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Nach dem Abriss des Altbestandes am Bergfriedhof ist alles für einen Neubau des Betriebsgebäudes vorbereitet. Ob es heuer tatsächlich kommt, steht allerdings noch nicht fest. (Foto: Ulli Kastner)

Friedhofsverband: 1,8 Millionen Euro für neues Betriebsgebäude

Berchtesgaden – 1,8 Millionen Euro plant der Friedhofsverband Berchtesgaden für den Bau eines neuen Betriebsgebäudes am Bergfriedhof ein. Mit dem Abriss des Altbestandes ist mittlerweile wenigstens der erste Schritt getan, denn Probleme im Genehmigungsverfahren und bei der Materialverfügbarkeit hatten zu Verzögerungen geführt. Ob das Projekt Bauhof/Funktionsgebäude heuer tatsächlich realisiert wird, konnte Verbandsvorsitzender Franz Rasp am Donnerstag bei der Verabschiedung des Haushaltsplans 2022 nicht sicher sagen. Sicher scheint aber, dass sich im Falle einer Umsetzung die Verbandsschulden auf rund 1,74 Millionen Euro erhöhen werden. 


Die geplanten Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt 2022 liegen nach den Worten von Kämmerer Andreas Hofreiter bei rund 680.000 Euro, im Vermögenshaushalt bei etwa 2,3 Millionen Euro. Geplant ist für den Neubau des Betriebsgebäudes eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Die Gemeinden leisten eine Umlage für die laufenden Kosten in Höhe von 150.000 Euro (Berchtesgaden und Bischofswiesen jeweils 55.500 Euro, Schönau am Königssee 39.000 Euro) und zusätzlich eine Investitionsumlage von 400.000 Euro (Berchtesgaden und Bischofswiesen jeweils 148.000 Euro,Schönau am Königssee 104.000 Euro).

Eine wichtige Einnahmequelle im Verwaltungshaushalt sind die Grabplatz- und Beerdigungsgebühren, die Kämmerer Hofreiter mit 415.000 Euro ansetzte. Bei den Ausgaben fallen vor allem die Personalkosten mit geplanten 302.000 Euro ins Gewicht, darüber hinaus die Sachkosten mit rund 223.000 Euro.

Nur durch die Verbandsumlagen der Mitgliedsgemeinden kann dem Vermögenshaushalt im Jahr 2022 ein Betrag von knapp 57.000 Euro zugeführt werden. Im Vermögenshaushalt sind 60.000 Euro für den »Erwerb von beweglichen Sachen« eingeplant, darunter ein Schneepflug für den Lader für 14.000 Euro, eine Kühlvitrine für 16.000 Euro, ein Erdcontainer für 10.000 Euro und ein Motormäher mit Bandrechen für 17.000 Euro. Einen Akku-Laubbläser für 1000 Euro schafft man laut Verbandsvorsitzendem Franz Rasp »aus akustischen Gründen« an.

Ganze 2 Millionen Euro schlagen in der Haushaltsstelle »Baumaßnahmen« zu Buche. Sie teilen sich auf in 1,8 Millionen Euro für den Neubau des Bauhof/Funktionsgebäude am Bergfriedhof und in 200.000 Euro für eine neue Gießwasserversorgung, ebenfalls im Bergfriedhof. Für die Erneuerung der Tore am Bergfriedhof und die Sanierung des Kreuzes im Alten Friedhof sind außerdem noch einmal 10.000 Euro eingeplant.

Für die geplanten Investitionen ist eine Darlehensaufnahme in Höhe von 1,6 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren geplant. Der jährliche Schuldendienst wird von den Mitgliedsgemeinden durch die »Verbandsumlage für Investitionen« getragen. Der Schuldenstand wird sich dadurch voraussichtlich von 191.000 Euro zum Jahresbeginn auf 1,74 Millionen Euro zum Jahresende erhöhen. Außerdem ist eine Rücklagenentnahme in Höhe von 63.000 Euro geplant, wodurch sich der Rücklagenstand voraussichtlich auf knapp 180.000 Euro reduzieren wird.

Ob man heuer tatsächlich mit dem Neubau des Betriebsgebäudes beginnen wird, wusste Verbandsvorsitzender Franz Rasp nicht sicher zu sagen. »Die Situation am Markt ist derzeit sehr schwierig«, sagte der Verbandsvorsitzende und Marktbürgermeister am Donnerstag. Wenn man Firmen finde, »die das Bauvorhaben zu einem wirtschaftlichen Preis umsetzen können, dann werden wir bauen«.

Ulli Kastner

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