, dass momentan die Ausschreibung für die Errichtung der Rollsportanlage läuft. »Leider hat es länger gedauert. Das Baugenehmigungsverfahren hat sich entgegen unserer Erwartungen verzögert«, sagt Hasenknopf. Wenn der Plan aufgeht, erfolgt in der Gemeinderatssitzung im Juni die Vergabe des Bauprojekts. Dann kann man im Juli mit der Installation beginnen.

Die beiden sind bereits dabei, einen gemeinnützigen Verein im Rollsport zu gründen. Wasti Gschaider ist im Verein »Rollbrett Salzburg« aktiv. Dabei gibt er Workshops und Skatekurse für Kinder und Interessierte. Gschaider hat so großen Gefallen an der Sache gefunden, dass er dies auch in Berchtesgaden umsetzen will. Die Kursteilnehmer hätten im Workshop den Kopf frei bekommen. Sie hätten so viel Freude daran gehabt und nahmen Gschaiders Tipps an. »Ich hatte das Gefühl, ihnen etwas fürs Leben weiterzugeben«, sagt Gschaider. Neben den Skatekursen soll auch einmal im Jahr ein Wettbewerb auf dem Salinenplatz stattfinden. »Wir wollen die Anlage beleben.«

Patrick Vietze

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