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Ein farbenfrohes Spiel: Die Feuerwerksshow dauerte rund sechseinhalb Minuten. (Foto: privat)

Feuerwerksspektakel im Kurgarten Berchtesgaden

Berchtesgaden – Pyrotechniker Franz Müller ist mit dem Jahreswechsel mehr als glücklich. Er hat gemeinsam mit Helmut Angerer rund 1.800 Feuerwerkskörper im Kurgarten abgebrannt. Begleitet wurde das Spektakel durch drei Lieder, die synchron zur Pyrotechnik gespielt wurden. Trotz des Verkaufsverbots von Feuerwerk war das Böllern an Silvester nicht generell verboten. Franz Müller verriet dem »Berchtesgadener Anzeiger« auch, dass das Schießen der Bomben umweltfreundlicher ist als der Verbrauch eines Dieselmotors – auch wenn es zunächst nicht so erscheinen mag.


Bereits seit mehr als zehn Jahren machen Franz Müller und Helmut Angerer eine Feuerwerkseinlage an Silvester, die die Gäste des Hotels »Edelweiss« vom Panoramadeck aus bestaunen dürfen. Ein Jahr zuvor war diese Veranstaltung allerdings wegen Corona abgesagt worden. Dieses Mal durften die Explosivstoffe vom Kurgarten aus in den Himmel gejagt werden, auch wenn das Feuerwerk in Deutschland nicht verkauft werden durfte und es sich hierbei um kein Privatgrundstück handelt. Denn darauf hätte man zumindest alte Raketen abfeuern dürfen.

Da aber Franz Müller einen technischen Großhandel betreibt, bekam er als Unternehmer die Erlaubnis nach dem Sprengstoffrecht. Hierzu musste er zwei Wochen vor dem Ereignis sein Vorhaben bei der Regierung von Oberbayern anzeigen. Jetzt fehlte nur noch die Nutzungserlaubnis durch die Marktgemeinde Berchtesgaden, den Grundeigentümer des Kurgartens. Für die Genehmigung musste Müller nur garantieren, dass der Bereich aus Sicherheitsgründen für die Allgemeinheit gesperrt war. »Die Effekte richten sich nach den Zuschauern und darum müssen wir die Sicherheit gewährleisten«, so Franz Müller.

So bestanden die Munitionen aus Klein- und Mittelkalibern, da »die Abstände begrenzt waren«. Geschossen wurde mit Bomben. Im Gegensatz zu Raketen sei die Materialverschwendung durch Bomben deutlich geringer, so Müller.

Der Pyrotechniker sprach jedenfalls von einem »gelungenen Ablauf«. Ein vierköpfiges Team, darunter der Berchtesgadener Helmut Angerer als Fachkundiger vor Ort, gestaltete Planung und Musik. Rund sechseinhalb Minuten dauerte die Einlage. Die Bomben wurden aus den Rohren in den Himmel geschossen. Synchron zum Feuerwerk wurden drei Lieder über Lautsprecher gespielt. Die Musik stand nach Müllers Angaben im Einklang mit der Pyrotechnik. Das Publikum sei gut unterhalten worden: »Alle hatten ein Feuerwerk herbeigesehnt, nachdem es ein Jahr zuvor ausgefallen war. Die Zuschauer waren dankbar und gelöst.«

Das Wetter habe sogar mitgespielt. Draußen war's trocken. Das Publikum konnte die gesamte Show sehen, denn ein dezenter Wind verwehte den schwarzen, beißenden Qualm, der durch die Bomben entstanden war. In diesem Zusammenhang wies Müller darauf hin, dass das Feuerwerk umweltfreundlicher sei als ein Dieselmotor. »Natürlich mag das auf den ersten Blick nicht so wirken, wenn man den schwarzen Rauch durch den Explosivstoff sieht.«

Doch Müllers Schwarzpulver sei ein regenerativer Kohlenstoff, der aus Buche und Erle gewonnen wird. »Ein Kilogramm Explosivstoff entspricht einem viertel Liter Diesel. Wir hatten etwa 20 Kilogramm, Nettogewicht, Schwarzpulver geschossen. Das sind rund 5 Liter Diesel. Diese Energiebilanz sollte man sich vor Augen führen«, so Müller. Diesen Sachverhalt verdeutlicht der Pyrotechniker an einem weiteren Beispiel. Für die Fahrt von Tittmoning nach Berchtesgaden und zurück verbrauchte Müllers Auto sechs Liter Diesel. »Das alleine ist schon mehr als das gesamte Feuerwerk.«

Ebenso war es Müller ein Anliegen, den Kurgarten wieder sauber zu hinterlassen. Immerhin lagen viele Papierreste, entstanden durch das Feuerwerk, auf dem Boden. In einer dreistündigen Aktion wurde der Kurgarten sauber gekehrt. Tatkräftige Unterstützung bekam Müller durch Mitarbeiter des Bauhofs, des AlpenCongress und des Hotels »Edelweiss«.

Müllers Arbeit ist aber noch nicht ganz abgeschlossen. Im Laufe des heutigen Tages soll das Ereignis als Video veröffentlicht werden. Gesehen werden kann es auf der Plattform YouTube unter dem Titel »Silvesterfeuerwerk Edelweiss 2021«.

Patrick Vietze

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