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Gedankenaustausch »mit Händen und Füßen«

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Studiendirektor Max Bundschuh und Sozialpädagoge Josef Jostl (v.l.) bei der Vorstellung der Gäste. Foto: Schröder-Schäfer

Berchtesgaden (SrS) - Eine Gruppe von afghanischen und pakistanischen Asylbewerbern besuchte kürzlich die Schüler des Gymnasiums der CJD-Christophorusschulen Berchtesgaden, um von ihren Herkunftsländern, den Beweggründen die Heimat zu verlassen, die Lebenssituation, in der sie sich nun befinden, und ihren Zielen, die sie in Deutschland verfolgen, hautnah zu berichten.


In der Pension Waldluft sind 35 Asylbewerber untergebracht, die mit 120 Euro im Monat auskommen müssen, mit Sprachbarrieren kämpfen, nicht arbeiten dürfen, und damit isoliert von jeglichem gesellschaftlichen Leben sind.

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Unter der Federführung des Religionslehrers Martin Kienast und dem Sozialpädagogen und Sozialarbeiter Josef Jostl von der Caritas in Reichenhall gelang es, einige Asylbewerber dazu zu bewegen, die Isolation zu durchbrechen und mit ihren Anliegen an die Schulöffentlichkeit zu gehen. Unterstützt wurden Kienast und Jostl von den Gymnasialehrern Anna Gramlich, Korbinian Baumann und Stefan Scheurich. Trotz der Sprachbarrieren, nur ein kleiner Teil kann sich in Englisch verständlich machen, wagten es zehn Asylsuchende, in den Klassen des CJD-Gymnasiums über ihre Sorgen, Probleme und Hoffnungen zu sprechen.

Schon im Vorfeld hatten die Schüler der sechsten Klassen durch einen Button-Verkauf einiges an Geld gesammelt, um die Auslagen der Gäste zu decken. Doch schon bald wurde klar, dass es den Referenten nicht um Geldspenden ging, sondern um die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Vorurteile abzubauen und auf ihre Probleme hinzuweisen.

»Man sieht sie nur ab und zu, nichts tuend durch Berchtesgaden schlendern, dass sie nicht arbeiten dürfen, habe ich nicht gewusst!.« Allein diese Aussage eines Schülers aus der Unterstufe zeigt, dass das Ziel eines verständnisvollen Miteinanders näher gerückt ist.

In der Pause wurde ein pakistanisches Curry angeboten und bald waren die Asylanten in den Schülermassen aufgegangen. Mit vielen Schülerfragen angereichert verliefen die Diskussionen, oft mit »Händen und Füßen« geführt, sehr produktiv und für beide Seiten lehrreich. Am Rande der Pausenhalle sah man Martin Kienast und Josef Jostl im intensiven Gespräch mit einem Asylbewerber. Hier scheint schon eine Folgeveranstaltung in Planung gegangen sein.