Der Berchtesgadener Josef Lenz produziert bayerische Messer in Handarbeit

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Rund 850 Grad heiß ist es in der Gasesse, dem kleinen, selbst gebauten Gasofen. Foto: Kilian Pfeiffer

Berchtesgaden – Im Gasofen neben ihm glühen die Klingen in kräftigem Orange. »Ein Messer ist das beste Werkzeug«, sagt der Berchtesgadener Josef Lenz. Die Werkstatt vom Messer-Sepp ist sein zweites Zuhause, in dem er manchmal schon in aller Herrgottsfrühe zu finden ist. Von der Klinge über den Griff bis zur Messerscheide – alles Handarbeit. Ein Besuch.


Als Josef Lenz sein erstes Messer bekam, war er noch recht jung. Er ist mit den scharfen Werkzeugen groß geworden, »ich hatte natürlich auch ein Schweizer Messer«, sagt er. Heute ist der 34-Jährige selbst Familienvater und das Messer sein steter Begleiter. Ob beim Ausflug oder im Kroatienurlaub: »Ich habe immer eins im Hosensack.« Für die Brotzeit einen Apfel schneiden, für die Kinder einen Stock herrichten: Das handliche Taschen-Utensil kommt bei Sepp Lenz häufig zum Einsatz.

Gelernter Heizungsbauer

Sein Faible für die Klingen hat er von seinem Papa »vererbt« bekommen. Irgendwann packte ihn die Lust, selbst eins herzustellen. Als gelernter Heizungsbauer ist ihm das Handwerk nicht fremd, mit Metall und Stahl ist er gut vertraut, »eigentlich weiß ich mir bei allem zu helfen«, sagt Sepp Lenz. Wäre er nicht schon Heizungsbauer, würde er heutzutage glatt die Lehre zum Schlosser machen.

Sepp Lenz ist ein Machertyp. Bartträger, kariertes Holzfällerhemd und Kappe – »Messer-Sepp« steht drauf. Mehrere Tattoos prangen auf seinem Körper. Die Arbeiterhände umfassen ein Stück Stahl. Eine eigene Werkstatt ist seit Langem ein großer Traum: »Wo ich tun und machen kann, was ich will«, sagt er. Die ersten eigenen Messer entstanden auf unkonventionelle Weise. Ein Stück Baustahl, eine Flex, »ich habe einen gewissen Ehrgeiz«, sagt Sepp Lenz. Wenn er etwas anfängt, muss das Ergebnis gut sein. Sepp Lenz kaufte sich eine Bandschleifmaschine, erwarb einige Bücher, durchforstete das Internet nach nützlichen Informationen, etwa, wie man Messer in Eigenregie herstellt. Aus großen, leeren Gasflaschen, die er mit Schamottemörtel ausgoss, baute er sich eine Gasesse, zum Härten der Stahlklingen. Das Teil funktioniert. Ebenso der »Ersatzamboss«, ein Teil einer ausrangierten Eisenbahnschiene. Kilian Pfeiffer

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (7. September) des Berchtesgadener Anzeigers.

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