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Alles für den Flohmarkt: kein Haufen Müll, sondern jede Menge Gebrauchtes, in Tüten und Kartons verpackt. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Endlich wieder Trödel

Berchtesgaden – Seit Wochen ist die Vorfreude für die 150 ehrenamtlich Beteiligten groß: Nach zwei Jahren Pause wird der große Flohmarkt im AlpenCongress endlich wieder veranstaltet, sagt Martin Kienast, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Berchtesgaden. Ab kommendem Dienstag darf Gebrauchtes angeliefert werden. 30 Projekte unterstützt der weit und breit größte Flohmarkt mit den Einnahmen. Tausende Besucher werden erwartet.


So ganz glauben können sie es noch nicht, »aber Corona lässt es dieses Jahr zu, sodass wir wieder loslegen können«, sagt Martin Kienast. Die Kolpingsfamilie verantwortet den Flohmarkt seit einigen Jahren. In der Region ist der Gebrauchtmarkt, den es seit über 30 Jahren gibt, zur Institution geworden, zum Muss für Fans von Second-Hand-Ware.

Einst fand der Flohmarkt im Pfarrheim von Berchtesgaden statt. Ein großer Umbau verhinderte aber eine weitere Durchführung. »Das Ausweichdomizil, der AlpenCongress, hat sich mittlerweile bewährt«, sagt Martin Kienast. Mehr Platz, alle Objekte auf einer Ebene, nebenan die große Tiefgarage zum Parken.

Der Flohmarkt ist eine Meisterleistung, was die Organisation angeht. »Wir haben einzelne Teams«, sagt Kienast. Jedes Team ist für eine von insgesamt sechs Abteilungen zuständig: Bücher, Kinderspielsachen, Kunst und Antikes, Haushaltswaren und Taschen. Seit Wochen sind die Teams auf der Suche nach Freiwilligen. Jede Abteilung organisiert sich eigenständig. Eingebunden sind auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Sportvereine und Firmgruppen. »Das braucht man, um so eine Veranstaltung händeln zu können.«

Ab Dienstag, 28. Juni, 6 Uhr, dürfen Bürger gebrauchte Waren am AlpenCongress in Berchtesgaden abliefern. Der Vorsitzende der Kolpingfamilie hofft, »dass nur Dinge bei uns ankommen, die wir tatsächlich wieder weiterverkaufen können«. Denn in der Vergangenheit musste viel aussortiert werden. Zwei riesige Container an Ausschuss kamen dabei zusammen. Die Entsorgung kostete Tausende Euro. Geld, das sich die Veranstalter künftig sparen wollen. Schließlich gehen die Einnahmen an Projekte, die seit Langem, eingebremst durch Corona, auf Unterstützung warten. Während der Pandemie fiel der Flohmarkt aus. »Das war bedauerlich.«

Auf Gebrauchtkleidung will man dieses Mal verzichten. Denn die Kolpingsfamilie veranstaltet zweimal die Woche einen eigenen Second-Hand-Gebrauchtkleidermarkt im Pfarrheim Strub in Bischofswiesen – jeden Dienstag, von 16 bis 19 Uhr, und Samstag, von 9 bis 12 Uhr. »Der hat sich bewährt und es läuft gut.« Aus diesem Grund möchte man den zur Verfügung stehenden Platz für andere Dinge nutzen.

»Unsere Verkäufer sind heiß drauf, dass der Flohmarkt wieder stattfindet«, sagt Kienast. Adi Angerer, seit der ersten Stunde dabei, ist mit über 80 Jahren der älteste Verkäufer. »Der fiebert dem Termin schon entgegen.«

Die Einnahmen gehen zur Hälfte an Projekte in der Region. Zur anderen Hälfte werden sie an internationale Projekte ausgezahlt, die die Flohmarkt-Teilnehmer seit Jahren begleiten, unter anderem für die Pamir-Hilfe e.V.

Öffnungszeiten sind am Freitag, 1. Juli, von 15 bis 20 Uhr, und am Samstag, 2. Juli, von 8 bis 13 Uhr. Ab kommenden Dienstag, 28. Juni, werden Waren von 6 bis 20 Uhr am AlpenCongress entgegengenommen. Dieselben Zeiten gelten für Mittwoch. Am Donnerstag kann Gebrauchtes von 6 bis 10 Uhr abgegeben werden.

Kilian Pfeiffer

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