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Stefanie I. von Schlumberger und Heinz von der Stiege im Schloss Mirabell.

Berchtesgadenerin ist Faschingsprinzessin des Landes Salzburg

Berchtesgaden – Die Faschingsprinzessin des Landes Salzburg, Stefanie I. von Schlumberger, ist eine Berchtesgadenerin. Stefanie Ernst von der gleichnamigen Backhandwerkerei und Heinz Sperl alias Heinz von der Stiege sind diesen Fasching die Hoheiten des Nachbarbundeslandes. Die beiden, die auch privat ein Paar sind, wurden zunächst von ihrer Faschingsgilde, der 1. Großen Salzburger Gesellschaft, als Prinzenpaar bestimmt und dann von Landeshauptmann Wilfried Haslauer zum Prinzenpaar des Landes gekürt. Pünktlich zum Beginn der fünften Jahreszeit am 11.11. vergangenen Jahres fand im »Chiemseehof« in Salzburg die Krönung statt. Hohe Gäste waren zur Feierlichkeit gekommen. Neben dem Landeshauptmann zählten auch die »Berchtesgadener Goassen« zu den Gästen.


»Salzburg HE-MU«, so der Schlachtruf

Von der Krönung an haben die 41-jährige Stefanie Ernst und der 59-jährige Heinz Sperl laufend Termine. »Seit dem 11.11. sind wir über 20-mal unterwegs gewesen«, berichtet Stefanie Ernst. Ihr Partner und sie nehmen sich trotzdem ein paar Minuten Zeit, um ein bisschen über das royale Faschingsleben zu erzählen. »Salzburg HE-MU« (Anm. d. Red. Schlachtruf: Salzburg Heiterkeit und Muse) hat es für das Paar bislang geheißen bei Besuchen bei befreundeten Gilden, in Kinderbetreuungseinrichtungen und Altenheimen, Verleihungen des diesjährigen Jahresordens der 1. Salzburger Faschingsgilde, bei der Narrensegnung in der Alten Residenz in Salzburg, der anschließenden Nacht der Tracht im »Augustiner Bräu«, dem Sturm aufs Schloss Mirabell und nicht zu vergessen, dem Krönungsball im »Stieglbräu«. Im Schloss Mirabell haben die beiden ein Fotoshooting gehabt. »Ein Mädchen hat uns aus einem Zimmer gehen sehen«, erzählt Heinz Sperl. »Mit großen Augen hat sie uns angeschaut«, fährt Stefanie Ernst fort. »Die Kleine hat tatsächlich gemeint, Stefanie ist die ›echte Prinzessin von Mirabell‹«, schmunzelt er. Faschingsprinzenpaare haben schöne Erlebnisse. Die besten kommen noch. Stefanie Ernst freut sich schon auf die kommenden Auftritte. Auch im Raum Berchtesgaden hat das Salzburger Landesprinzenpaar ein paar Termine. Im Februar besucht es beispielsweise den Kindergarten Winkl.

Am meisten ist am Faschingswochenende los. »Bis Faschingsdienstag fahren wir von Feier zu Feier«, erklärt Heinz Sperl. »Eine Stunde auf der Veranstaltung, rein ins Taxi und weiter geht's.« Als Prinzenpaar habe man vorwiegend repräsentative Aufgaben: »Lächeln, Hände schütteln, ein paar Worte wechseln«, beschreibt Stefanie Ernst ihre hoheitlichen Aufgaben, die sie »voll gerne macht«. Gut gelaunt und aufgeschlossen muss eine Faschingsprinzessin sein. »Trinkfest aber nicht«, wie Stefanie Ernst weiß.

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Das Prinzenpaar mit der Berchtesgadener Faschingsprinzessin beim Rathaussturm in Salzburg. (Fotos privat)

»Prinzenverbrennung« am Faschingsdienstag

Am Faschingsdienstag, der heuer auf den 21. Februar fällt, endet die Amtszeit der Hoheiten. Im Rahmen des »Faschingskehraus« im »Augustiner Bräu« findet die sogenannte »Prinzenverbrennung« statt. Wie bei der Krönung inszenieren die Narren einen Sketch. Auf dem Krönungsball im »Stieglbräu« hat Prinzessin Stefanie I von Schlumberger einen Frosch geküsst, der sich dann als Prinz Heinz von der Stiege entpuppt hat. Beim Kehraus muss er sterben. »Wie ich ums Leben komme, weiß ich noch nicht«, schmunzelt Heinz Sperl. »Das denkt sich die Gilde aus«, erklärt er. Ein ehemaliger Prinz sei einmal blass geschminkt worden und habe im »Augustiner Bräu« schauspielern müssen, dass er langsam zusammensackt. »Zwei Ärzte von Landeskrankenhaus sind zur Hilfe geeilt«, erzählt Heinz Sperl. »Wir haben ihnen dann gesagt, dass der Faschingsprinz nur zum Kehraus seinen Tod inszeniert.«

Andere Prinzen seien durch einen Rosenstachel oder einen Dartpfeil getötet worden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Nach dem Schauspiel verbrennen die Narren dann traditionell eine Strohpuppe. »So endet unsere Zeit als Landesprinzenpaar und als Prinzenpaar unserer Gilde«, erklärt Stefanie Ernst.

Derweil genießt die Berchtesgadenerin die Zeit als Prinzessin Stefanie I. von Schlumberger noch. Mit großer Freude wirft sie sich in ihr Prinzessinnenkleid – eine Maßanfertigung in Rot, passend zu den Rotröcken der Gilde –, steckt die auffälligen rot-silbernen Ohrhänger an, hängt sich die passende Kette um und setzt die Krone auf. Ein Prinzessinnenleben hat schon was – auch wenn es nur eine kurze fünfte Jahreszeit lang dauert. Bis Faschingsdienstag heißt es für die Hoheiten des Landes Salzburg mit der Berchtesgadener Prinzessin noch »Salzburg HE-MU«. Viel Spaß.

li

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