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Pater Kajetan ist selbst ein leidenschaftlicher Pilger.
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Mit einem Büchlein über Pilgerwege verabschiedet sich Pater Kajetan von den Menschen im Stiftsland. (Fotos: privat)

Ein Geschenk an das Stiftsland – Mit einem Büchlein über Pilgerwege sagt Pater Kajetan den Berchtesgadenern »Servus«

Berchtesgaden – Der Franziskanerpater Kajetan Filipowicz wird Berchtesgaden nach zehnjähriger seelsorgerischer Tätigkeit im November verlassen. Zum Abschied beschenkt er jetzt das Stiftsland Berchtesgaden mit der Herausgabe eines Büchleins über heimische Pilgerwege. Kajetan, seit einigen Jahren selbst leidenschaftlicher Pilger, beschreibt darin detailliert alle Etappen des von ihm selbst kreierten Marienpilgerwegs von Berchtesgaden über Ettenberg und – je nach Variante – bis nach Maria Kirchental, den Emmaus-Rundweg hoch über Berchtesgaden und den Kaspar-Stanggassinger-Weg rund um den Kälberstein.


Vor einigen Jahren hat Pater Kajetan das Pilgern für sich entdeckt. Dabei legte er oft beachtliche Strecken über mehrere Hundert Kilometer zurück. Seine anstrengenden Reisen brachten ihn bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Trotz der enormen physischen Herausforderung geht es dem 58-Jährigen nicht um den sportlichen Aspekt. »Hier kann man neue Erfahrungen machen, innere Einkehr halten und sich Gedanken über sein Leben machen«, erzählte der Franziskanerpater dem »Berchtesgadener Anzeiger« einmal, nachdem er 300 Kilometer auf dem »Camino Primitivo«, einer Teilstrecke des berühmten Jakobswegs, unterwegs gewesen war.

Den spirituellen Aspekt des Pilgerns will Pater Kajetan den Menschen auch mit seinem kleinen Führer näher bringen. So schreibt er im Vorwort: »Was den Pilgerweg von einer gewöhnlichen Wanderung unterscheidet, ist der spirituelle Beweggrund und die religiöse Ausrichtung. So geht es nicht nur um körperliche Ertüchtigung, sondern um eine Sinnfindung und eine Begegnung mit dem Göttlichen oder um einen Ausweg in persönlichem Anliegen, Krankheit oder Not.«

Beschrieben werden auf insgesamt 88 Seiten nicht nur die Wegstrecken, sondern vor allem auch die möglichen Zwischenstopps entlang der Routen. Meist sind es Kirchen, Kapellen und Altäre, aber auch Sehenswürdigkeiten wie auf dem Marienpilgerweg die Kugelmühle in Marktschellenberg, die Almbachklamm, das Klausbachtal oder der Hirschbichlpass.

Wesentlich kürzer als die drei Etappen des Marienpilgerwegs ist der Emmaus-Rundweg hoch über Berchtesgaden. Er führt von der Franziskanerkirche zur evangelischen Christuskirche. »Diese Wanderung will uns Jesus Christus als den Auferstandenen verkünden«, erklärt Pater Kajetan und beschreibt die Geschichte der Kirchen und Kapellen am Wegesrand. Begleitend zu den Wegbeschreibungen listet der Pater immer wieder verschiedene Bibelstellen auf und gibt spirituelle Impulse. Da heißt es beispielsweise: »Ein Pilgerweg gibt Impulse und Wegweisungen und verleiht einen starken Glauben. Er gibt uns neue Zuversicht und neue Perspektive. Der Glaube schenkt mir Halt und neuen Mut und Kraft für mein Leben. Bin ich bereit, mein Herz Gott zu öffnen?«

Auf den letzten Seiten des Büchleins widmet sich Pater Kajetan dem Kaspar-Stanggassinger Weg rund um den Kälberstein. Hier kommt man vorbei am Schloss Fürstenstein, an Pater Kaspars Predigtstuhl, am Unterkälbersteinlehen, wo Kaspar Stanggassinger geboren wurde und an der sogenannten Lourdes-Grotte, bis man irgendwann die Franziskanerkirche erreicht.

Pater Kajetan betont, dass ihm bei den Texten viele Einheimische geholfen haben – allen voran Anton Plenk senior. Erhältlich ist das Büchlein zum Preis von 7 Euro an ausgewählten Stellen im Stiftsland Berchtesgaden und auch bei Pater Kajetan persönlich. Und wenn es sich gut verkauft, was der Franziskaner natürlich hofft, dann soll es im Frühjahr eine zweite Auflage mit der Aufnahme heimischer Bergtouren geben.

Ulli Kastner

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