Das Weihnachtsschießen in schwierigen Zeiten

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Neuwahlen und Ehrungen beim Weihnachtsschützenverein Berchtesgaden-Markt (v.l.): 1. Vorstand Stefan Lang, Ernst Steinbrecher, Ludwig Koller, Rudi Meier, Hubert Seidler, Schriftführer Hans Lochner und Gerhard Kurz. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Pandemie-bedingt konnten die Markterer Schützen ihre alljährliche Generalversammlung traditionell um Sebastiani im Januar nicht abhalten. Da in diesem Jahr allerdings die turnusgemäßen Neuwahlen anstanden, verlegte der Verein seine Versammlung in den Oktober. 1. Vorstand Stefan Lang, den die Mitglieder bei den Neuwahlen in seinem Amt bestätigten, konnte daher jetzt 51 Mitglieder sowie Ehrengäste im Gasthof »Goldener Bär« begrüßen. Zu Beginn gedachte man der in diesem Vereinsjahr verstorbenen Schützenkameraden Hermann Scherer, Andreas Lipp, Michael Scheifler, Ludwig Prestl und Hans-Jörg Hasenknopf.


»Den Brauch der Alten wollen wir erhalten« – mit diesen Worten eröffnete Vorstand Stefan Lang seinen Bericht. Der Vorstandschaft sei es besonders wichtig, das Weihnachtsschützenbrauchtum in seiner ursprünglichen Form zu bewahren und den Zusammenhalt und die Kameradschaft im Verein zu stärken. Die Corona-Pandemie habe auch den Markterer Schützenverein sehr viel abverlangt. Wie in allen gesellschaftlichen Ebenen, kam das Vereinsleben nach den Worten des Vorstands zum völligen Stillstand. Nach Corona sei es deshalb eine große Aufgabe, den Verein in eine gute Zukunft zu führen.

Der Vorstand kam auch auf das letztjährige Christkindl- und Weihnachtsschießen zu sprechen. Trotz eines Hygienekonzeptes war es nicht möglich, zum gemeinsamen Schießen auf dem Standplatz zusammenzukommen. Das Weihnachtsschießen wurde durch die Verantwortlichen als Veranstaltung eingestuft und eine solche war in Corona-Zeiten generell verboten.

Unter Einhaltung der Sicherheitsregelungen wurde ein Schießen »dahoam« erlaubt. Da jeder Schütze generell für sich selbst und seinen Böller verantwortlich ist, fand nun ein gänzlich verändertes Christkindlschießen statt. Stefan Lang bedankte sich bei allen Schützenkameraden für ein unfallfreies Schießen und die Einhaltung der entsprechenden Regeln. Es war anderes, aber ein besonderes Weihnachten und Silvester, das man so ruhig nicht gekannt hatte. Man hofft nun, dass sich die Mitglieder in diesem Jahr in gewohnter Manier zum Schießen auf dem Lockstein treffen dürfen.

Hans Lochner ließ in seinem Schriftführerbericht das 73. Vereinsjahr noch einmal Revue passieren. Erinnert wurde an Vereinigungsvorstand Rudi Koller, der im letzten Jahr während seiner Amtszeit plötzlich verstorben war sowie an die Aufnahme des Weihnachtsschützenbrauchtums in das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Pfingstschießen und das Kirchweihfest der Weinfeldkapelle konnten unter bestimmten Coronaauflagen abgehalten werden.

Kassier Alfred Vogl stellte im Kassenbericht die Ein– und Ausgaben gegenüber und konnte sogar von einem kleinen Zuwachs der Vereinskasse berichten. Die Kassenrevisoren Rudi Meier und Daniel Wohlrab bescheinigten dem Kassier eine einwandfrei geführte Kasse und beantragten die Entlastung.

»Der Standplatz verweist, Schnellfeuer und Salven ausgeblieben« – so beschrieb Schützenmeister Franz Hochreiter die Situation im letzten Jahr. Er bedauere es zwar, dass das Brauchtum nicht wie gewohnt stattfindet konnte, war aber froh, dass trotzdem die Böller zu hören waren. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Kameraden für das Verhalten und den disziplinierten Umgang mit Schwarzpulver. Es war zumindest so möglich, das Weihnachtsfest anzukündigen.

Für seine langjährige Tätigkeit als Fähnrich erhielt Hubert Seidler von Vorstand Stefan Lang eine Urkunde und das Silberne Ehrenzeichen des Vereins. Seidler bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft und den Fahnenbegleitern und wünschte seinem Nachfolger eine starke Hand.

Mit Michael Schwaiger, Matthias Schulmayr, Maximilian Renoth, Hans Küpper, Maximilian Eppich, Stefan Damböck, Florian Haas, Paul Eidam, Matthias Köppl und Franz Hochreiter jun., konnten zehn junge Kameraden bei den Mark­terern aufgenommen werden. Der Verein zählt nun 189 Mitglieder.

Im Anschluss an die Versammlung fanden die Neuwahlen der Vorstandschaft statt. Wahlleiter Johannes Schöbinger führte in bewährter Weise durch die einzelnen Wahlgänge. Mit geringfügigen Veränderungen wurden die Kandidaten wiedergewählt (siehe Kasten). Schöbinger gratulierte der neu gewählten Vorstandschaft und wünschte ein gutes Geschick bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben.

Für die Treue zum Verein konnte die Vorstandschaft einigen Mitgliedern Ehrenurkunden überreichen (siehe Kasten).

Vereinigungsvorstand Thomas Holm überbrachte die Grüße der Vereinigung und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Er gratulierte der neu gewählten Vorstandschaft und bat besonders die Jungschützen, sich ein Beispiel an den älteren und geehrten Schützenkameraden zu nehmen, die mit Herzblut bei der Sache sind.

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