Ein Festtag für Kinder und Erwachsene in Basid

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Wunderschön geworden ist der neue Kindergarten in Basid. Zur Eröffnung reiste Gisela Bondes vom Berchtesgadener Verein Pamir-Hilfe eigens nach Tadschikistan. (Fotos: Archiv Bondes)

Berchtesgaden/Basid – Es war ein Festtag für das ganze Dorf, aber vor allem für die Kinder. Zur Einweihung und Inbetriebnahme des vom Berchtesgadener Verein Pamir-Hilfe finanzierten neuen Kindergartens in Basid war Kassierin Gisela Bondes, zusammen mit ihrem Ehemann und 1. Vorsitzenden Peter Bondes treibende Kraft des gemeinnützigen Vereins, eigens nach Tadschikistan gereist. Zufrieden konnte die Ärztin feststellen, dass sich die Lebensbedingungen im Bartang-Tal dank der Unterstützung aus Berchtesgaden wieder ein kleines Stück verbessert haben.


Ohne einen Vertreter des Vereins Pamir-Hilfe wollten die Einheimischen den neuen Kindergarten nicht in Betrieb nehmen und so kam der insgesamt vierwöchige Besuch von Gisela Bondes und einer befreundeten Ärztin aus Bern gerade recht. Man hatte ein großes Fest organisiert, konnte neben der Besucherin aus Berchtesgaden auch den heimischen Landrat begrüßen. Es gab Ansprachen, Gebete, Tanz und Musik, sogar ein rotes Band musste durchschnitten werden. Die Kinder sangen – die Hand aufs Herz gelegt – die tadschikische Nationalhymne.

»Das war schon sehr nett«, sagt Gisela Bondes und erinnert sich mit Freude daran, wie die Kinder ihr neues »Zuhause« gleich in Beschlag genommen haben. Zwischen 15 und 25 Kinder werden künftig auf rund 40 Quadratmetern zusammen mit den beiden Kindergärtnerinnen eine schöne Zeit verbringen.

Viele kleine Hilfsprojekte

Gisela Bondes konnte sich bei ihrem Besuch aber auch davon überzeugen, dass viele andere kleinere Projekte, die ebenfalls der Verein Pamir-Hilfe angestoßen und finanziert hat, Fortschritte gemacht haben. Mit Freude konnte die Berchtesgadenerin zur Kenntnis nehmen, dass eine Kardiermaschine für die Wollbearbeitung sowie eine Spinnmaschine mit kleinem Motor und zwei Nähmaschinen bereits in Betrieb sind. Die hatten sich die Frauen im Ort gewünscht, um künftig die eigene Wolle verarbeiten und verkaufen zu können. Auch das Projekt Hühnergehege ist mittlerweile abgeschlossen, der Hühner- und Eierhandel hat bereits Fahrt aufgenommen. Daneben gibt es einen Laden, dessen Bau der Verein mit einem Kredit unterstützt hat. Und der Ort hat mittlerweile eine kleine Kneipe, die bei Bedarf geöffnet wird und das gesellschaftliche Leben im Ort bereichert. An der Beschaffung der Einrichtung hat sich der Verein Pamir-Hilfe beteiligt.

Das Marmeladenprojekt, ein weiterer Wunsch der Dorffrauen, läuft ebenfalls bereits. Aus heimischen Obstsorten wie Aprikosen, Birnen, Kirschen, Berberitzen und Äpfeln wird Marmelade gemacht und in Gläsern an Touristen, aber auch Einheimische verkauft. Der Berchtesgadener Verein leistete hier eine Anschubfinanzierung, in drei Jahren soll das Projekt aber alleine laufen. Ein altes verfallenes Gebäude, das noch aus Sowjetzeiten stammt, haben die Einheimischen selbst wieder aufgebaut. Allerdings hatte man kein Geld für das Blechdach und für die Deckenverkleidung.

Großprojekt für die Gesundheit der Bewohner

Da half der Berchtesgadener Verein gerne aus. Jetzt kann darin wieder ein Teil des gesellschaftlichen Lebens stattfinden. Geplant sind Musik- und Tanzveranstaltungen und vielleicht auch Ringsport-Wettkämpfe. Nicht aus den Augen verloren haben die Verantwortlichen des Vereins Pamir-Hilfe ein Großprojekt, das vor allem für die Gesundheit der Einheimischen von großer Bedeutung ist: der Aufbau einer tadellosen Wasserversorgung.

Denn bislang gibt es im Bartang-Tal nur das trübe, sandige Flusswasser, auch Gletschermilch genannt. Die Versuche auch anderer Hilfsorganisationen, das Wasser zu filtern oder es in Absetzungsbecken zu reinigen, haben nie richtig funktioniert. Nun denkt man daran, mit einer 30 Meter tiefen Bohrung das saubere Grundwasser anzuzapfen. Es müsste an die Oberfläche gepumpt und dann über eine ebenfalls zu sanierende und frostsicher zu vergrabende, fünf Kilometer lange Wasserleitung ins Dorf geleitet werden. Um dieses Projekt realisieren zu können, muss der Verein allerdings noch fleißig Spenden sammeln. Gisela Bondes rechnet mit Kosten von mindestens 100 000 Euro.

Die Krankenstation läuft bestens

Dass Visionen mit der entsprechenden Hartnäckigkeit schnell Realität werden können, hat der Verein schon mehrfach bewiesen. Schließlich hat man auch beim Bau einer neuen Krankenstation trotz vieler Rückschläge nie aufgegeben. Und heute ist die florierende Station aus Basid nicht mehr wegzudenken.

Informationen zum Verein Pamir-Hilfe gibt es unter www.pamir-hilfe.de.

Ulli Kastner

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