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Filmpreis für Schülerprojekt aus dem Nationalpark

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Mark Walter (l.) freute sich über den zweiten Platz seiner Schützlinge (v.l.) Tim Dinter, Emil Schwarzenbacher und Kilian Beierl.
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Bei den Dreharbeiten zu »Insekteffekt« im Nationalparkzentrum »Haus der Berge«. (Fotos: Mark Walter)

Berchtesgaden/Berlin – Beim REC Filmfestival in Berlin hat die Jury kürzlich den Film »Insekteffekt« von Kilian Beierl, Tim Dinter und Emil Schwarzenbacher aus dem Berchtesgadener Land mit dem »Silbernen Clip« ausgezeichnet. Der Film, den die Schüler im Rahmen eines Nationalpark-Projekts gedreht hatten, erreichte in der Sektion »REC for Kids« den zweiten Platz.


Unter der Leitung von Medienpädagoge Mark Walter hatten die Kinder den Film vollständig in Eigenregie erstellt: Von der Idee über das Drehbuch, die technische Umsetzung und das Schauspiel bis hin zum Schnitt. Im Beitrag zeigen die Jugendlichen eindrucksvoll, wie wichtig Insekten sind – für die biologische Vielfalt ebenso wie für die Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln für die Menschen.

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Die Festival-Verantwortlichen Reinhilde Godulla und Tobias Rahm würdigten die Arbeit der Schüler mit einer herausragenden Bewertung: »Mit klaren Einstellungen, passendem Score, durchdachter Ausstattung und einem ausgezeichneten Schauspiel zeigt uns der Film die Unentbehrlichkeit der Insekten für unsere täglichen Grundnahrungsmittel auf.

Der Film bringt die Wichtigkeit des Artenschutzes auf den Punkt und verdeutlicht nebenbei auf originelle Weise dessen Einfluss auf die gesellschaftliche Gerechtigkeit. Eine eindrückliche Umsetzung auf einem technisch hohen Niveau.«

In der Kategorie »Kids« waren neben dem Film aus Berchtesgaden noch 75 weitere Filme aus Europa ins Rennen um die Filmtrophäen gegangen. »Umso höher ist der Erfolg zu bewerten«, freut sich Medienpädagoge Mark Walter, unter dessen Leitung die Kinder den Film erstellt hatten. »Die größte Herausforderung war es wohl, komplett ohne Sprache auszukommen«, erinnert sich Walter.

Der Nachwuchs wollte komplett visuell arbeiten, damit der Film in der ganzen Welt verstanden wird. Diese Herausforderung haben Emil, Tim und Kilian eindrucksvoll gemeistert.

Zur Preisverleihung waren die Schüler nach Berlin eingeladen. In Begleitung von Betreuern reisten sie zum REC Filmfestival in die Hauptstadt, das unter strengen Corona-Infektionsschutzauflagen abgehalten wurde. Vier Tage lang standen für die Jugendlichen Drehbuchworkshops, Stadtführungen und das Kennenlernen anderer Filmemacher auf dem Programm. Bei der Preisverleihung war die Freude der Jungen besonders groß. Die Festivalveranstalter verrieten erst zum Schluss, ob der Film aus dem Nationalpark Berchtesgaden für einen der vorderen Plätze gereicht hat.

Unter den eingereichten Beiträgen musste sich der Film nur einem Beitrag aus Berlin mit dem Titel »Dinosauriergeschichte« geschlagen geben. Motiviert von den anerkennenden Rückmeldungen der Jury planen Tim, Kilian und Emil bereits ihr nächstes Filmprojekt. Dies möchten sie 2021 beim Mediencamp im Nationalpark Berchtesgaden umsetzen.

Entstanden war »Insekteffekt« im Jahr 2019 bei einem Mediencamp des Nationalparks Berchtesgaden. Unter dem Motto »Biologische Vielfalt in den Alpen« arbeiteten insgesamt elf Kinder und Jugendliche vier Tage lang an verschiedenen Filmprojekten. Die Veranstaltung war Teil des internationalen »YOUrAlps«-Projekts, das Jugendliche im Alpenbogen zum Erhalt ihrer Heimat motivieren soll.

Nationalpark-Sachgebietsleiterin Andrea Heiß schätzt den Wert derartiger Bildungsangebote hoch ein: »Im Workshop haben sich die Jugendlichen sehr stark engagiert und dabei nicht nur Medienkompetenz erworben, sondern auch umfangreiches Umweltwissen.« Der Film »Insekteffekt« ist auf der Homepage www.nationalpark-berchtesgaden.de unter der Rubrik »Medien/Videos« zu finden. fb

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