Berchtesgadener Berghütten schließen bald

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Das Kärlingerhaus ist ab 4. Oktober außer Betrieb. (Foto: DAV Berchtesgaden)

Berchtesgaden – Der Bergsommer neigt sich dem Ende zu, die ersten Berghütten schließen ab Oktober. Auch in diesem Jahr war Covid-19 das dominierende Thema auf den Berghütten. Daniel Hrassky, Sprecher des DAV Berchtesgaden, stellt fest: »Durch die behördlichen Vorgaben im ersten Jahr der Pandemie hatten unsere Hütten im Schnitt Besucherrückgänge von einem Drittel zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2019 vor Corona, entspricht dies einem Umsatzrückgang von nahezu 40 Prozent.« Die Wasseralm mit nur einem großen Lager musste sogar mit Einbußen in Höhe von 70 Prozent zurechtkommen.


Nach den hohen Infektionszahlen im vergangenen Winter standen die Vorzeichen im Jahr 2021 anfangs sogar noch schlechter als im ersten Jahr der Pandemie. Der Lockdown dauerte bis zum 21. Mai an, ein Datum, an dem die Hütten normalerweise bereits geöffnet haben. Laut Pressemitteilung der DAV-Sektion Berchtesgaden ließ auch das kurzfristig veröffentlichte Gesundheitskonzept die Hüttenwirte im Unklaren.

Zusätzlich erschwert wurde der Hüttenbetrieb durch die Ein-Hausstand Regelung. »Und damit nicht genug, pünktlich zum Frühlingsanfang schlug das Wetter in den Bergen um und ein später Wintereinbruch brachte Schneefall bis in tiefe Lagen«, heißt es in der Pressemitteilung.

Aber bereits kurz nach der Öffnung verbesserte sich, nach Angaben der DAV-Sektion, die Situation und selbst die Hüttenwirte in den entlegenen Lagen sahen sich mit einem Besucherandrang konfrontiert, der bisher ohne Beispiel war. Dabei war ein Großteil der Gäste sehr verständnisvoll und hielt sich an die Auflagen und behördlichen Vorgaben. Nur einige wenige, unschöne Zwischenfälle und Diskussionen waren zu verzeichnen.

Dennoch ist davon auszugehen, dass die Besucherzahlen weiterhin bei etwa 70 Prozent der Vor-Corona- Zeiten bleiben, denn durch die Abstandsregeln können die Hütten nicht die vollen Kapazitäten nutzen. Nach dem Bergsommer stehen nun die Termine für die Schließung der Hütten der DAV Sektion Berchtesgaden für den Winter fest: Das Stöhrhaus am Untersberg beendet als erstes am Samstag, 2. Oktober, den Übernachtungsbetrieb. Am Montag, 4. Oktober, schließen die Wasseralm in der Röth sowie das Kärlingerhaus am Funtensee, hier stehen noch abschließende Renovierungsarbeiten an. Die Blaueishütte beendet den Übernachtungsbetrieb am Donnerstag, 9. Oktober.

Als letzte Hütte der DAV-Sektion Berchtesgaden schließt das Schneibsteinhaus am 16. Oktober für Übernachtungsgäste, der Gastronomiebetrieb wird wetterabhängig bis voraussichtlich 1. November fortgeführt.

Da noch keine neuen Konzepte für den Winterbetrieb bekannt sind, ist auch in diesem Winter davon auszugehen, dass die Schutz- und Winterräume geschlossen bleiben müssen. Die Hygienevorschriften lassen keine geplanten Übernachtungen zu, ebenso müssen alle Decken, Kissen und das komplette Geschirr entfernt werden. Somit verbleiben dort nur die Schlaflager und es besteht keine Möglichkeit zu kochen oder die Räume zu beheizen.

Weiters müssten die Räume nach jeder Benutzung umfangreich desinfiziert und die Personalien der Gäste registriert werden. »Wir sind uns der besonderen Schutzfunktion unserer Hütten bewusst, jedoch zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass eine Umsetzung dieser Vorschriften auf unseren abgelegenen hochalpinen Hütten nicht möglich ist«, heißt es in der Pressemitteilung. Daher bleiben die Winterräume auf allen Hütten der DAV Sektion Berchtesgaden bis auf Weiteres geschlossen.

Aktuelle Informationen können auf www.dav-berchtesgaden.de oder auf Facebook- und Instagram-Kanälen nachgelesen werden.

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