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Berchtesgaden beantragt Förderungen für Kindertagesstätte

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Berchtesgaden beantragt Förderungen für Kindertagesstätte
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Der Marktgemeinderat gab den Planungen rund um die Kindertagesstätte im Rosenhof-Stadl grünes Licht. (Archivfoto: Patrick Vietze)

Berchtesgaden – Der Marktgemeinderat Berchtesgaden hat am Dienstagabend einstimmig die Planung und Kostenschätzung für die Kindertagesstätte am Rosenhof genehmigt.


Im Beschluss wurde auch festgehalten, dass dem Gemeinderat der Finanzierungsvorschlag und die Kostenberechnung vorzulegen sind. Denn einige Mitglieder haben in der Vergangenheit bereits mehrmals betont, wie wichtig Transparenz ist, was die Kosten betrifft. Im Moment sind für das Projekt 4 Millionen Euro veranschlagt, ein Teil davon soll gefördert werden.

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Dem Vorhaben, am Rosenhof eine Kindertagesstätte zu errichten, gab der Marktgemeinderat bereits im Oktober 2019 grünes Licht. Dafür soll der Stadl umgebaut werden, in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

Bürgermeister Franz Rasp erklärte am Dienstag zum aktuellen Stand des Verfahrens: »Wir versuchen derzeit, in ein laufendes Förderprogramm einzusteigen.« Nun muss die Gemeinde Berchtesgaden das Zuwendungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern einleiten. Nach dem positiven Gemeinderatsbeschluss kann nun der vorzeitige Maßnahmenbeginn beantragt werden. Die Berchtesgadener Landesstiftung hat bereits 180 000 Euro Zuschuss für die Kindertagesstätte bewilligt.

Weil es einen »denkmalpflegerischen Mehraufwand« gibt, der bei 1 Million Euro liegt, muss die Gemeinde außerdem Zuwendungsanträge an die zuständigen Behörden stellen. Wie viel Förderungen die Gemeinde dann tatsächlich erhält, wie hoch die Kosten letztlich sind und wie viel an der Gemeinde hängen bleibt, über all das muss der Gemeinderat laut dem jüngsten Beschluss künftig informiert werden.

Unter anderem die statischen Konzepte und die Raumkonzepte seien schon aufgestellt, informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder. Wie bereits berichtet, soll das Gebäude in Zukunft zwei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern und zwei KinderkrippenGruppen mit je zwölf Kindern beherbergen.

Tageslicht soll Gebäude durchfluten

Es folgten einige Details zur Planung. Im Raum unter dem Dach soll der Charakter des Stadls erhalten bleiben, so Rasp. Dort sollen sich Spielflächen und auch Gruppenräume befinden. Damit das Tageslicht auch den unteren Teil des Gebäudes durchfluten kann, ist eine große Glasfläche eingeplant. Zudem soll der barrierefreie Zugang, auch zu den oberen Räumen, durch die Tennenzufahrten gegeben sein. Im Obergeschoss sollen die zwei Kindergartengruppen untergebracht werden.

Die vorgetragenen Einzelheiten kamen gut bei den Gemeinderatsmitgliedern an. Michael Koller (FW) sagte: »Man sieht gut, wo die Reise hingeht.« Er verwies aber auch auf die Kostensituation. »Wir haben bereits darauf hingewiesen – wir stehen dahinter, haben aber ein Auge auf die Kosten.« Dies sagte er mit Blick auf den Denkmalschutz.

Kämmerer Richard Beer berichtete, dass der Markt mit Förderungen in Höhe von 987 500 Euro vom Freistatt Bayern rechnet. Außerdem sei die Bayerische Landesstiftung ein möglicher Förderer. Es habe dazu bereits ein gutes Gespräch mit dem Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, gegeben, warf Franz Rasp ein. Auch private Stiftungen würden Interesse daran äußern, dieses Projekt zu fördern.

Wenn die Kindertagesstätte fertiggestellt ist, können sich die Kinder übrigens auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück austoben, sagte der Kämmerer noch.

Bedeutung des Rosenhofs »ist allen bewusst«

Dr. Bartl Wimmer (Grüne) meldete sich zu Wort und sagte, er fände das Vorhaben grundsätzlich gut. Was die Transparenz bei den Kosten betrifft, machte er noch einmal deutlich: »Es ist wichtig, dass die Bedenken des Gemeinderats ernst genommen werden.« Eines merkte er noch an: »Ich glaube, es wäre maximal fatal, wenn wir das jetzt gut hinkriegen und währenddessen der Rosenhof daneben total verfällt.«

An diesen Punkt knüpfte auch Rosemarie Will an. Sie werde ständig gefragt, wie es denn nun mit dem Rosenhof weitergehe. »Es gab ja mal einen Plan für den Ausbau des Rosenhofs, einer wollte ihn doch sogar kaufen«, rief sie in Erinnerung. »Er soll sich bei uns melden, wir vermitteln gerne«, war die blitzschnelle Antwort des Rathauschefs. Die Bedeutung des Rosenhofs sei allen bewusst. »Vonseiten der Gemeinde haben wir schon alles getan, was das Baurechtliche betrifft.« Es sei aber Sache des privaten Eigentümers und des Landesamts für Denkmalpflege.

Hans Kortenacker (Berchtesgadener Bürgergruppe) war nicht immer Fan des Projekts. »Ich habe schon immer davor gewarnt, dass die Kostenübersicht ein Problem sein könnte.« Allerdings stimmte es ihn versöhnlich, dass der Gemeinderat »noch vor dem ersten Auftrag, der rausgeht«, wie es der Marktbürgermeister zuvor formuliert hatte, über den Finanzierungsvorschlag und die Kostenberechnung informiert werden muss. »Wir stimmen dem zu.«

Richard Schwab (FW) äußerte Bedenken, ob 4 Millionen Euro wirklich reichen werden. »Wir haben schon 700 000 Euro an Planungs- und Ingenieurskosten.« Er erkundigte sich, ob der Dachstuhl komplett erneuert werde. Als Rasp dies bejahte, sagte Schwab nur: »Das wird teuer.« Der Dachstuhl sei aber erst 60 Jahre alt und stehe jetzt schon auf einem Sekundärtragwerk aus Beton, so Rasp. »Er hat also denkmaltechnisch keinen Wert. Darum trauen wir uns drüber.«

Annabelle Gabriel

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