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Die Teilnehmer von Bauhöfen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land mit Biosphären-Rangerin Anja Gellert und Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege Josef Stein. (Foto: Biosphärenregion Berchtesgadener Land)

Biosphärenregion Berchtesgadener Land organisiert spezielles Training für Bauhof-Mitarbeiter

Berchtesgaden – Die regionale Pflanzenwelt im Berchtesgadener Land besteht aus mehr als 2 000 verschiedenen Pflanzenarten, die typisch für alpine und voralpine Lebensräume sind. Im Laufe der Jahrhunderte sind immer wieder neue Arten dazu gekommen, auf natürliche Art und Weise oder durch den Menschen eingeführt. Einige dieser neuen Arten, die nicht in Europa heimisch sind – sogenannte Neophyten – können jedoch zum Problem werden, wenn sie heimische Arten und Lebensräume durch ihre Ausbreitung bedrohen. Dafür sollten nun auch Mitarbeiter von Bauhöfen im Landkreis sensibilisiert werden.


Eines der übergeordneten Ziele in der Biosphärenregion ist der Erhalt der Kulturlandschaft und deren Arten- und Biotopvielfalt. Die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit verschiedenen regionalen Partnern artenreiche Lebensräume in der Region zu erhalten und neu zu schaffen. Aus diesem Grund werden von der Verwaltungsstelle in Kooperation mit dem Blühpakt Bayern, vertreten durch den Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege Sepp Stein, Trainingstage für die Bauhöfe des Landkreises organisiert.

In den vergangenen Jahren wurden diese bereits zu Themen wieartenreichen Wiesen, fachgerechter Gehölzschnitt oder Nisthilfen für Wildbienen angeboten. Das vierte Biosphären-Bauhoftraining fand in Berchtesgaden statt und widmete sich invasiven Neophyten. Im theoretischen Teil stellte Biosphären-Rangerin Anja Gellert verschiedene Pflanzenarten vor, die zu einem Problem werden können. Sie zeigte Maßnahmen auf, die eine Ausbreitung eindämmen sollen. Problematisch sind die Arten, die sich etablieren, rasch verbreiten und einheimische Arten dadurch verdrängen. Diese Pflanzen werden als invasiv bezeichnet. Aktuell gibt es in Bayern 46 davon. Sie stehen auf der so genannten schwarzen Liste, wie zum Beispiel das Drüsige Springkraut, die Kanadische Goldrute, der Japanische Knöterich, Ambrosia oder der Riesenbärenklau. Sie können der biologischen Vielfalt schaden und zu wirtschaftlichen oder manche sogar zu gesundheitlichen Schäden führen.

Josef Stein führte die Teilnehmer durch den anschließenden Praxisteil. Hierbei wurden verschiedene Neophytenstandorte rund um Berchtesgaden besucht, wie etwa der Japanische Staudenknöterich am Dokumentationszentrum Obersalzberg. Diese Pflanze ist sehr konkurrenzstark und verdrängt alle anderen Pflanzen. Stein stellte einen Versuch vor, um die Pflanze nachhaltig zu entfernen, indem man sie abmäht und anschließend mit verschiedenen Materialien abdeckt. Am erfolgversprechendsten hat sich hier bisher die Nutzung von Teichfolie gezeigt.

Nach dem halbtägigen Bauhoftraining war der Blick der Teilnehmer für Problempflanzen geschärft. So können schon kleine Vorkommen von Problempflanzen früh erkannt und gegebenenfalls eingedämmt werden.

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