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Eine Buchvorstellung zum Geburtstag

Berchtesgaden – Romy Schneider, eine der bekanntesten Schauspielerinnen der deutschen und europäischen Filmgeschichte, hätte am Montag, 23. September, ihren 75. Geburtstag gefeiert. Diesen Tag nahm das Verleger-Ehepaar Anne und Dirk Schiff aus München zum Anlass, um ihr neues Werk »Romy hautnah! Begegnungen« im Hotel »Edelweiß« vorzustellen. Neben Zeitzeugen, die aktiv an dem Buch mitwirkten, ließen sich auch der Bürgermeister von Schönau am Königssee, Stefan Kurz, und der Geschäftsführer der BGLT, Stephan Köhl, die Buchvorstellung bei schönstem Wetter auf der Dachterrasse nicht entgehen.

»Vor ihren Völkerballbällen habe ich mich gefürchtet«, erinnert sich Schwester Bernadette schmunzelnd an ihre Schulfreundin Romy Schneider.

Rund ein Jahr Recherchearbeit steckt in dem Buch. Anne und Dirk Schiff haben Zeitzeugen von Romy und Magda Schneider in Deutschland und Österreich interviewt und lassen diese in ihrem Buch zu Wort kommen. Neben Schulfreundinnen aus der Internatszeit in Goldenstein bei Salzburg wie Schwester Bernadette oder Trude Wurm erinnern sich unter anderem auch Einheimische wie Maria Klegraefe (ehemalige Kinobesitzerin in Berchtesgaden), Dieter Wilke (direkter Nachbar der Familie von Magda Schneider) oder Sylvia Silichner (13 Jahre Hausdame bei Magda Schneider) an hautnahe Begegnungen mit Romy und ihre faszinierende Ausstrahlung.

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»Die Bewunderung für Romy Schneider hat meine Frau bereits seit ihrer Kindheit«, erzählt Dirk Schiff. Bereits mit sechs Jahren war die heute 32-jährige Anne Schiff ein leidenschaftlicher Fan der Sissi-Filme. Jahre später realisierte sie nun gemeinsam mit ihrem Ehemann ihren Traum: ein Buch über Romy Schneider, in dem nicht ihre Tabletten-, Alkohol- und Zigarettensucht im Vordergrund steht wie in so vielen anderen Werken, sondern die private Romy Schneider, wie sie fernab ihrer Schauspielkarriere von Freundinnen, Nachbarn, Kollegen oder anderen Weggefährten erlebt wurde.

Persönliche Eindrücke von Romy Schneider schilderte am Montag im Hotel »Edelweiß« Schwester M. Bernadette aus dem Kloster Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg. Gemeinsam mit Romy verbrachte sie dort ihre Internatszeit. »Ich habe weder Lügen noch Intrigen bei Romy entdeckt, vielmehr war sie im wahren Leben wie in ihren Filmen, spritzig und spontan«, erinnert sich Schwester Bernadette. Die Klosterfrau besitzt zudem ein Tagebuch von Romy Schneider, welches beweist, dass die Schauspielerin ein tiefgläubiger Mensch war. »Sie schrieb Gebete in ihr Tagebuch und hatte stets einen Rosenkranz bei sich.«

Neben Schwester Bernadette kamen auch Hartmut Harfensteller, Inhaber des Auslieferungsverlages, sowie Hans Klegraefe, Initiator der Romy-Schneider-Dauerausstellung in Berchtesgaden, zu Wort. Während sich Harfensteller unter anderem enttäuscht zeigte, dass viele Filme von Romy Schneider in Deutschland fast nicht mehr gezeigt werden, hob Klegraefe die Besonderheit des neuen Buches hervor: »Zeitzeugen von Romy, die in zwanzig Jahren nicht mehr leben werden, erzählen Episoden aus ihrer Kindheit. Das ist das Besondere an diesem Werk.« Caroline Irlinger

Anne und Dirk Schiff: »Romy hautnah«, Eule Verlag, 212 Seiten, 29,90 Euro.