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Vor vierhundert Jahren gewohnt, heute ungewöhnlich klingend: Zinken und Violine.
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Als homogene Einheit präsentierten sich Sängerinnen und Barockinstrumente. (Fotos: Dieter Meister)

Festkonzert zum 350. Todestag von Heinrich Schütz in der Christuskirche

Berchtesgaden – Musik von Heinrich Schütz ist, zumindest in dieser Region, selten zu hören. Vielleicht auch deshalb war das Festkonzert anlässlich des 350. Todestages des Komponisten in der Berchtesgadener Christuskirche ein wunderbarer Anlass, sich mit den Werken des Musikers vertraut zu machen.


Möglich gemacht hat den Auftritt die »Dr. Heinz & Maria Loewe Stiftung«, der man in der Region schon viele fesselnde kirchenmusikalische Abende zu verdanken hat. Und tatsächlich sorgte auch diesmal das kroatische Ensemble Antiphonus und Concerto dei venti für einen herausragenden Konzertabend mit fast frenetischem Schlussapplaus.

Der musikalische Nachlass des im überwiegend evangelischen Thüringen geborenen Heinrich Schütz ist nur fragmentarisch erhalten. Man weiß von einer Oper, von einer Reihe von Ballettmusiken und instrumentalen Werken, die den Komponisten auch schon zu seinen Lebzeiten zur Berühmtheit werden ließen. Greifbar erhalten geblieben sind allerdings nur Madrigale, Motetten, Oratorien und Passionen, die in der evangelischen Kirchenmusik noch immer hohe Wertschätzung genießen. Und vor allem gespielt werden.

Heinrich Schütz, ziemlich genau 100 Jahre vor Johann Sebastian Bach, der (fast) unumstritten als der Fixstern der Barockmusik anerkannt ist, geboren, hat seinen »Feinschliff« als Musiker vom in Venedig wirkenden katholischen Meister Giovanni Gabrieli bekommen. Der wirkte am berühmten Markusdom und war seinerzeit als Lehrer begehrt. Im Christuskirchen-Konzert kamen folgerichtig auch Werke dieses herausragenden Komponisten zu Gehör, alternierend mit denen seines deutschen Schülers, die dieser zu Texten in seiner Muttersprache vertont hat.

Das von Tomislav Facini geleitete Vokalensemble Antiphonus hat sich, wie dem kleinen, gut gestalteten Programmheft zu entnehmen war, bereits europaweit einen schillernden Namen gemacht und präsentierte sich auch in der Christuskirche als herausragende Gruppierung, die sich homogen und auf höchstem Niveau, auch inszenatorisch beinahe den gesamten Kirchenraum nutzend, mit den auf Barockinstrumenten spielenden Musikern von Concerto dei venti zu verbinden wusste.

Die Klarheit und Reinheit der Stimmen, gemischt mit dem durchaus im Heute ungewöhnlich anmutenden Klang von Barockvioline, Zinken oder Theorbe, ließen das Konzert zu einem außerordentlich faszinierenden musikalischen Erlebnis werden.

Dieter Meister

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