Berchtesgadens erste ehrenamtliche Bürgermeisterin

Berchtesgaden: Hebamme Iris Edenhofer seit Mai für die Grünen erste ehrenamtliche Bürgermeisterin
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Mitten in Berchtesgaden hat sich Iris Edenhofer zusammen mit ihrem Mann eine kleine grüne Oase geschaffen. (Foto: Lena Klein)

Berchtesgaden – Iris Edenhofer ist nicht nur neu im Marktgemeinderat, sondern auch die erste weibliche Stellvertreterin des Bürgermeisters in Berchtesgaden. Mit dem »Anzeiger« sprach die 58-jährige Hebamme über politisches Engagement, die Offenheit der Berchtesgadener und Projekte, die sie gerne umsetzen möchte.


Vor fünf Jahren zog die gebürtige Mühldorferin zusammen mit ihrem Mann nach Berchtesgaden, denn Stefan Edenhofer übernahm ein Geschäft im Markt. »Uns wurde bewusst, dass er auch mal schnell ins Geschäft kommen können muss, ohne lange Strecken fahren zu müssen«, sagt sie. Inzwischen haben sich die beiden zusammen mit Hund Shanty eingelebt. Schwer war das nicht, denn Berchtesgaden stand schon einmal auf dem Etappenplan.

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»Mein Mann kommt ursprünglich aus Bad Reichenhall und hat eine Ausbildung zum Schreiner an der Schnitzschule in Berchtesgaden gemacht«, erzählt Iris Edenhofer. Doch nach einem schweren Unfall musste er umschulen und ließ sich zum Augenoptiker ausbilden.

15 Jahre lebten sie in Regensburg – zusammen mit ihren beiden Kindern. »Dann ist meine Schwiegermutter krank geworden und die Kinder haben immer wieder gefragt, warum wir nicht in den Landkreis ziehen, denn sie waren begeisterte Skifahrer.« Sie bauten ihre Zelte in der Oberpfalz ab und zogen zunächst nach Bad Reichenhall.

Kandidatin für die FWG

»Auch wenn mich Politik schon immer interessiert hat, habe ich meinen Fokus in dieser Zeit auf andere Dinge gelegt.« Edenhofer war acht Jahre lang Vorsitzende im Hebammen Landesverband in Bayern und zwei Jahre im Vorstand des Bundesverbands tätig. Sie ist Hebamme durch und durch, arbeitete bis zur Schließung in der Geburtshilfe des Krankenhauses in Berchtesgaden und wechselte dann in das freiberufliche Team der Kreisklinik Bad Reichenhall.

»Ich habe sicher zwischen 5500 und 6000 Kinder auf die Welt gebracht, also quasi ein kleines Dorf«, sagt sie lachend. 37 Jahre lang ist sie nun schon Hebamme, und das, obwohl sie zunächst andere Pläne hatte. Edenhofer hatte eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten absolviert. Zufrieden war sie damit aber nicht. »Ich wollte eine Zusatzausbildung machen, damals dachte ich an Krankenschwester oder Physiotherapeutin.« Bevor sie sich endgültig entschied, ging sie für acht Monate als Au-pair nach Paris. »Davor habe ich mich noch an der Hebammenschule in München beworben, hatte aber kaum Hoffnung, denn auf 20 freie Plätze bewarben sich zu dieser Zeit etwa 800 Interessierte.«

Doch Edenhofer erhielt tatsächlich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und reiste von Paris nach München. »Dass ich so eine Strecke für ein Bewerbungsgespräch auf mich nehme, hat anscheinend beeindruckt, denn kurz darauf bekam ich den Bescheid, dass ich ab Oktober anfangen könne.«

 

Edenhofer ist seit Mai nicht nur Teil des Gemeinderats, sondern auch Kreisrätin und Mitglied im Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG. »Es gibt genug zu tun und ich bin froh dass es mir mehr Freude macht, als ich zu hoffen gewagt habe.« Auch wenn sich das kitschig anhöre, fühle sie sich wohl und engagiere sich gerne in dem Ort, in dem sie lebt. »Es würde mich freuen, wenn wir für die künftigen Generationen etwas besser machen könnten.«

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Freitagsausgabe (3. Oktober) des Berchtesgadener Anzeigers.

Lena Klein

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