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Ein Jahr des »Wahnsinns« für die Berchtesgadener Wehr

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Berchtesgaden: 2019 ein Jahr des "Wahnsinns" für die Freiwillige Feuerwehr
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Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen bildeten einen Höhepunkt der Jahreshauptversammlung der Berchtesgadener Freiwilligen Feuerwehr. (Foto: Dieter Meister)

Berchtesgaden – Ein turbulentes Jahr geht für die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden zu Ende. Hunderte von Einsätzen waren nötig, um beispielsweise der Schneemassen des letzten Winters Herr zu werden, dazu gab es den Großbrand der Schule auf der Buchenhöhe, um nur die herausragenden Ereignisse zu nennen.


Rund 600 Einsätze musste die Berchtesgadener über das übliche Jahresmaß hinaus leisten, das dreifache gar an Einsatzstunden. Das war den Berichten bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden im AlpenCongress zu entnehmen.

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Neben vielen Beförderungen in den Reihen der aktiven Feuerwehrleute, erhielten auch eine Reihe von Mitgliedern eine Ehrenurkunde als Anerkennung für langjährige Treue zur Berchtesgadener Feuerwehr. Auch eine Neuwahl des Vorsitzenden des Feuerwehrvereins war nach dem Rücktritt von Mario Kirchhoff notwendig. Ihm folgt nun Maximilian Moralis nach, der die Zustimmung von 76 Mitgliedern des Vereins erhielt.

Die Feuerwehr sei wichtiger denn je, stellte Marktbürgermeister Franz Rasp an den Beginn seiner Ausführungen und resümierte, dass man schon zum zweiten Mal in Folge einen Großbrand löschen musste. »Ohne Feuerwehr wäre das eine Katastrophe geworden.« Die Feuerwehr sei immer da, »wenn wir sie brauchen, und wir sind immer da, wenn sie uns braucht«. Ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr sei nötig, im kommenden Jahr müssen neue Schutzanzüge angeschafft werden. »Wir schauen auf die Feuerwehr«, sagte Rasp und »wir tun es gern für die Wehr und für die Bevölkerung«.

Zu viel Schnee

Es sei in diesem Jahr gar nicht so einfach gewesen, bei der Fülle von Einsätzen einen umfassenden Bericht zu liefern, stellte Feuerwehr-Kommandant Thomas Pfnür seinem Bericht voran. Schon am Heiligabend und in der Neujahrsnacht habe man heftig zu tun gehabt. Was aber danach gekommen sei, sei einfach Wahnsinn gewesen. Man habe die Schneemassen nicht erwartet. Eigentlich gehöre dies gar nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr.

»Für uns hat es am 5. Januar begonnen«, berichte Pfnür: Eine leblose Person, 60 umgestürzte Bäume, Lawinen. »Weil wir gut vorbereitet waren, haben wir das alles gemeistert, aber es ist dann ja nicht besser geworden.« 557 Einsätze seien absolviert worden, wobei man 4800 Kilometer mit den Einsatzfahrzeugen zurückgelegt hätte. Ganz nebenher habe es auch noch weit mehr als 4000 Telefonate gegeben.

Bis zu 87 Einsatzkräfte seien pro Tag im Einsatz gewesen, stellte der Kommandant nüchtern fest, und dies sei oft über mehrere Tage hinweg so gewesen. Nach dem Schneechaos habe man sich um die Tauschäden kümmern müssen. Die Klärung der Kostenfragen lägen nun bei der Politik. Und letztlich sei auch großer Aufwand nötig geworden, um die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. Es sei überdies eines der stärksten Einsatzjahre gewesen, resümierte der Kommandant. Registriert seien bisher 804 Einsätze, was etwa 600 mehr als üblich bedeute. Zwischen dem 5. und 19. Januar 2019 seien rund 10.000 Einsatzstunden geleistet worden. Anzumerken sei unbedingt, dass das Personal in allen Belangen extrem ruhig reagiert habe.

Kommandant Pfnür ging dann auf das »Normale« ein, Berichtete über Dienste und Schulungen, die leider zu wenig Plätze für die einzelnen Wehren anböten, konnte aber doch eine ganze Reihe von Erfolgen melden. Die Einsatzmannschaft der Feuerwehr Berchtesgaden habe derzeit eine Stärke von 193 Aktiven. Immerhin 41 Jugendliche und der Jugendzug unterstützten die Wehr.

Ehrungen

Im Anschluss an die Rede von Thomas Pfnür stand der Tagesordnungspunkt Ehrungen und Beförderungen auf dem Programm der Jahreshauptversammlung (siehe unten). Seinen letzten Bericht als 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins gab Mario Kirchhoff ab. Elf Jahre habe er der Vorstandschaft angehört, davon fünf an der Spitze. »Ich fühle mich geehrt, Euer Vorstand gewesen zu sein.« Nun wolle er sich für diese Zeit und die stets gute Zusammenarbeit bedanken.

Schriftführer Michael Mistlbacher ließ dann die wichtigsten Ereignisse des ablaufenden Jahres Revue passieren und ging dabei besonders auf den Feuerwehrleistungswettbewerb im Juli ein, bei dem 83 Gruppen teilnahmen und insgesamt rund 800 Teilnehmer gezählt wurden. Aktuell habe der Verein 162 Mitglieder. Der folgende Kassenbericht von Ludwig Prestel offerierte, dass der Verein auf soliden finanziellen Füßen steht. Thomas Fritsch als Kassenprüfer bescheinigte zudem eine einwandfreie und korrekte Kassenführung, was letztlich zur einstimmigen Entlastung des Vorstandes führte.

Das Amt des Wahlleiters übernahm Marktbürgermeister Franz Rasp, der Maximilian Moralis als einzigen Bewerber vorschlug. Bei der folgenden, schriftlich und geheim durchgeführten Wahl erhielt Moralis 76 Stimmen. Der neue 1. Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Berchtesgaden bedankte sich für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen und beschloss, als erste Amtshandlung gewissermaßen, die Versammlung.

Beförderungen ...

  • Befördert wurden zu Feuerwehrfrauen/Feuerwehrmännern: Hannah Geiger, Alina Skriwan, Justin Zeiß, Stefan Birnkammer, Elisabeth Farthofer, Andreas Penker, Daniel Raudschus und Andreas Roßbach
  • Zu Oberfeuerwehrmännern: Florian Gatz, Thomas Lenz, Maximilian Moralis
  • Zu Löschmeistern: Markus Spiesberger, Martin Hupfer
  • Zum Hauptlöschmeister: Christoph Renoth
  • Zu Brandmeistern: Klaus Lipsky, Christian Pfnür-Rosenberger
  • Zum Hauptbrandmeister: Tobias Schäfer

... und Ehrungen

  • Geehrt wurden für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft (Feuerwehr-Ehrenzeichen 2. Klasse): Peter Malcher, Thomas Pfnür, Christoph Renoth
  • Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft (Feuerwehr-Ehrenzeichen 1. Klasse): Roland Rother
  • Für 60 Jahre Mitgliedschaft im Verein: Walter Irlinger
  • Mit dem Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes BGL: Georg Kastner
  • Mit der Ehrennadel der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden e.V. (Bronze): Maria Theresa Murf
  • Mit der Auszeichnung »Partner der Feuerwehr« des Landesfeuerwehrverband Bayern: Gebirgsjägerbataillon 232

Dieter Meister

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