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DAV-Sektion Berchtesgaden beendet Bergtourensaison

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Von oben blickten die Bergsteiger auf die Giglachseen.

Berchtesgaden – Bevor der Winter kommt, wollte die DAV-Sektion Berchtesgaden noch einige schöne Touren unternehmen. Im DAV-Tourenprogramm standen noch Ziele offen.


»Ungleiche Zwillinge« – so werden sie auch genannt die Lungauer- und die Steirische Kalkspitze in den Schladminger Tauern. Bequem zu erreichen sind sie beide, bis auf die Ursprung-alm auf 1606 Meter kann gefahren werden. Ein guter Weg führt über den Preuning- und Znachsattel hinauf zur Ahkarscharte (2315 Meter).

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Die Wandergruppe marschierte zuerst auf die Steirische Spitze, über den luftigen Südgrat. Sie ist formschöner und sportlicher. Die Sektionsteilnehmer schauten hinüber zur Lungauer Kalkspitze, stiegen ab in den Sattel und gleich problemlos über einen brüchigen Rücken und einen breiten Grat hinauf. Die Gruppe rastete und genoss die großartige Aussicht an diesem schönen Tag.

Den kurzen Abstecher zur Ignaz-Mattis-Hütte haben die Wanderer nicht bereut, auf der Terrasse oberhalb des Giglachsees lässt sich gut sitzen und schau'n. Einige Mutige wagten sogar ein kurzes, aber frisches Bad im See, ehe wieder zu den Fahrzeugen abgestiegen wurde.

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Gute Laune hatten die Berchtesgadener beim Erklimmen des Hochkesselecks. (Fotos: DAV Berchtesgaden)

»Ein luftiger Gipfel über einem Naturschutzgebiet mit drei zauberhaften Seen und einer freundlichen Hütte«, so stand es in der Beschreibung über den Höchstein in den Schladminger Tauern und da wollten die Sektionsteilnehmer hin. Keiner war jemals in diesem Gebiet. Vom großen Parkplatz im hintersten Seewigtal ging es erst einmal eben am Ufer des Bodensees entlang, bald aber wurde es steil bis hinauf zur Hans-Wödl-Hütte auf 1523 Meter. Eine kurze Brotzeit, ein Gespräch mit dem netten Wirt und alle stiegen weiter über eine mächtige Steilstufe zu einer kleinen Hütte.

Blick auf Dachstein, Grimming und Stoderzinken

Die Teilnehmer kamen zur Unteren Filzscharte, querten an tiefgründigen Seeaugen vorbei zur Oberen Filzscharte. Die zunehmende Steilheit war gut gestuft. Teilweise versichert erreichte die Gruppe über den Westgrat den höchsten Punkt des Höchsteins (2543 m). Rundherum Berge: Dachstein, Grimming, Stoderzinken und direkt gegenüber die mächtige Pyramide der Hochwildstelle mit der abweisenden Nordwand.

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Die Mitglieder der Alpenvereinssektion Berchtesgaden haben den Gipfel des Schönbichler Horns erklommen.

Sachte stiegen alle den anspruchsvollen Weg wieder hinunter zur Wödl-Hütte, immer noch fasziniert von diesem beeindruckenden Winkel. Nach dem rauschenden Wasserfall unter der Hütte schlenderten die Wanderer am See entlang aus dem Tal hinaus.

Dachstein – das heißt: immer großartige Unternehmungen für Wanderer, Bergsteiger und Kletterer. Die Tour auf das Obere Hochkesseleck begann auf der Oberhofalm, unterhalb des idyllischen Almsees. Die Gruppe stieg über einen steilen Weidehang, vorbei an kleinen, lustig fließenden Bächen hinauf zum Rinderfeld mit seinen reizvollen, sattgrünen Matten. Mühsam über ein grobes Schuttfeld und eine brüchige Schlucht, aber drahtseilgesichert erreichten die Teilnehmer die schmale Reißgangscharte.

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Gigantischer Anblick beim Aufstieg zum Schönbichler Horn.

Im Zickzack ging's auf einen schroffen Rücken, eine flache Passage und über ein gesichertes Band zum Unteren und über eine felsige Geländestufe zum Oberen Hochkesseleck auf 2283 Meter. Das Ziel war kein Gipfel mit einem Kreuz, es war eine Scharte unter dem Hochkesselkopf mit grandioser Aussicht.

Auf der einen Seite das Übriggebliebene vom Gosaugletscher, darüber die hellen Felsfluchten vom Hohen Dachstein und auf einem sonnigen Hügel steht die stattliche Adamek-Hütte, ein historisches ÖAV-Haus. Auf der anderen Seite reihen sich die bekannten Gipfel des Gosaukamms hintereinander, angeführt von der mächtigen Bischofsmütze, unten die dunkelgrünen Gosauseen. Die Sektionsteilnehmer saßen, schauten und träumten ein bissl, stiegen dann wieder hinunter und kehrten bei der gastlichen Oberhofalm ein.

Architektonische Meisterleistung am Berg

Kurzfristig, weil das Wetter gar so schön war, haben sich die AVler für die zweitägige Tour Mitte September ins Zillertal zum Schönbichler Horn entschieden. Der eigentliche Termin im August fiel wegen schlechten Wetters aus. Vom Breitlahner, dem Ausgangspunkt, stieg die Gruppe in wunderbarer Landschaft auf bequemem Weg durch den Zemmgrund hinauf zur Berliner Hütte (2042 m).

Ein großes Haus, denkmalgeschützt, bereits 1879 erbaut, einfach altehrwürdig. Innen ist alles außergewöhnlich, architektonisch bestimmt eine Meisterleistung, fast zu pompös für eine Bergsteigerunterkunft. Die Eingangshalle und das Treppenhaus aus edlem Holz mit viel Schnitzerei, der riesige Gastraum ebenso, von der Decke hängen überdimensionale Lüster. Für die aussichtsreiche Terrasse blieb wenig Zeit, denn die AVler wollten den Schwarzsee (2472 m) ansehen. Ein schönes Fleckerl rund ums Wasser im Angesicht der höchsten Zillertaler.

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Wenige Mutige nahmen ein Bad im eiskalten Giglachsee.

Der Aufstieg zum Schönbichler Horn am nächsten Tag war unspektakulär, im oberen Teil ging es seilversichert in eine Scharte und gleich darauf standen alle am Gipfel auf 3134 Meter. Die Aussicht war atemberaubend. Zugleich ist es der fünfte Dreitausender, auf dem Teilnehmer in diesem Sommer mit der DAV-Sektion standen, alle dankbar, dass heuer trotz Corona so viele großartige Ziele erreicht wurden. Der Abstieg zum Furtschagelhaus (2295 m) zog sich, nur die Blicke auf die prachtvollen Eisriesen Hochfeiler, Möseler und Co. entschädigten.

Den sechs Kilometer langen Hatscher, am Schlegeisspeicher entlang, schafften die Sektionsteilnehmer auch noch. Der Linienbus brachte alle zurück nach Breitlahner, gerade rechzeitig vor einem heftigen Donnerwetter. Christl Zembsch

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