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Bei Sonne, Regen und Schnee – Einweihung des Berchtesgadener Waldkindergartens

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Berchtesgaden: Einweihung des Waldkindergartens an der Waltenbergerstraße
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Große Freude herrschte bei den Anwesenden bei der Einweihung des Waldkindergartens (v.l:) Pfarrer Peter Schulz, Bür- germeister Franz Rasp, Leiterin Brigitte Zellbeck-Trostner, Erzieherin Christiane Frauendienst, Diakon Michael König, Er- zieherin Verena Stangassinger und der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, Armin Haberl. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Der Waldkindergarten an der Waltenbergerstraße in Berchtesgaden ist am Samstag eingeweiht worden. Ein seit Jahren eingespieltes Team von Erzieherinnen freuen sich sowohl über den Platz, als auch auf die ersten Kinder.


Schon nach dem Feierlichkeiten konnten interessierte Eltern ihre Kinder einschreiben. Eine Aufnahme erfolgt ab drei Jahren, die maximale Anzahl an Waldkindern ist auf 20 beschränkt. Die Freianlage ist rund zwei Hektar groß. In Bayern gibt es bereits 480 dieser Einrichtungen. 

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Viele helfende Hände 

Hergerichtet wurde der Kindergarten vom Bauhof Berchtesgaden, den Wald-Erzieherinnen und der Zimmerei Resch. Lange hatte die Gemeinde nach einem passenden Ort gesucht und wurde schließlich neben der Waltenbergerstraße Richtung Obersalzberg fündig. Das Projekt gefiel den Bayerischen Staatsforsten und anderen Grundstückseigentümern. So entstand ein vorzeigewürdiger Waldkindergarten mit je einem Hektar Wald und einem weiteren Hektar Freifläche. 

Im Waldgebiet wurde ein Rundweg angelegt, der über zwei Brücken führt und mehrere Rastund Ruheplätze aufweist. Auf der Freifläche ist eine große Feuerstelle angelegt, um die man im Kreis sitzen kann. Natürlich ist auch für einen Brotzeitplatz gesorgt, schließlich macht die Waldarbeit auch hungrig. Zudem werden Exkursionen durch die angrenzenden Wälder und Bergwiesen unternommen. Da sich die Kinder vorwiegend draußen aufhalten werden, beginnt die Betreuung um 7.30 Uhr und endet um 13.30 Uhr. Die Eltern können jederzeit mit in den Wald kommen und ihre Sprösslinge begleiten. Sollte das Wetter doch einmal zu schlecht sein, können die Kinder mit ihren Erzieherinnen in den umgebauten Bauwagen gehen. Und wenn gar eine Sturmwarnung ausgesprochen wird, bietet ein Raum in der Grundschule am Bacheifeld Schutz. »Wenn meine Kinder noch kleiner wären, wüsste ich wohin ich sie bringen würde«, erklärte Marktbürgermeister Franz Rasp. »Als ich mein Umfeld und den Gemeinderat über das Vorhaben Waldkindergarten informierte, schauten mich einige an, als würde ich spinnen«, sagte der Bürgermeister. Wenn man das Geschaffene jetzt anschaue, dann habe sich alles relativiert und es mache ganz einfach eine narrische Freude, so Rasp. 

Auch der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, Armin Haberl, zeigte sich sehr beeindruckt von dem in Wald und Wiese Geschaffenem. »Als man auf uns zugegangen ist, sagten wir sofort zu, schließlich haben wir 30 000 Hektar Wald. Da wird man wohl einen Flecken finden«, so Haberl, der den Berchtesgadener Waldkindergarten als den schönsten bezeichnete, den er kenne. 

»Die Kinder werden in Wald und Wiese sehr viel kennen und schätzen lernen«, sagte Haberl, der Beispiele dafür brachte, wie viel Sauerstoff ein einziger Baum in die Umwelt abgebe. Anschließend übergab Marktbürgermeister Franz Rasp der Leiterin Brigitte Zellbeck-Trostner symbolisch einen riesigen Schlüssel. Es mache ihr ganz einfach immense Freude hier arbeiten zu dürfen. »Die Kinder verbunden mit der Natur, was möchte man mehr.« Nach den Worten der Leiterin griff das Erzieherinnen-Trio zu den Gitarren und sang einen Wald-Blues. Denn Singen im Wald und am Lagerfeuerplatz wird auch ein großes Thema für die Waldkinder werden. 

Die Leiterin Brigitte Zellbeck-Trostner aus Laufen, Verena Stangassinger aus Bischofswiesen und Christiane Frauendienst aus Salzburg verstehen sich prächtig und freuen sich schon riesig auf die Kinder. Die Leiterin arbeitet seit 17 Jahren in Waldkindergärten: »Wir sind mit den Kindern nicht nur bei Sonnenschein draußen, sondern auch bei Wind und Wetter. Das macht die Kinder weniger anfällig. Und wenn doch einmal ein Kind erkrankt, ist es auch schneller wieder gesund. Auch Epidemien breiten sich bei Waldkindern nicht so aus wie in geschlossenen Gebäuden«, sagte die Leiterin.

Den kirchlichen Segen erteilten schließlich Pfarrer Peter Schulz und Diakon Michael König. 

Christian Wechslinger

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