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Traumkulisse beim Festgottesdienst. Mehr Bilder unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.

Festsonntag mit 28 Vereinen und drei Musikkapellen – Jubiläumsfeier der Auer Weihnachtsschützen

Berchtesgaden – Mit dem großen Festtag am Sonntag klangen die viertägigen Jubiläumsfeierlichkeit zum 100-jährigen Bestehen des Weihnachtsschützenvereins Au aus. Insgesamt 28 Vereine und drei Musikkapellen – die Bergknappenkapelle Bad Dürrnberg, die Marktmusi Berchtesgaden und die Gerer Musi – waren beim Kirchen- und Festzug vertreten und spielten hinterher beim Zeltbetrieb fleißig auf.


Der Festtag begann mit dem Weckruf der Auer Weihnachtsschützen. 67 Weihnachtsschützen schossen vor der Auer Kirche. Es war ein wolkenloser Sonntag und nach einem Weißwurstfrühstück für die Schützen stellte sich der Jubelverein um 8 Uhr vor dem Festzelt zum Empfang der Vereine auf. Gegenüber begrüßte die Bergknappenkapelle Bad Dürrnberg die Gäste musikalisch. 28 Vereine und insgesamt drei Musikkapellen sind zu Ehren des Jubelvereins gekommen und es gab einen Fahnengruß mit der Vereinsfahne der Auer Weihnachtsschützen.

Der Kirchen- und Festzug wurde in drei Züge aufgeteilt und von den Zugführern Johann Pfnür, Josef Kurz und Anton Kurz angeführt. Die Züge waren durch Taferlbuam gekennzeichnet, dies waren im Zug 1 Felix Geistlinger, im Zug 2 Walter Lorenz und im Zug 3 Tobias Wenig. Mit zwei Pferdekutschen fuhr man die Ehrengäste. Sechs Auer Weihnachtsschützen gingen an der Spitze des Zuges, sie trugen Schaftböller, geschmückt mit Eichenlaub.

Der Kirchenzug führte vom Festzelt am Ende der Skiabfahrt Oberau auf die Obersalzbergstraße und über die Roßfeldstraße auf die Wiese von Sepp Kurz (»Kloiberer«) , wo der Festgottesdienst stattfand. Den zelebrierte Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob im Beisein von Pfarrer Andreas Specker und Diakon Michael König. Neben dem Altar war das Gipfelkreuz vom Zinkenkogel aufgestellt. Die Auer Weihnachtsschützen hatten es heruntergeholt und bringen es nach den Festlichkeiten wieder hinauf.

Der Pfarrer freute sich über den wunderbaren Sommertag und über die herrliche Kulisse auf der Au. Die Bergknappenkapelle Bad Dürrnberg spielte die Haydn-Messe. In seiner Predigt ging Pfarrer Dr. Frauenlob auf das zuvor verkündete Evangelium ein. Er sagte, es gebe nicht nur ein bisschen Frieden, es gebe nicht nur ein bisschen Leben, es gebe nicht nur ein bisschen Liebe. »Ich muss eine Entscheidung fällen in meinem Leben«, betonte der Pfarrer. Er nannte als Beispiel die bei der Jubiläumsfeier auf der Au anwesende Schwester Magdalena. Sie sei eine Auerin und habe die Entscheidung getroffen, in dieser Zeit in einen Orden einzutreten, zu den Franziskanerinnen zu gehen. »Das ist eine wesentliche Entscheidung, welche in einem inneren Dialog auch mit Gott entstand«, betonte Pfarrer Frauenlob. Es sei ein Zeichen, das in dieser Zeit gesetzt werde. Und das gelte für jeden anderen auch, der seine Lebensentscheidung ernst nimmt.

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Der Jubelverein vor der Auer Kirche.

Auch der Weihnachtsschütze müsse sich fragen, wie er zu seinem Brauchtum stehe. »Trage ich nur die Tracht, trage ich nur meinen Böller herum und schieße ab und zu oder vertrete ich auch die Überzeugung, die dahinter steckt?« Der Pfarrer verwies auf den Schriftzug auf der Fahne »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden«. Das bedeute: »Wenn wir Gott die Ehre geben, dann wird auch der Friede, der von Gott kommt, durch unser Herz und unseren Verstand in unser Handeln einfließen und den Frieden in dieser Welt vermehren, den diese Welt dringend braucht«, so der Pfarrer.

Pfarrer Frauenlob segnete am Ende des Gottesdienstes ein Fahnenband. Dieses Fahnenband bekam der Patenverein GTEV D'Weißen­stoana. Nachdem Theresa Schaupp einen Prolog vorgetragen hatte, hängte Vorstand Sebastian Wendl das Fahnenband an die Vereinsfahne der Weißenstoana.

Es folgten Gruß- und Dankesworte von Vorstand Sebastian Wendl sowie Glückwünsche von Bürgermeister Franz Rasp und vom Vereinigungsvorstand der Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes, Thomas Holm. Holm gratulierte und sagte, dass die Auer Weihnachtsschützen der größte Verein in der Marktgemeinde Berchtesgaden seien. Es freue ihn, dass 20 Prozent der Mitglieder unter 28 Jahre alt seien. Diese Jungschützen beteiligten sich in großer Zahl am Vereinsleben. In einer offenen Gesellschaft, in der der Einzelne viele Möglichkeiten habe, seine Freizeit und sein Leben zu gestalten, würden es die Auer Weihnachtsschützen schaffen, »Generationen zu fesseln und als Verein so attraktiv zu sein, dass manche Geburtenjahrgänge fast geschlossen zu den Auer Schützen gehen«. Es sei das Ziel eines Weihnachtsschützen, Gott durch das Schießen die Ehre zu erweisen und das in einer Zeit, in der der Glaube in seiner überlieferten Form immer weniger aktiv gelebt werde. »Trotzdem entscheiden sich viele Auer dafür, genau das zu tun.« Zum Schluss spielte die Bergknappenkapelle die Bayernhymne, alle erhoben sich von den Plätzen und die Vereinsfahnen wurden gesenkt.

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Weckruf der Auer Weihnachtsschützen. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Der anschließende Festzug durch die Au führte zunächst zum »Landhotel Priesterstein« und zurück auf der Roßfeldstraße, vorbei an der Auer Kirche und am Gasthaus »Auerwirt«, entlang des Lindenweges und über eine Wiese auf die Bundesstraße 319 und zurück über die Obersalzbergstraße zum Festzelt. Im anschließenden Zeltbetrieb spielten die anwesenden Musikkapellen und zum Festausklang die Soizwieser Tanzlmusi.

Bernhard Stanggassinger

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