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Bestens gelaunt führten die Kinder den Festzug an. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Das »Aushängeschild« der Weihnachtsschützen: Moakterer feiern 75-jähriges Bestehen mit Festzug durch Berchtesgaden

Berchtesgaden – Groß gefeiert wurde am Wochenende das 75-jährige Bestehen der Weihnachtsschützen Berchtesgaden-Markt. In der Ludwig-Ganghofer-Straße gab es einen musikalischen Empfang für Ehrengäste, Mitglieder und den Patenverein Stanggaß durch die Marktkapelle Berchtesgaden. Im Festzug verzichtete 1. Vorstand Stefan Lang aus Sicherheitsgründen auf ein Pferdegespann, dafür wurden die Ehrengäste in zwei Oldtimern von Bernd Buchwinkler gefahren, einem VW Käfer 1303 Cabrio von 1979 und einem VW Käfer 1200 aus dem Jahr 1963.


Der Kirchenzug, angeführt von der Marktkapelle Berchtesgaden mit Trommlerzug, ging zunächst zur Franziskanerkirche. In der Gnadenkapelle legte Stefan Lang einen Kranz nieder, die Oberherzogberger Weihnachtsschützengesellschaft feuerte am Herzogberg drei Kanonenschüsse ab. Pater Manfred Gruber betete für die Verstorbenen und segnete die Weihnachtsschützen. Die Festgemeinde zog weiter über die Metzgergasse zum Schlossplatz und zur Pfarrkirche, wo der Festgottesdienst stattfand.

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Quer durch den Markt zog der Jubelverein mit seinen Gästen zur Kirche.

Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob freute sich über das 75-jähriges Gründungsfest der Markterer Weihnachtsschützen: »Es ist so und so wird es auch früher gewesen sein, dass immer ein Kern von Schützen den Verein geleitet hat. Dies gibt Anlass, Dank zu sagen, denen die mehr als sieben Jahrzehnte Verantwortung getragen haben, dass sie diesen Gründungsgedanken von damals weitergegeben haben. Wollen wir dankbar sein all denjenigen, die Verantwortung getragen haben und in heutiger Zeit tragen.«

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In der Gnadenkapelle der Franziskanerkirche legte Vorstand Stefan Lang einen Kranz nieder.

Nach dem Gottesdienst ging es über den Weihnachtsschützenplatz und die Metzgergasse hinunter ins »Bräustüberl«. Die Stanggaßer schossen während des Kirchen- und Festzuges am Standplatz der Markterer Weihnachtsschützen am Lockstein. Einigkeit herrschte bei allen, dass die Markterer den schönsten Schießstand haben.

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Bekamen das Goldene Ehrenzeichen: Eugen Mayrhöfer und Eduard Thomae mit 1. Vorstand Stefan Lang (l.), Schriftführer Hans Lochner (hinten) und Kassier Alfred Vogl (r.).

Im »Bräustüberl« spielte die Soizwiesner Tanzlmusi und sorgte für Stimmung. Es gab Gruß- und Dankesworte von 1. Vorstand Stefan Lang. Der bedauerte, dass der Patenverein, die Engedeyer Weihnachtsschützen, wegen eines Termins nicht anwesend sein konnten. Lang blickte zurück auf die Geschichte des Vereins und zitierte aus dem Schriftführerbuch, was die Gründungsväter der Markterer Schützen dort festgehalten haben: »Treu dem alten Brauch ist das Lösungswort jedes echten Berchtesgadener Weihnachtsschützen. Aber nicht nur erhalten und fördern sollen die Schützen die von ihren Väter ererbten Sitten, auch dass die Jugend an ihre Seite rückt, Jung und Alt. Berchtesgaden ist in verantwortungsvoller, kameradschaftlicher Zusammenarbeit in der Lage, der Heimat Sitt und Brauch immer fort zu pflegen und zu schützen.«

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Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob zelebrierte den Festgottesdienst.

Für den 1. Vorstand ist dies gleichsam ein Auftrag: »Wenn wir uns an diese Worte halten, sind die kommenden 75 Jahre kein Problem.« Glückwünsche überbrachte außerdem Bürgermeister Franz Rasp. »Wir Schützen in Maria Gern haben auch einen schönen Standplatz, aber Euerer ist um a Drumm scheena«, gestand das Gemeindeoberhaupt ein. »Wenn wir angeben wollen im Advent, dann laden wir Bekannte ein, wenn ihr schießt«, gab Rasp launig zu Protokoll. Er wünschte unfallfreies Schießen und Gottes Segen.

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Alfred Vogl wurde für seine Verdienste um den Verein von Vorstand Stefan Lang zum Ehrenmitglied ernannt.

Gruß- und Dankesworte, gab es außerdem vom 1. Vorstand der Vereinigten Weihnachtsschützen, Thomas Holm: »Ihr Markterer Weihnachtsschützen seid für uns das Aushängeschild für die ganze Welt geworden. Ihr bringt stellvertretend für alle Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes unser über 360-jähriges Brauchtum in die Medien.« Zudem gab es im Rahmen des Festabends einige Ehrungen. Seit der Fahnenweihe am 21. Juli 1963 ist Christl Ibler Fahnenbraut, der Vorstand bat sie nach vorne und überreichte unter viel Applaus einen Blumenstrauß. Es gab auch neue Vereinsehrenzeichen, unter anderem in Silber und Gold. Das Goldene Ehrenzeichen wurde Eugen Mayrhöfer und Eduard Thomae verliehen.

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Fahnengruß der Markterer Weihnachtsschützen (l.) mit den Stanggasser Weihnachtsschützen.

Eine besondere Ehrung wurde Alfred Vogl zuteil. Er ist seit 1994 Kassier der Markterer Weihnachtsschützen. Für diese Tätigkeit und seine Verdienste um den Verein wurde er unter großem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt.

Bei ausgelassener Stimmung ließ die Festgemeinde den Abend ausklingen, es wurde noch lange getanzt und gefeiert.

Bernhard Stanggassinger

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